An keinem Ort verbringt ein Kind so viel Zeit wie im Bett. Deshalb ist es nicht nur wichtig, ein langlebiges Möbel in guter Qualität für den Nachwuchs bereitzustellen, sondern möglichst eines, in dem das Kind auch gerne schläft. Das ist nicht nur eine Frage der Gemütlichkeit, sondern auch des Respekts vor dem individuellen Schlafbedürfnis deines Kindes.
INHALT
ToggleEin Name ist seit Jahrzehnten mit dem respektvollen Umgang mit Kindern verknüpft – Maria Montessori – und ein Bettdesign steht unweigerlich für gute Montessori-Pädagogik: das Boden- oder Hausbett.
Montessori Betten
Die schönsten Haus- & Bodenbetten
Du findest hier eine Auswahl der qualitativ hochwertigsten Montessori Betten (Boden- und Hausbetten), die derzeit am Markt zu erhältlich sind und die darüber hinaus auch am ehesten dem Anspruch von Maria Montessori entsprechen.
Anschließend folgen wichtige Informationen zur Bedeutung der Schlafsituation in der Montessori-Pädagogik sowie viele praktische Tipps zur Auswahl und Gestaltung des Betten.
Schlichtes HollyMollyWood Bodenbett
Dieses Montessori-Bett ist ein echter Wohlfühlort für Dein Kind – ein gemütlicher Rückzugsort zum Spielen und Schlafen, der perfekt in jedes Kinderzimmer passt. Was mir besonders daran gefällt, ist die bodennahe Konstruktion, die es Deinem Kind ermöglicht, eigenständig ins Bett zu klettern und wieder herauszukommen.
Kein hohes Klettern, keine Gefahr – nur maximale Freiheit und Sicherheit nach Montessori-Prinzip.
Die abgerundeten Pfosten und das sanft geschwungene Geländer sorgen für zusätzliche Sicherheit, während das hochwertige Holz sorgfältig geschliffen und mit umweltfreundlichen Ölen behandelt wurde. Das bedeutet, dass Dein Kind in einer natürlichen, schadstofffreien Umgebung schläft.
Das Bett wird in einer Familienwerkstatt mit viel Liebe handgefertigt und kann in verschiedenen Ausführungen bestellt werden – unbehandelt, mit natürlichem Öl oder in einer Farbbeschichtung auf Wasserbasis.
Auf einen Blick
- Maße: Die Bettgröße ist immer 7,5 cm größer als die Matratze (z. B. Matratze 160 x 80 cm → Bett 167,5 x 87,5 cm)
- Höhe: 40 cm
- Material: Hochwertiges, nachhaltig verarbeitetes Holz
- Oberflächenoptionen: Naturbelassen, geölt (6 Farben) oder farbig lackiert
Hausbett von MIAandLOUShop
Dieses Bett entspricht in seinem Design genau der schlichten Hausform, die heute so gerne mit Montessori assoziiert wird – ein recht niedriger, filigraner Bettkasten, der nach oben hin durch acht schmale Balken zu einem stilisierten Haus wird.
Puristischer als in dieser Variante ist das Montessori-Hausbett nicht zu haben. Aus glattem Kiefernholz gefertigt, ist es aber vielfach personalisierbar: Vom winzigen 60 x 120 cm Bettchen bis zum komfortablen Doppelbett (160 x 200 cm) ist es in vielen verschiedenen Abmessungen erhältlich und wird nach Bedarf lasiert oder farbig lackiert.
Der Shop bietet außerdem ein ganzes Sortiment an Zubehör, von mit buntem Stoff bezogenen Wandpaneelen über Vorhänge bis hin zu hübschen Stoffdächern, die für zusätzliche Atmosphäre sorgen.
Nicht umsonst ist das Hausbett die beliebteste Variante des Bodenbettes, passt es doch in fast jedes Kinderzimmer und ist dabei gleichermaßen zurückhaltend wie vielseitig und gleichermaßen zeitlos wie kindgerecht.
Auf einen Blick:
- Schönes, klares und elegantes Design, das auch ältere Kinder begeistern kann
- Sehr niedriger Einstieg, deshalb sogar schon für Kinder im Krabbelalter geeignet
- Hochwertige Verarbeitung
- Einfacher Aufbau
- Bei Bedarf auch mit schützenden Wandpaneelen lieferbar
Schönes Hausbett von msfactoryshop
Dieses Montessori-Bett ist nicht nur ein gemütlicher Schlafplatz, sondern auch ein echtes Raumwunder für Dein Kind. Besonders begeistert mich die durchdachte Konstruktion: Die abgerundeten Bettstangen sorgen für Sicherheit und Komfort, während das umlaufende Geländer Dein Kind vor dem Herausfallen schützt.
Das Bett wurde nach dem Montessori-Prinzip entworfen und lädt zum freien Spielen und selbstständigen Ein- und Aussteigen ein.
Besonders praktisch: Die Seitengitter können flexibel angepasst oder ganz entfernt werden, sodass das Bett mit Deinem Kind mitwächst. Zudem hält die stabile Konstruktion bis zu 120 kg aus – perfekt, wenn Du Dich zum Vorlesen oder Kuscheln dazulegen möchtest.
Dank der hypoallergenen, geruchsarmen Farben auf Wasserbasis und der handgeschliffenen Holzoberfläche kannst Du sicher sein, dass Dein Kind in einer gesunden Umgebung schläft.
Die naturbelassene Variante ist komplett unlackiert – ideal für eine ruhige, schadstofffreie Schlafatmosphäre.
Die Montage ist dank der leicht verständlichen Anleitung einfach und unkompliziert. Und das Beste: Der Versand aus Polen ist kostenlos!
Auf einen Blick
- Flexibel anpassbares Geländer für eine lange Nutzung
- Belastbar bis 120 kg, ideal für Eltern-Kind-Momente
- Sicheres Design mit abgerundeten Kanten
- Hypoallergene Farben auf Wasserbasis oder unlackierte Naturversion
Hausbett von SweetHOMEfromWood
Dieses in Riga gefertigte Hausbett sieht auch mit wenig Fantasie nach einer richtigen kleinen Hütte zum Kuscheln aus. Dafür sorgt der niedrige „Zaun“, der flexibel auf einer, zwei, drei oder allen vier Seiten angebracht werden können – eine Lücke zum Hineinklettern bleibt aber in jedem Fall frei. Außerdem ragt am Dachgiebel ein kleiner Schornstein empor. Diese charmanten Details laden dazu ein, das Bett nach Lust und Laune weiter zu dekorieren.
Auch davon abgesehen muss man das Hausbett wirklich als „luxuriös“ zu bezeichnen: Erhältlich ist es in Kiefern- oder Birkenholz und wird dann nach Bedarf noch in weiß, schwarz, grau oder rosa lackiert. Die Balken sind sorgfältig miteinander verschraubt, wodurch das Bett auch zu den besonders stabilen Exemplaren gehört.
Dadurch ist es freilich etwas teurer als das durchschnittliche Montessori-Bett: preislich rangiert es zwischen etwa 250 und 615 Euro.
Auf einen Blick
- Aufwendiges Design mit stilisiertem Schornstein
- Rausfallschutz an allen vier Seiten, der flexibel abmontiert werden kann
- Vier verschiedene Lackierungen auf Birken- oder Kiefernvollholz
- Einfacher Aufbau
Bodenbett von brubiEU
Dieses Bodenbett ist die perfekte Wahl für alle Eltern, die Wert auf eine sichere, gemütliche und kindgerechte Schlafumgebung legen. Besonders gefällt mir, dass es durch seine bodennahe Konstruktion optimal für kleine Kinder geeignet ist – kein gefährliches Herausfallen, keine Barrieren, einfach ein sicherer und selbstständiger Einstieg.
Das FLOORbed aus massivem Buchenholz ist nicht nur stabil (Tragkraft bis 160 kg), sondern auch mit einem kindersicheren Öl nach EN71-3 behandelt. Es fördert die Selbstständigkeit Deines Kindes, indem es ihm ermöglicht, selbstständig ins Bett zu klettern und es nach Belieben als Rückzugsort zum Entspannen oder Lesen zu nutzen.
Die flexible Montageoption erlaubt es Dir, das Geländer rechts oder links zu befestigen, und der mitgelieferte Lattenrost sorgt für eine gute Belüftung der Matratze. Die klaren skandinavischen Linien machen das Bett nicht nur funktional, sondern auch zu einem gemütlichen Hingucker im Kinderzimmer.
Auf einen Blick
- Größen: 140×70/80 cm oder 160×70/80 cm
- Material: FSC-zertifiziertes massives Buchenholz
- Belastbar bis 160 kg
- Empfohlenes Alter: 6 Monate bis 10 Jahre
- Einfache Montage – alles Nötige im Lieferumfang enthalten
- 5 Jahre Garantie
Hausbett ist nicht gleich
Montessori Bett
Besonders, wer im Internet unter den Schlagwörtern „Montessori Bett“ sucht, findet hauptsächlich Hausbetten in ganz verschiedenen Ausführungen. Ein Bett, das nicht einfach vom Boden aus erreichbar ist, sondern erhöht oder umrandet ist, darf aber eigentlich nicht als „Montessori-Bett“ bezeichnet werden, auch wenn es ansonsten dem klassischen Haus-Design entspricht.
Hier gilt es also, gut darauf acht zu geben, ob das Attribut „Montessori“ vielleicht nur zu Marketing-Zwecken benutzt wird und das Bett eigentlich höherstehend ist und damit gegen die Grundidee verstößt.
Was ist ein Montessori Bett?
Ein Montessori-Bett ist ein Bett, das im Einklang mit der Montessori-Pädagogik steht, einer Erziehungsmethode, die von Maria Montessori entwickelt wurde.
Die Montessori-Pädagogik betont die Unabhängigkeit und das Lernen durch eigene Erfahrungen.
Die folgenden Merkmale zeichnen ein Montessori Bett aus:
Bodenhohe Position: Das Bett ist oft bodennah oder direkt auf dem Boden. Dies ermöglicht es dem Kind, selbstständig ins Bett zu steigen und aufzustehen, ohne dass es Hilfe von Erwachsenen benötigt oder Gefahr läuft, aus einem hohen Bett zu fallen.
Einfacher Zugang: Ohne Barrieren wie erhöhte Seitenwände können Kinder selbst entscheiden, wann sie schlafen gehen oder aufstehen möchten. Dies fördert die Selbständigkeit und das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten.
Sichere Umgebung: Während das Bett selbst bodennah ist, ist es wichtig, dass die Umgebung um das Bett herum sicher ist. Das bedeutet, es sollte keine scharfen Gegenstände, Kleinteile oder andere Gefahren in Reichweite des Kindes geben.
Minimalistisches Design: Montessori-Betten sind oft schlicht und ohne viel Schnickschnack. Das Hauptziel ist die Funktionalität und die Förderung der Unabhängigkeit des Kindes, nicht notwendigerweise ästhetische Verschönerung.
Viele Eltern, die die Montessori-Philosophie in ihrem Zuhause anwenden möchten, entscheiden sich für ein solches Bett, da es die Entwicklung von Selbständigkeit und Selbstvertrauen ihres Kindes unterstützt. Es ist jedoch wichtig, darauf zu achten, dass das Zimmer und die Umgebung sicher sind, insbesondere wenn das Kind aktiv wird und anfängt, seine Umgebung zu erkunden.
Wieso ist das Bodenbett bei Montessori so wichtig?
Maria Montessori hatte ein grundsätzliches Ziel: die Eigenständigkeit des Kindes zu fördern, indem seine Bedürfnisse respektiert und die Entfaltung seiner Fähigkeiten unterstützt wird.
Anders als viele Lernmaterialien hat sie die Möbelstücke, die sie für Kinder empfiehlt, nicht selbst entworfen. Das „Hausbett“, das viele Eltern so eindeutig mit ihrem Namen verbinden, ist also streng genommen kein Element des Montessori-Kinderzimmers. Nichtsdestoweniger erfüllt dieser Design-Klassiker alle Kriterien für ein Bett, wie es ein Kind nach Montessori braucht.
Seine klare und schlichte Gestaltung passt außerdem hervorragend zu dem, was wir „vorbereitete Umgebung“ nennen.
Die kompromisslose Grundidee
Entscheidend ist aber allein ein Merkmal: der Lattenrost des Bettes liegt mehr oder weniger direkt am Boden auf und das Bett ist damit sogar für Kinder im Krabbelalter, die noch nicht frei stehen, geschweige denn klettern können, frei zugänglich.
Denn allein dieser Umstand ermöglicht es einem Kind, sein Bett selbstbestimmt und autonom zu erreichen, wann immer es müde ist, sich ausruhen oder einfach ein wenig kuscheln möchte.
Der Grundgedanke der Montessori-Pädagogik, dass Kinder nämlich am besten lernen, wo sie selbst tätig sein können und wo ihnen etwas zugetraut wird, lässt sich also ganz einfach auf das Schlafen übertragen.
Schlafen lernen in Freiheit
Dass auch Schlafen ein Lernprozess ist, können wohl viele Eltern bestätigen. PädagogInnen, PsychologInnen und Ärztinnen empfehlen ganz unterschiedliche Methoden, um einem Kind das In-den-Schlaf-Finden zu erleichtern – vom begleiteten Einschlafritual über das Schlafen im Familienbett bis hin zum klassischen Schlaftraining.
Die Montessori-Pädagogik setzt eher bei der Förderung des natürlichen Schlafbedürfnisses eines Kindes an: wo es sich „selbst zu Bett bringen kann“ (selbstverständlich immer begleitet), entfallen häufig die Machtkämpfe und das chronische Unglücklichsein des Kindes beim Einschlafen.
Womöglich muss dann die Art des Zubettbringens an das neue Bett angepasst werden – denn ein Schlaftraining funktioniert mit dem Bodenbett natürlich nicht mehr.
Vorteile des Montessori-Bettes
Freiheit
Viele Kinder empfinden die relative Autonomie, die ihnen das Bodenbett ermöglicht, als sehr angenehm und wehren sich deshalb auch viel weniger, wenn sie einschlafen.
Sie fühlen sich in ihren Bedürfnissen ernst genommen und respektiert und wissen, dass sie das Bett immer verlassen können, wenn ihnen danach ist.
Sicherheit
Eigentlich gilt der Sicherheitsaspekt neben der Kontrolle als der größte Vorteil des Gitterbetts. Beim Montessori-Bett gibt es aber praktisch gar keine Unfälle, während diese beim Gitterbett zwar selten vorkommen, dafür aber oft sehr schwer ausfallen.
Sollte ein Kind doch im Schlaf einmal aus dem Bodenbett rollen, wird der Schrecken zwar groß sein, aber es kann sich dabei kaum wehtun. Wenn du dir trotzdem ein wenig unsicher bist, kaufe ein Bodenbett mit Rausfallschutz, platziere das Bett auf einem weichen Teppich oder lege den Boden rund herum mit weichen Kissen aus.
Ruhe
Letztlich bedeutet ein Montessori-Bett auch für Eltern ruhigere Nächte. Zumindest werden sie nicht mehr von einem Kind geweckt, das weinend an den Gitterstäben seines Bettes rüttelt. Wenn das Kind nachts Mama oder Papa braucht, wird es schnell lernen, einfach ins Elternbett zu kommen und sich die Nähe zu holen, die es braucht.
Nachhaltigkeit
Das Montessori-Bett ist besonders nachhaltig – erstens, weil es relativ ressourcenschonend ist und eine ganze Reihe von Betten aus zertifiziertem Holz auf dem Markt sind. Und zweitens ist es viel länger verwendbar als ein Gitterbett. Wenn du es von Anfang an größer kaufst, kann es mit ein wenig Styling als Jugendbett bis ins Teenageralter verwendet werden, zumindestens aber bis dein Kind acht bis zehn Jahre alt ist. Das macht es auf lange Sicht natürlich auch sehr viel preiswerter als ein Gitterbett.
Komfort
Du kannst dein Kind bequem in den Schlaf begleiten, denn du musst nicht unbequem vor dem Gitterbett kauern und dich verbiegen, um deinem/r Kleinen die Hand zu halten. Stattdessen kannst du gemütlich neben dem Bett am Boden sitzen oder dich am allerbesten einfach direkt dazukuscheln.
Flexibilität
Ein Bodenbett kann umfunktioniert werden, wenn das Kind sich einmal ein höherstehendes Bett wünscht. Je nach Gestaltung kann es als Kuschelplatz oder als Schlafgelegenheit für Übernachtungsgäste behalten werden. Ein simpler Lattenrost mit Rahmen findet sogar unter einem Hochbett noch Platz. Das Hausbett dagegen kann vielleicht in den Spielbereich des Kinderzimmers gerückt werden und als Spielhaus vielfältige Verwendung finden.
Nachteile des Montessori-Bettes
Weniger Kontrolle
Wer sein Kind nach den Grundsätzen der Montessori-Pädagogik erziehen möchte, wird häufig damit konfrontiert werden, dass sich das Kind schwerer kontrollieren lässt und seine Entscheidungen dafür sehr früh eigenständig und mit einer gewissen Verantwortung trifft. Das kann, auch was die Schlafsituation angeht, durchaus etwas gewohnungsbedürftig sein. Allerdings lohnt sich die oftmals anstrengende Übergangsphase, in der ein Kind den Schlaf vielleicht aufschiebt, bis es damit an deine und seine eigene Belastungsgrenze kommt. Denn wenn das Kind seinen Körper und seine Bedürfnisse gut genug kennt, kann es für sich selbst Verantwortung übernehmen, und das schon viel jünger, als oft angenommen wird.
Einfaches Hinausklettern
Dadurch, dass das Kind alleine aus seinem Bett hinausklettern kann – durchaus auch, wenn die Eltern noch schlafen – muss seine unmittelbare Umgebung, also in jedem Fall sein Zimmer, möglichst aber die ganze Wohnung, relativ kindersicher gestaltet sein.
Tipps zur kindgerechten Gestaltung des Kinderzimmers findest du in den meisten Montessori-Ratgebern wie auch im Netz.
Im Kinderzimmer selbst sowie auf dem Weg ins Bad und ins Elternschlafzimmer sollten jedenfalls mehrere Nachtlichter installiert sein, damit sich das Kind nachts nicht wehtun kann, wenn es aus dem Bett steigt.
Welche Größe?
Viele Boden- oder Hausbetten werden in verschiedenen Größen angeboten. Häufig gibt es eine Variante in klassischer Einzelbettgröße (90 x 200 cm) oder mit 140 x 200 cm sogar in Richtung Doppelbett gehend.
Diese Abmessungen haben einige Vorteile: Das Kind kann sich im Schlaf relativ viel bewegen und herumwälzen, ohne dass es aus dem Bett fällt. Außerdem findest du als Mama oder Papa bequem neben deinem/r Kleinen Platz, wenn er oder sie beim Einschlafen gerne deine Nähe möchte.
Das Miniaturbett und seine Vorteile
Andererseits ist es in der Montessori-Praxis üblich, dass die meisten Möbelstücke nach Montessori der Körpergröße der NutzerInnen angepasst wird, sogar wenn diese erst ein Jahr alt sind.
Dass gilt für Tische und Stühle, für die Höhe von Waschbecken und Toiletten – ja, auch Spiegel und Wandbilder sollen auf Augenhöhe der Kleinen angebracht werden.
Der Sinn dahinter ist neben der Praktikabilität jener, dass schon Kleinkinder sich als Herren und Herrinnen ihrer kleinen Welt erleben können, sprich: als autonom Handelnde, die sich ohne das nötige Mindestmaß an fremder Hilfe gut zurechtfinden und selbst tätig werden können. Das würde also dafür sprechen, auch das Bodenbett für ein Kleinkind zunächst an seine Größe anzupassen.
Letztlich geht es hier aber schlicht um die Frage, in welchem Bett sich das Kleine wohler fühlt. Je nach Alter kann es vielleicht sogar einmal probeliegen oder anderweitig in den Bettkauf involviert werden und selbst aussuchen.
Do it yourself – Ein Montessori Bett selber bauen
Das Montessori-Bett ist zuallererst ein schlichtes Möbelstück mit überwiegend praktischem Nutzen. Deshalb ist es ohne weiteres möglich, auf den Kauf eines Bettes zu verzichten und das gute Stück selber zu bauen.
In seiner einfachsten Variante ist das Montessori-Bett ein Lattenrost, der direkt auf dem Boden liegt. Schöner und auch etwas stabiler ist ein Lattenrost mit einem sehr niedrigen Bettrahmen – er sollte möglichst nicht höher als 20 cm sein. Der Lattenrost kann selbst gebaut werden, oder es kann ein bestehender Lattenrost einfach mit einem passenden Rahmen versehen werden.
Hier ein schönes Video, um ein Montessori Bodenbett selber zu bauen:
Als Montessori Betten gelten allgemein alle Betten, welche es dem Kind ermöglichen sich selbstständig in das Bett zu legen und auch eigenständig wieder aufzustehen.
Deshalb können generell alle ebenerdigen Schlafplätze (also das Bodenbett) als Montessori Bett gesehen werden.
Bei Kindern gibt es verschiedene Temperamente und natürlich auch verschiedene Einschlaftypen. Das Bodenbett sorgt für eine recht große Flexibilität bei der Gestaltung der Schlafsituation. Das Bett kann im eigenen Kinderzimmer oder im Elternzimmer stehen.
Das Kind kann zum Einschlafen hingelegt werden, ohne dass es – wie im Gitterbett – das Gefühl hat, eingesperrt zu sein. Es kann aber genauso gut liebevoll in den Schlaf begleitet werden. Mama oder Papa können neben dem Bett am Boden sitzen und das Kind halten, streicheln und ihm vorsingen. Je nach Größe des Bettes können sie sogar mit ihrem/r Kleinen kuscheln bis er oder sie fest eingeschlafen ist.
Es liegt in der Natur des Montessori-Bettes, dass das Kind nicht gegen seinen Willen dort festgehalten werden kann. Wenn es nicht müde ist oder nicht (mehr) schlafen kann, darf es aufstehen. Das heißt aber keinesfalls, dass das Zubettgehen dem Zufall oder den Impulsen des Kindes überlassen wird. Ganz im Gegenteil: auch der Schlaf muss angeleitet und begleitet werden.
Das sollte im Sinne von Montessoris „vorbereiteter Umgebung“ passieren. So wie ein Kind nicht ohne Anregung und die richtigen Rahmenbedingungen lesen und schreiben lernen kann, so muss auch für guten Schlaf die Umgebung und die Begleitung stimmen. Du als Mama oder Papa kannst dafür sorgen, dass etwa eine Stunde vor der beabsichtigten Schlafenszeit langsam Ruhe einkehrt. Dazu gehört auch, dass sich das Kind in seinem eigenen Tempo und mit der nötigen Unterstützung bettfertig macht.
Im Kinderzimmer ist das Licht am besten gedämpft, es kann noch ein wenig ruhige Musik laufen. Insgesamt sollte es im Schlafbereich wenig Ablenkung geben, er sollte optisch schlicht und in eher gedämpften Farben gehalten sein. Auch Stofftiere sind im Bett nur dann sinnvoll, wenn dein Kind ein Übergangsobjekt braucht, also einen Ersatz für Mama und Papa, der ihm des nachts Trost spendet. Bei einer so ruhigen und schlaffördernden Umgebung kuscheln sich die meisten Kinder gern in die Federn.
Das Bodenbett ermöglicht es dem Kind natürlich nicht nur, dem eigenen Biorhythmus gemäß einzuschlafen und aufzustehen. Es kann auch zur Folge haben, dass die Eltern häufig nächtlichen Besuch haben, weil das Kind nicht mehr alleine schlafen möchte und kurzerhand übersiedelt. Dieses Verhalten ist grundsätzlich normal und gesund, weil es dem Kind sehr viel Sicherheit schenkt und die Bindung an die Eltern festigt.
Wenn Mutter oder Vater dann aber im eigenen Bett nicht mehr gut schlafen können, muss nach Alternativen gesucht werden. Vielleicht kann das Bodenbett ja noch eine Weile im Elternschlafzimmer stehen. Eine andere Möglichkeit wäre, dass das Kind nach Mama oder Papa rufen kann, wenn es sich nachts alleine fühlt.
Wenn wir Maria Montessoris Auffassung vom Neugeborenen teilen, dann ist ein Gitterbett ab dem ersten Lebenstag sowohl überflüssig als auch hinderlich. Die Gitterstäbe schränken nämlich die freie Sicht ein und das Baby ist damit schon „eingesperrt“ bevor es überhaupt mobil wird. Wenn das Kleine bei dir im Elternbett schlafen soll, bietet sich ebenfalls ein Bodenbett oder einfach ein Lattenrost an, sodass auch hier möglichst wenig Unfälle passieren können. Sobald das Baby mit vier bis fünf Monaten lernt, sich vom Rücken auf den Bauch und wieder zurück zu drehen, können Decken oder Kissen rund um das Elternbett herum platziert werden, die einen möglichen Sturz abdämpfen.
Wann immer das Baby dann lernen soll, in seinem eigenen Bett zu schlafen, kann es sich dabei um ein Bodenbett handeln – zunächst im Schlafzimmer der Eltern und dann im eigenen Zimmer. Schon ein Kind, das Krabbeln gelernt hat, kann so mit etwas Unterstützung ins eigene Bett gelangen.
Damit gibt es im Grunde keine Notwendigkeit für ein Gitterbett, denn sogar ein Neugeborenes kann auf einer Matratze neben dem Elternbett schlafen gelegt werden. Das Schlafen im eigenen Zimmer wird für Säuglinge ohnedies nicht empfohlen.
Ganz puristische Montessori-Betten verfügen zwar über einen niedrigen Bettrahmen, aber über keine zusätzliche Umrandung, die ja wieder ein wenig an das Gitterbett gemahnt, gegen das man sich entschieden hat. Wenn wir unseren Kindern so viel Autonomie zugestehen, dass sie sich selbst zu Bett bringen dürfen, dann können wir uns auch auf ihren Selbsterhaltungstrieb verlassen und darauf vertrauen, dass sie nicht ständig aus dem Bett fallen. Nötig ist der Rausfallschutz also nicht.
Allerdings spricht aus pädagogischer Sicht auch nichts Gravierendes gegen eine Umrahmung. Solange es einen Einstieg gibt, über den das Kind selbst in Bett gelangen kann, wird sein Zweck erfüllt und tatsächlich gibt es ja auch Kinder, denen ein gewisser Rahmen – im räumlichen wie im übertragenen Sinn – eine wohltuende Sicherheit bietet.
Das Hausbett ist eine nette Variation eines Bodenbetts, welches es dem Kind ermöglicht sich mit Hilfe von z.B. Vorhängen, Lichtern und Tüchern einen gemütlichen Rückzugsort zu schaffen. Ein Bodenbett ist manchen einfach zu „nackt“. Ein Hausbett ist eine tolle Alternative dazu und bietet etwas mehr Möglichkeiten.
Weiterführende Quellen & Infos
- [1]: Detaillierte Informationen zur Wichtigkeit des Bodenbettes aus einem englischsprachigen Montessori-Blog (https://healthybeginningsmontessori.wordpress.com/2014/08/08/whats-up-with-the-floor-bed/)
- [2]: Ideen für das Montessori-Kinderzimmer zu Hause aus dem Blog der Entwicklungspsychologin Kaitlin Klimmer
(https://kaitlinklimmer.com/blog/montessori-nursery)