Montessori Möbel
Möbel entscheiden darüber, was ein Kind allein tun kann. Hier findest Du alles zur Einrichtung: Bodenbetten, offene Regale, Kleiderschränke, Sitzecken und Lerntürme.
Warum die Höhe über alles entscheidet
Ein Bett am Boden bedeutet: Ich stehe auf, wann ich wach bin. Ein Regal auf Kniehöhe bedeutet: Ich hole mir, was ich brauche. Ein Stuhl, den ein Kind selbst verrücken kann, bedeutet: Ich setze mich hin, wenn ich arbeiten will.
Deshalb steht bei Montessori nicht die Optik im Vordergrund, sondern die Höhe, das Gewicht und die Erreichbarkeit. Setz Dich einmal auf den Boden Deines Kinderzimmers – was Du von dort aus nicht erreichst, gehört Dir und nicht Deinem Kind.
Das Bodenbett ist der größte Hebel
Keine andere Änderung wirkt so stark und kostet so wenig. Eine Matratze auf dem Boden oder ein niedriges Hausbett gibt dem Kind die Entscheidung über seinen eigenen Schlaf zurück – und ist beim Herausfallen sicherer als jedes Gitterbett.
Der Schritt fällt vielen Eltern schwer, weil er sich nach Kontrollverlust anfühlt. In der Praxis gewöhnen sich die meisten Kinder in wenigen Nächten daran.
Offene Regale statt Spielzeugkiste
In einer Kiste liegt alles übereinander, und was unten liegt, existiert nicht. Ein offenes Regal macht aus Kram wieder Material: Jedes Angebot ist sichtbar, erreichbar und hat einen festen Platz, an den es zurückkommt.
Wichtig ist, es nicht vollzustellen. Acht bis zehn Angebote reichen, der Rest wartet in einer Kiste im Schrank und kommt in Rotation zurück.
Worauf Du beim Kauf achten solltest
Massivholz statt beschichteter Spanplatte, abgerundete Kanten, und leicht genug, dass Dein Kind das Möbel selbst bewegen kann – ein Stuhl, den es nicht verrücken kann, nützt ihm wenig. Bei Regalen und hohen Möbeln gehört eine Wandbefestigung dazu, ohne Ausnahme.
Vieles muss gar nicht gekauft werden. Eine Matratze, ein Hocker aus dem Baumarkt, ein niedriges Bücherbrett – das meiste lässt sich mit dem lösen, was schon da ist.