Montessori Betten – Die schönsten Haus- & Bodenbetten

An keinem Ort verbringt ein Kind so viel Zeit wie im Bett. Deshalb ist es nicht nur wichtig, ein langlebiges Möbel in guter Qualität für den Nachwuchs bereitzustellen, sondern möglichst eines, in dem das Kind auch gerne schläft. Das ist nicht nur eine Frage der Gemütlichkeit, sondern auch des Respekts vor dem individuellen Schlafbedürfnis deines Kindes.

Ein Name ist seit Jahrzehnten mit dem respektvollen Umgang mit Kindern verknüpft – Maria Montessori – und ein Bettdesign steht unweigerlich für gute Montessori-Pädagogik: das Boden- oder Hausbett.

Montessori Betten
Die schönsten Haus- & Bodenbetten

Du findest hier eine Auswahl der qualitativ hochwertigsten Montessori Betten (Boden- und Hausbetten), die derzeit am Markt zu erhältlich sind und die darüber hinaus auch am ehesten dem Anspruch von Maria Montessori entsprechen. 

Anschließend folgen wichtige Informationen zur Bedeutung der Schlafsituation in der Montessori-Pädagogik sowie viele praktische Tipps zur Auswahl und Gestaltung des Betten.

Hausbett von MIAandLOUShop

Dieses Bett entspricht in seinem Design genau der schlichten Hausform, die heute so gerne mit Montessori assoziiert wird – ein recht niedriger, filigraner Bettkasten, der nach oben hin durch acht schmale Balken zu einem stilisierten Haus wird.

Puristischer als in dieser Variante ist das Montessori-Hausbett nicht zu haben. Aus glattem Kiefernholz gefertigt, ist es aber vielfach personalisierbar: Vom winzigen 60 x 120 cm Bettchen bis zum komfortablen Doppelbett (160 x 200 cm) ist es in vielen verschiedenen Abmessungen erhältlich und wird nach Bedarf lasiert oder farbig lackiert.

Der Shop bietet außerdem ein ganzes Sortiment an Zubehör, von mit buntem Stoff bezogenen Wandpaneelen über Vorhänge bis hin zu hübschen Stoffdächern, die für zusätzliche Atmosphäre sorgen. Nicht umsonst ist das Hausbett die beliebteste Variante des Bodenbettes, passt es doch in fast jedes Kinderzimmer und ist dabei gleichermaßen zurückhaltend wie vielseitig und gleichermaßen zeitlos wie kindgerecht.

Auf einen Blick:

  • Schönes, klares und elegantes Design, das auch ältere Kinder begeistern kann
  • Sehr niedriger Einstieg, deshalb sogar schon für Kinder im Krabbelalter geeignet
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Einfacher Aufbau
  • Bei Bedarf auch mit schützenden Wandpaneelen lieferbar

Schlichtes Bodenbett von AllnaturalwoodCrafts

Dieses fast frugale Bodenbett trifft wohl am ehesten das, was sich Maria Montessori für Kleinkinder vorgestellt hat und stimmt auch mit der Gestaltung der Bettchen in vielen Montessori-Kindergärten überein.

Räume, die konsequent nach Maria Montessoris Vorstellungen gestaltet sind, überraschen oft durch ihre fast meditative Schlichtheit und optische Ruhe. Alltagsgegenstände sind ihren “erwachsenen” Vorbildern nachempfunden und meist in Naturholz oder gedeckten Farben gehalten. Und dieses Konzept geht auf, denn Kinder kommen in solcherart gestalteten Räumen meist schnell zur Ruhe. Entgegen unserer Intuition scheint es also nicht nötig zu sein, dass eine für Kinder gedachte Umgebung kunterbunt und möglichst anregend sein muss.

In ein gemütliches, aber ästhetisch zurückhaltendes Kinderzimmer passt dieses sorgfältig designte und in Slowenien gefertigte Bodenbett. Bis auf die leicht geschwungenen Seitenteile besteht es lediglich aus einem umrahmten Lattenrost. Die abgerundeten Kanten verhindern wirkungsvoll, dass sich das Kind wehtut, auch wenn es ganz alleine im Zimmer ist.

Das Bett wird aus Vollholzbrettern hergestellt und ist dementsprechend etwas teurer (in der “großen” Variante – 90 x 200 cm – kostet ein Bett aus geölter Eiche knapp 450 Euro). Dafür ist es rein optisch auch noch für das Zimmer eines Teenagers geeignet und kann deshalb über eine sehr lange Zeit hinweg genutzt werden.

Auf einen Blick

  • Klares und geschmackvolles Design
  • In sechs verschiedenen Größen, vom Kleinkind- (120 x 60 cm) bis zum Einzelbett (90 x 200 cm) bestellbar
  • Aus geöltem Buchen-, Eichen- oder Fichtenholz handgefertigt
  • Abgerundete Ecken für besonders hohe Kindersicherheit

Tipi von en.casa

en.casa setzt bei Kinderbetten auf solides Kiefernvollholz und schlichtes Design. Das klassische Hausbett hat hier eine abgewandelte Form, es erscheint als Tipi. Manche Kinder sind vom Bodenbett mit Haus ein wenig enttäuscht, weil sie sich etwas Realistischeres vorstellen. Das Tipi-Bett lässt sich aber mit einigen Stoffbahnen ganz einfach so verkleiden, dass es wirklich einem Zelt zu ähneln scheint, wenn man sich hineinlegt. Das spricht einerseits die Lust am Abenteuer an, andererseits verstärkt es den Höhlencharakter des Bettes und macht es so besonders kuschelig.

Das Tipi-Bett gehört zu den am meisten verkauften Bodenbetten und hat dafür erstaunlich gute Bewertungen. Grundsätzlich wird bei industriell hergestellten Montessori-Betten manchmal die Qualität des Lattenrostes bemängelt und das ist auch hier vereinzelt der Fall. Allerdings ist das Bett wohl wirklich am besten für Kleinkinder und jüngere Schulkinder gedacht, wobei durch deren geringes Körpergewicht der Lattenrost nicht so stark belastet wird. en.casa produziert auch Matratzen in der jeweils passenden Größe, die aber separat dazugekauft werden müssen – gerade bei den eher ungewöhnlichen Abmessungen von 70 x 140 cm und 80 ×160 cm empfiehlt sich das definitiv.

Auf einen Blick

  • Originelles Design für alle, denen die Hausform einfach zu langweilig ist
  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Als Standard-Einzelbett, als Midi- oder als Minibett für die Kleinsten erhältlich
  • Ganz naturbelassen in hellem Holz oder in fünf farbigen Lackierungen zu bestellen

HOMEforDREAMS Bodenbett

Die Betten von HOMEforDREAMS entsprechen in ihrer Schlichtheit genau der hochwertigen Ästhetik, die so viele Menschen mit Maria Montessori und den vor ihr entworfenen Materialien verbinden.

Poliertes Erlen- oder Espenholz, das mit ökologischem Schutzwachs lackiert ist, stellt die Grundlage für dieses schlichte Bett dar und wird nach Wunsch mit einem wasserbasierten Lack bemalt. Die Schlafstatt für dein Kind wird jeweils auf Bestellung handgemacht und die vielen positiven Bewertungen zeugen von der guten handwerklichen Qualität. Die Umrandung, die als Rausfallschutz dient, ist durch einen schmalen Einstieg unterbrochen, der es dem Kind erlaubt, einfach ins Bett hinein und wieder hinaus zu gelangen.

Die Betten von HOMEforDREAMS werden in Georgien hergestellt und weltweit versandt. Das Bett muss mit Anleitung von Hand zusammengebaut werden, was aber den durchschnittlichen Eltern von heute nicht besonders schwer fallen sollte, zumal wenn sie etwas IKEA-Erfahrung mitbringen.

Auf einen Blick

  • Individualisierbares Design: 15 verschiedene Größen und elf verschiedene Farben
  • Mit Bettumrandung, die zugleich als Rausfallschutz dient, und praktischer Öffnung zum Hineinklettern
  • Aus hochwertigen Naturmaterialien

Hausbett von SweetHOMEfromWood

Dieses in Riga gefertigte Hausbett sieht auch mit wenig Fantasie nach einer richtigen kleinen Hütte zum Kuscheln aus. Dafür sorgt der niedrige “Zaun”, der flexibel auf einer, zwei, drei oder allen vier Seiten angebracht werden können – eine Lücke zum Hineinklettern bleibt aber in jedem Fall frei. Außerdem ragt am Dachgiebel ein kleiner Schornstein empor. Diese charmanten Details laden dazu ein, das Bett nach Lust und Laune weiter zu dekorieren.

Auch davon abgesehen muss man das Hausbett wirklich als “luxuriös” zu bezeichnen: Erhältlich ist es in Kiefern- oder Birkenholz und wird dann nach Bedarf noch in weiß, schwarz, grau oder rosa lackiert. Die Balken sind sorgfältig miteinander verschraubt, wodurch das Bett auch zu den besonders stabilen Exemplaren gehört. 

Dadurch ist es freilich etwas teurer als das durchschnittliche Montessori-Bett: preislich rangiert es zwischen etwa 250 und 615 Euro. 

Auf einen Blick

  • Aufwendiges Design mit stilisiertem Schornstein
  • Rausfallschutz an allen vier Seiten, der flexibel abmontiert werden kann
  • Vier verschiedene Lackierungen auf Birken- oder Kiefernvollholz
  • Einfacher Aufbau

Hausbett ist nicht gleich
Montessori Bett

Besonders, wer im Internet unter den Schlagwörtern “Montessori Bett” sucht, findet hauptsächlich Hausbetten in ganz verschiedenen Ausführungen. Ein Bett, das nicht einfach vom Boden aus erreichbar ist, sondern erhöht oder umrandet ist, darf aber eigentlich nicht als “Montessori-Bett” bezeichnet werden, auch wenn es ansonsten dem klassischen Haus-Design entspricht.

Hier gilt es also, gut darauf acht zu geben, ob das Attribut “Montessori” vielleicht nur zu Marketing-Zwecken benutzt wird und das Bett eigentlich höherstehend ist und damit gegen die Grundidee verstößt.

Wieso ist das Bodenbett bei Montessori so wichtig?

Maria Montessori hatte ein grundsätzliches Ziel: die Eigenständigkeit des Kindes zu fördern, indem seine Bedürfnisse respektiert und die Entfaltung seiner Fähigkeiten unterstützt wird.

Anders als viele Lernmaterialien hat sie die Möbelstücke, die sie für Kinder empfiehlt, nicht selbst entworfen. Das “Hausbett”, das viele Eltern so eindeutig mit ihrem Namen verbinden, ist also streng genommen kein Element des Montessori-Kinderzimmers. Nichtsdestoweniger erfüllt dieser Design-Klassiker alle Kriterien für ein Bett, wie es ein Kind nach Montessori braucht. 

Seine klare und schlichte Gestaltung passt außerdem hervorragend zu dem, was wir “vorbereitete Umgebung” nennen.

Die kompromisslose Grundidee

Entscheidend ist aber allein ein Merkmal: der Lattenrost des Bettes liegt mehr oder weniger direkt am Boden auf und das Bett ist damit sogar für Kinder im Krabbelalter, die noch nicht frei stehen, geschweige denn klettern können, frei zugänglich. 

Denn allein dieser Umstand ermöglicht es einem Kind, sein Bett selbstbestimmt und autonom zu erreichen, wann immer es müde ist, sich ausruhen oder einfach ein wenig kuscheln möchte. 

Der Grundgedanke der Montessori-Pädagogik, dass Kinder nämlich am besten lernen, wo sie selbst tätig sein können und wo ihnen etwas zugetraut wird, lässt sich also ganz einfach auf das Schlafen übertragen.

Schlafen lernen in Freiheit

Dass auch Schlafen ein Lernprozess ist, können wohl viele Eltern bestätigen. PädagogInnen, PsychologInnen und Ärztinnen empfehlen ganz unterschiedliche Methoden, um einem Kind das In-den-Schlaf-Finden zu erleichtern – vom begleiteten Einschlafritual über das Schlafen im Familienbett bis hin zum klassischen Schlaftraining. 

Die Montessori-Pädagogik setzt eher bei der Förderung des natürlichen Schlafbedürfnisses eines Kindes an: wo es sich “selbst zu Bett bringen kann” (selbstverständlich immer begleitet), entfallen häufig die Machtkämpfe und das chronische Unglücklichsein des Kindes beim Einschlafen. 

Womöglich muss dann die Art des Zubettbringens an das neue Bett angepasst werden – denn ein Schlaftraining funktioniert mit dem Bodenbett natürlich nicht mehr.

Vorteile des Montessori-Bettes

Freiheit

Viele Kinder empfinden die relative Autonomie, die ihnen das Bodenbett ermöglicht, als sehr angenehm und wehren sich deshalb auch viel weniger, wenn sie einschlafen. 

Sie fühlen sich in ihren Bedürfnissen ernst genommen und respektiert und wissen, dass sie das Bett immer verlassen können, wenn ihnen danach ist.

Sicherheit

Eigentlich gilt der Sicherheitsaspekt neben der Kontrolle als der größte Vorteil des Gitterbetts. Beim Montessori-Bett gibt es aber praktisch gar keine Unfälle, während diese beim Gitterbett zwar selten vorkommen, dafür aber oft sehr schwer ausfallen. 

Sollte ein Kind doch im Schlaf einmal aus dem Bodenbett rollen, wird der Schrecken zwar groß sein, aber es kann sich dabei kaum wehtun. Wenn du dir trotzdem ein wenig unsicher bist, kaufe ein Bodenbett mit Rausfallschutz, platziere das Bett auf einem weichen Teppich oder lege den Boden rund herum mit weichen Kissen aus.

Ruhe

Letztlich bedeutet ein Montessori-Bett auch für Eltern ruhigere Nächte. Zumindest werden sie nicht mehr von einem Kind geweckt, das weinend an den Gitterstäben seines Bettes rüttelt. Wenn das Kind nachts Mama oder Papa braucht, wird es schnell lernen, einfach ins Elternbett zu kommen und sich die Nähe zu holen, die es braucht.

Nachhaltigkeit

Das Montessori-Bett ist besonders nachhaltig – erstens, weil es relativ ressourcenschonend ist und eine ganze Reihe von Betten aus zertifiziertem Holz auf dem Markt sind. Und zweitens ist es viel länger verwendbar als ein Gitterbett. Wenn du es von Anfang an größer kaufst, kann es mit ein wenig Styling als Jugendbett bis ins Teenageralter verwendet werden, zumindestens aber bis dein Kind acht bis zehn Jahre alt ist. Das macht es auf lange Sicht natürlich auch sehr viel preiswerter als ein Gitterbett.

Komfort

Du kannst dein Kind bequem in den Schlaf begleiten, denn du musst nicht unbequem vor dem Gitterbett kauern und dich verbiegen, um deinem/r Kleinen die Hand zu halten. Stattdessen kannst du gemütlich neben dem Bett am Boden sitzen oder dich am allerbesten einfach direkt dazukuscheln.

Flexibilität

Ein Bodenbett kann umfunktioniert werden, wenn das Kind sich einmal ein höherstehendes Bett wünscht. Je nach Gestaltung kann es als Kuschelplatz oder als Schlafgelegenheit für Übernachtungsgäste behalten werden. Ein simpler Lattenrost mit Rahmen findet sogar unter einem Hochbett noch Platz. Das Hausbett dagegen kann vielleicht in den Spielbereich des Kinderzimmers gerückt werden und als Spielhaus vielfältige Verwendung finden.

Nachteile des Montessori-Bettes

Weniger Kontrolle

Wer sein Kind nach den Grundsätzen der Montessori-Pädagogik erziehen möchte, wird häufig damit konfrontiert werden, dass sich das Kind schwerer kontrollieren lässt und seine Entscheidungen dafür sehr früh eigenständig und mit einer gewissen Verantwortung trifft. Das kann, auch was die Schlafsituation angeht, durchaus etwas gewohnungsbedürftig sein. Allerdings lohnt sich die oftmals anstrengende Übergangsphase, in der ein Kind den Schlaf vielleicht aufschiebt, bis es damit an deine und seine eigene Belastungsgrenze kommt. Denn wenn das Kind seinen Körper und seine Bedürfnisse gut genug kennt, kann es für sich selbst Verantwortung übernehmen, und das schon viel jünger, als oft angenommen wird.

Einfaches Hinausklettern

Dadurch, dass das Kind alleine aus seinem Bett hinausklettern kann – durchaus auch, wenn die Eltern noch schlafen – muss seine unmittelbare Umgebung, also in jedem Fall sein Zimmer, möglichst aber die ganze Wohnung, relativ kindersicher gestaltet sein. 

Tipps zur kindgerechten Gestaltung des Kinderzimmers findest du in den meisten Montessori-Ratgebern wie auch im Netz. 

Im Kinderzimmer selbst sowie auf dem Weg ins Bad und ins Elternschlafzimmer sollten jedenfalls mehrere Nachtlichter installiert sein, damit sich das Kind nachts nicht wehtun kann, wenn es aus dem Bett steigt.

Welche Größe?

Viele Boden- oder Hausbetten werden in verschiedenen Größen angeboten. Häufig gibt es eine Variante in klassischer Einzelbettgröße (90 x 200 cm) oder mit 140 x 200 cm sogar in Richtung Doppelbett gehend. 

Diese Abmessungen haben einige Vorteile: Das Kind kann sich im Schlaf relativ viel bewegen und herumwälzen, ohne dass es aus dem Bett fällt. Außerdem findest du als Mama oder Papa bequem neben deinem/r Kleinen Platz, wenn er oder sie beim Einschlafen gerne deine Nähe möchte.

Das Miniaturbett und seine Vorteile

Andererseits ist es in der Montessori-Praxis üblich, dass die meisten Möbelstücke nach Montessori der Körpergröße der NutzerInnen angepasst wird, sogar wenn diese erst ein Jahr alt sind. 

Dass gilt für Tische und Stühle, für die Höhe von Waschbecken und Toiletten – ja, auch Spiegel und Wandbilder sollen auf Augenhöhe der Kleinen angebracht werden. 

Der Sinn dahinter ist neben der Praktikabilität jener, dass schon Kleinkinder sich als Herren und Herrinnen ihrer kleinen Welt erleben können, sprich: als autonom Handelnde, die sich ohne das nötige Mindestmaß an fremder Hilfe gut zurechtfinden und selbst tätig werden können. Das würde also dafür sprechen, auch das Bodenbett für ein Kleinkind zunächst an seine Größe anzupassen.

Letztlich geht es hier aber schlicht um die Frage, in welchem Bett sich das Kleine wohler fühlt. Je nach Alter kann es vielleicht sogar einmal probeliegen oder anderweitig in den Bettkauf involviert werden und selbst aussuchen.

Do it yourself – Ein Montessori Bett selber bauen

Das Montessori-Bett ist zuallererst ein schlichtes Möbelstück mit überwiegend praktischem Nutzen. Deshalb ist es ohne weiteres möglich, auf den Kauf eines Bettes zu verzichten und das gute Stück selber zu bauen.

In seiner einfachsten Variante ist das Montessori-Bett ein Lattenrost, der direkt auf dem Boden liegt. Schöner und auch etwas stabiler ist ein Lattenrost mit einem sehr niedrigen Bettrahmen – er sollte möglichst nicht höher als 20 cm sein. Der Lattenrost kann selbst gebaut werden, oder es kann ein bestehender Lattenrost einfach mit einem passenden Rahmen versehen werden.

Von dieser Variante ausgehend ist auch das Hausbett kein große Kunst mehr: Aus sieben oder acht eher zierlichen Balken (10 x 10 cm sind dabei völlig ausreichend) wird vom Bettrahmen aus ein „Haus“ über das Bett gebaut, so wie es Heimwerkerin und Mama Alena in diesem DIY-Video zeigt:

Als Montessori Betten gelten allgemein alle Betten, welche es dem Kind ermöglichen sich selbstständig in das Bett zu legen und auch eigenständig wieder aufzustehen. 

Deshalb können generell alle ebenerdigen Schlafplätze (also das Bodenbett) als Montessori Bett gesehen werden.

Bei Kindern gibt es verschiedene Temperamente und natürlich auch verschiedene Einschlaftypen. Das Bodenbett sorgt für eine recht große Flexibilität bei der Gestaltung der Schlafsituation. Das Bett kann im eigenen Kinderzimmer oder im Elternzimmer stehen.

Das Kind kann zum Einschlafen hingelegt werden, ohne dass es – wie im Gitterbett – das Gefühl hat, eingesperrt zu sein. Es kann aber genauso gut liebevoll in den Schlaf begleitet werden. Mama oder Papa können neben dem Bett am Boden sitzen und das Kind halten, streicheln und ihm vorsingen. Je nach Größe des Bettes können sie sogar mit ihrem/r Kleinen kuscheln bis er oder sie fest eingeschlafen ist.

Es liegt in der Natur des Montessori-Bettes, dass das Kind nicht gegen seinen Willen dort festgehalten werden kann. Wenn es nicht müde ist oder nicht (mehr) schlafen kann, darf es aufstehen. Das heißt aber keinesfalls, dass das Zubettgehen dem Zufall oder den Impulsen des Kindes überlassen wird. Ganz im Gegenteil: auch der Schlaf muss angeleitet und begleitet werden.

Das sollte im Sinne von Montessoris “vorbereiteter Umgebung” passieren. So wie ein Kind nicht ohne Anregung und die richtigen Rahmenbedingungen lesen und schreiben lernen kann, so muss auch für guten Schlaf die Umgebung und die Begleitung stimmen. Du als Mama oder Papa kannst dafür sorgen, dass etwa eine Stunde vor der beabsichtigten Schlafenszeit langsam Ruhe einkehrt. Dazu gehört auch, dass sich das Kind in seinem eigenen Tempo und mit der nötigen Unterstützung bettfertig macht.

Im Kinderzimmer ist das Licht am besten gedämpft, es kann noch ein wenig ruhige Musik laufen. Insgesamt sollte es im Schlafbereich wenig Ablenkung geben, er sollte optisch schlicht und in eher gedämpften Farben gehalten sein. Auch Stofftiere sind im Bett nur dann sinnvoll, wenn dein Kind ein Übergangsobjekt braucht, also einen Ersatz für Mama und Papa, der ihm des nachts Trost spendet. Bei einer so ruhigen und schlaffördernden Umgebung kuscheln sich die meisten Kinder gern in die Federn.

Das Bodenbett ermöglicht es dem Kind natürlich nicht nur, dem eigenen Biorhythmus gemäß einzuschlafen und aufzustehen. Es kann auch zur Folge haben, dass die Eltern häufig nächtlichen Besuch haben, weil das Kind nicht mehr alleine schlafen möchte und kurzerhand übersiedelt. Dieses Verhalten ist grundsätzlich normal und gesund, weil es dem Kind sehr viel Sicherheit schenkt und die Bindung an die Eltern festigt.

Wenn Mutter oder Vater dann aber im eigenen Bett nicht mehr gut schlafen können, muss nach Alternativen gesucht werden. Vielleicht kann das Bodenbett ja noch eine Weile im Elternschlafzimmer stehen. Eine andere Möglichkeit wäre, dass das Kind nach Mama oder Papa rufen kann, wenn es sich nachts alleine fühlt.

Wenn wir Maria Montessoris Auffassung vom Neugeborenen teilen, dann ist ein Gitterbett ab dem ersten Lebenstag sowohl überflüssig als auch hinderlich. Die Gitterstäbe schränken nämlich die freie Sicht ein und das Baby ist damit schon “eingesperrt” bevor es überhaupt mobil wird. Wenn das Kleine bei dir im Elternbett schlafen soll, bietet sich ebenfalls ein Bodenbett oder einfach ein Lattenrost an, sodass auch hier möglichst wenig Unfälle passieren können. Sobald das Baby mit vier bis fünf Monaten lernt, sich vom Rücken auf den Bauch und wieder zurück zu drehen, können Decken oder Kissen rund um das Elternbett herum platziert werden, die einen möglichen Sturz abdämpfen.

Wann immer das Baby dann lernen soll, in seinem eigenen Bett zu schlafen, kann es sich dabei um ein Bodenbett handeln – zunächst im Schlafzimmer der Eltern und dann im eigenen Zimmer. Schon ein Kind, das Krabbeln gelernt hat, kann so mit etwas Unterstützung ins eigene Bett gelangen.

Damit gibt es im Grunde keine Notwendigkeit für ein Gitterbett, denn sogar ein Neugeborenes kann auf einer Matratze neben dem Elternbett schlafen gelegt werden. Das Schlafen im eigenen Zimmer wird für Säuglinge ohnedies nicht empfohlen.

Ganz puristische Montessori-Betten verfügen zwar über einen niedrigen Bettrahmen, aber über keine zusätzliche Umrandung, die ja wieder ein wenig an das Gitterbett gemahnt, gegen das man sich entschieden hat. Wenn wir unseren Kindern so viel Autonomie zugestehen, dass sie sich selbst zu Bett bringen dürfen, dann können wir uns auch auf ihren Selbsterhaltungstrieb verlassen und darauf vertrauen, dass sie nicht ständig aus dem Bett fallen. Nötig ist der Rausfallschutz also nicht.

Allerdings spricht aus pädagogischer Sicht auch nichts Gravierendes gegen eine Umrahmung. Solange es einen Einstieg gibt, über den das Kind selbst in Bett gelangen kann, wird sein Zweck erfüllt und tatsächlich gibt es ja auch Kinder, denen ein gewisser Rahmen – im räumlichen wie im übertragenen Sinn – eine wohltuende Sicherheit bietet.

Das Hausbett ist eine nette Variation eines Bodenbetts, welches es dem Kind ermöglicht sich mit Hilfe von z.B. Vorhängen, Lichtern und Tüchern einen gemütlichen Rückzugsort zu schaffen. Ein Bodenbett ist manchen einfach zu “nackt”. Ein Hausbett ist eine tolle Alternative dazu und bietet etwas mehr Möglichkeiten.

Weiterführende Quellen & Infos

Montessori für Zuhause
Montessori für Zuhause
Hi, wir sind Nadine & Atti! Wir haben dieses Projekt ins Leben gerufen, um es anderen möglichst einfach zu machen die Konzepte nach Maria Montessori zu Euch nach Hause zu holen. Wir zeigen, welche Montessori inspirierten Spielzeuge es für welches Alter gibt und worauf ihr achten solltet, wenn Ihr Euer Zuhause nach Montessori einrichten möchtet.