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Im Winter wird der Jahreszeitentisch stiller. Draußen ist wenig los, die Farben sind Weiß, Blau und Grau, und genau so darf auch der Tisch aussehen: ein Stück Himmel, etwas Schnee, ein paar Bäume, eine Figur oder zwei. Viele Kinder mögen gerade diese Ruhe, weil sie selbst entscheiden, was in der leeren Landschaft passiert.
Hier findest Du zehn Ideen, mit denen Ihr den Wintertisch gemeinsam baut – vom Untergrund über die Bäume bis zu den Figuren. Alles entsteht aus Filz, Schafwolle, Holz und dem, was Ihr draußen findet. Zu jeder Idee gibt es eine Anleitung mit Maßen, die Angabe, wie lange es dauert, und was Du vorher vorbereitest.
Wie Du einen Jahreszeitentisch grundsätzlich aufbaust, steht in unserem Beitrag mit Ideen für Jahreszeitentische. Hier geht es nur um den Winter – und darum, dass das meiste auf dem Tisch von Deinem Kind selbst gemacht ist.
- Der Winterhimmel aus einem Tuch
- Der zugefrorene See auf der Holzscheibe
- Schneeflocken aus Filz am Zweigbogen
Die Landschaft: Himmel, Schnee und Eis
Bevor die erste Figur einzieht, braucht der Tisch einen Ort, an dem sie stehen kann. Ein Tuch als Himmel, Wolle als Schnee, ein Spiegel als See und ein paar Flocken in der Luft – mehr braucht der Winter erst einmal nicht.
Der Winterhimmel aus einem Tuch

Bevor irgendetwas auf dem Wintertisch steht, braucht er einen Hintergrund. Ein hellblaues oder nachtblaues Tuch, in der Mitte an einem Haken über dem Tisch aufgehängt, fällt zu beiden Seiten wie ein Zeltdach. Davor liegt eine dünne Schicht Schafwolle als Schneedecke. Die leere Landschaft sieht schon nach Winter aus und lässt Platz für alles, was in den nächsten Wochen dazukommt.
Den Haken setzt Du vorher, 60 bis 80 Zentimeter über der Tischmitte – für ein leichtes Tuch reicht ein Klebehaken. Haken kann es beim Stoff: Ein steifes Laken steht ab und wirft harte Falten. Gut fallen Seidentücher, Gardinenreste, Musselin oder dünne Baumwolle. Die Wolle zupft Dein Kind selbst auseinander, und das ist der Teil, bei dem schon Zweijährige erstaunlich lange dabeibleiben.
- Ein dünnes Tuch in Hellblau oder Dunkelblau, etwa 1,5 x 1,5 m
- Ein weißes Tuch oder eine Mullwindel als Unterlage
- Eine Handvoll weiße Schafwolle oder Watte
- Ein Klebehaken oder Nagel
- Ein Haargummi
- Zwei flache Steine
So geht es
- Setz den Haken 60 bis 80 cm über der Mitte des Tisches an die Wand.
- Fass das blaue Tuch genau in seiner Mitte, zieh einen Zipfel von etwa 5 cm hoch und binde ihn mit dem Haargummi ab.
- Häng den Zipfel an den Haken, zieh die beiden seitlichen Ecken schräg nach vorn auf den Tisch und leg auf jede Ecke einen Stein, so dass ein Zeltdach entsteht.
- Breite das weiße Tuch auf der Tischfläche vor dem blauen aus.
- Dein Kind zupft die Wolle zu handgroßen, dünnen Flocken auseinander – so dünn, dass man fast hindurchsehen kann – und legt sie lose auf das weiße Tuch.
- Fertig ist der Winterhimmel, wenn das blaue Tuch ohne Zug von allein hängt und vom weißen Untergrund keine Kante mehr zu sehen ist.
Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder schieben zusammengeknüllte Zeitung oder kleine Kissen unter das weiße Tuch, bevor die Wolle daraufkommt, und bauen so Hügel, Täler und Schneewehen.
Für Jüngere: Mit Zweijährigen lässt Du das Aufhängen weg und legst das blaue Tuch über einen umgedrehten Karton als Hügel – das Wollezupfen bleibt ganz bei Deinem Kind.
Der zugefrorene See auf der Holzscheibe

Eine runde Holzscheibe, darauf ein kleiner Spiegel, rundherum Schafwolle, Steine und ein paar Zweigstücke: Fertig ist ein See, so glatt wie Eis nach einer klaren Frostnacht. Auf dieser kleinen Insel spielt sich dann vieles ab – eine Figur läuft Schlittschuh, ein Tier kommt ans Ufer. Und weil alles auf einer Scheibe liegt, kann Dein Kind die ganze Szene an einen anderen Platz tragen.
Prüf den Spiegel vorher: Die Kanten dürfen nicht scharf sein. Ein Taschenspiegel mit Rahmen oder abgerundetem Rand ist ideal, für kleinere Kinder ein bruchsicherer aus Kunststoff. Als Scheibe taugen ein Frühstücksbrett, eine Baumscheibe oder ein rundes Tablett. Haken kann es nur am Ufer: Liegt die Wolle zu dick, rutscht sie aufs Eis. In der Kita baut jede Kleingruppe einen eigenen See.
- Eine runde Holzscheibe oder ein rundes Holzbrett, 25 bis 30 cm
- Ein runder Taschenspiegel ohne Deckel, 8 bis 10 cm
- Ein walnussgroßes Stück Klebeknete
- Eine Handvoll weiße Schafwolle oder Watte
- Sechs bis acht kleine Steine und einige kurze Zweigstücke
So geht es

- Roll die Klebeknete zu vier erbsengroßen Kugeln und drück sie nah am Rand auf die Rückseite des Spiegels.
- Setz den Spiegel etwas außerhalb der Mitte auf die Holzscheibe und drück ihn an, bis er nicht mehr wackelt.
- Dein Kind zupft die Wolle zu langen, dünnen Streifen und legt sie rund um den Spiegel, so dass sie den Rand etwa 1 cm weit überdeckt.
- Es legt die Steine in kleinen Gruppen ans Ufer und drückt sie leicht in die Wolle, damit sie liegen bleiben.
- Zwischen die Steine steckt es die Zweigstücke, als wären es Büsche oder angeschwemmtes Holz.
- Fertig ist der See, wenn vom Spiegelrand nichts mehr zu sehen ist und das Eis frei und rund in der Wolle liegt.
Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder kleben Steine und Zweige mit Holzleim dauerhaft auf die Scheibe und bauen aus drei Eisstielen einen kleinen Steg, der vom Ufer aufs Eis führt.
Für Jüngere: Statt des Spiegels nimmst Du einen mit Alufolie bezogenen Pappkreis von 10 cm und klebst ihn selbst fest – Dein Kind legt nur Wolle und Steine darum.
Schneeflocken aus Filz am Zweigbogen

Über dem Wintertisch spannt sich ein Bogen aus einem biegsamen Zweig, und daran hängen weiße Schneeflocken aus Filz, jede in einer anderen Höhe. Eine Flocke besteht aus drei Filzstreifen, die in der Mitte übereinander geklebt werden; an den Enden schneidet Dein Kind kleine Kerben hinein. Keine Flocke wird wie die andere – und das stimmt ja auch draußen.
Filz ist für Kinderscheren zäh. Die Streifen schneidest Du deshalb vorher zu, Dein Kind schneidet nur die kurzen Kerben an den Enden, das klappt mit einer guten Kinderschere. Den Zweig holt Ihr frisch: Weide, Hasel oder Birke lassen sich ein paar Tage nach dem Schneiden noch biegen, ein trockener Ast bricht. Wo es hakt: Zu viel Kleber drückt durch den Filz und macht ihn hart und fleckig. Ein erbsengroßer Klecks reicht.
- Weißer Bastelfilz, ein Bogen DIN A4
- Ein frischer, biegsamer Zweig, etwa 80 cm lang
- Lösemittelfreier Bastelkleber
- Weißer Nähfaden, etwa 2 m
- Zwei Schraubgläser, mit Sand oder Erde gefüllt
- Eine Kinderschere mit runder Spitze
So geht es
- Schneide aus dem Filz Streifen von 8 x 1 cm, drei für jede Flocke – für sechs Flocken also 18 Streifen.
- Dein Kind schneidet mit der Kinderschere in beide Enden jedes Streifens eine V-Kerbe von etwa 5 mm Tiefe.
- Es legt einen Streifen hin, setzt einen erbsengroßen Klecks Kleber in die Mitte und legt den zweiten Streifen schräg darüber.
- Bevor der dritte Streifen daraufkommt, legst Du das Ende eines 30 cm langen Fadens auf den Klebepunkt; dann legt Dein Kind den dritten Streifen so darüber, dass sechs gleichmäßige Strahlen entstehen.
- Leg die Flocken flach auf Backpapier, deck sie mit einem zweiten Bogen ab, beschwer sie mit einem Buch und lass sie eine Stunde trocknen.
- Bieg den Zweig zu einem Bogen und steck seine Enden links und rechts tief in die gefüllten Gläser.
- Knote die Fäden in verschiedenen Höhen an den Bogen. Fertig ist er, wenn sich alle Flocken frei drehen, ohne einander oder den Tisch zu berühren.
Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder schneiden zusätzlich kleine Dreiecke in die Seiten der Strahlen oder nähen mit weißem Garn und einer stumpfen Sticknadel ein paar Vorstiche hinein – so wird jede Flocke feiner.
Für Jüngere: Ist das Kerbenschneiden noch zu fummelig, bleiben die Streifen gerade: Dein Kind klebt nur die drei Streifen zum Stern, Fäden und Bogen übernimmst Du.
Bäume und Zweige
Tannen aus Filz, ein kahler Laubbaum und ein Zweig, auf dem Salzkristalle wachsen: Damit wird aus der weißen Fläche ein Wald, und vieles davon hat Dein Kind beim Spaziergang selbst gefunden.
Die Filztannen zum Aufstellen

Kein Wintertisch ohne Tannen. Diese hier entstehen aus einem Filzkreis, der in vier Viertel geteilt wird. Jedes Viertel rollt Dein Kind zu einem schlanken Kegel, klebt die Naht zu und stopft ihn von unten mit Wolle aus, damit er fest steht. Mit zwei Tellergrößen und zwei Grüntönen wird daraus ein kleiner Wald, der von Dezember bis in den Februar bleiben darf.
Die Kreise zeichnest Du mit einem Teller auf und schneidest sie aus, auch das Vierteln übernimmst Du – Filz ist für kleine Hände zu zäh. Hakelig wird es beim Rollen: Die Spitze will wieder aufgehen. Zwei Wäscheklammern halten die Naht, bis der Kleber trocken ist. Mit einer Kita-Gruppe klappt das gut, wenn die Viertel vorbereitet sind und jedes Kind zwei Bäume rollt.
- Grüner Bastelfilz in zwei Tönen, je zwei Bogen DIN A4
- Ein Kuchenteller von etwa 20 cm und eine Untertasse von etwa 14 cm zum Aufzeichnen
- Lösemittelfreier Bastelkleber
- Eine Handvoll Schafwolle, Watte oder Wollreste zum Ausstopfen
- Acht Holzwäscheklammern
So geht es

- Leg den Teller auf einen Filzbogen, fahr mit einem Bleistift rundherum und schneide den Kreis aus; auf dem zweiten Bogen genauso mit der Untertasse.
- Falte jeden Kreis zweimal zur Hälfte und schneide entlang der Falze, so dass je vier Viertel entstehen.
- Dein Kind streicht einen 1 cm breiten Kleberstreifen an eine der geraden Kanten eines Viertels.
- Es rollt das Viertel von der Spitze her zu einem Kegel, so dass die andere gerade Kante den Kleberstreifen überdeckt, und drückt die Naht mit den Fingern entlang fest.
- Steck zwei Wäscheklammern auf die Naht, eine nah an der Spitze und eine unten, und lass den Kegel zwei Stunden trocknen.
- Nimm die Klammern ab; Dein Kind dreht den Baum um und stopft ihn von unten mit Wolle aus, bis er sich fest anfühlt.
- Fertig ist die Tanne, wenn sie gerade auf dem Tisch steht und die Spitze sich beim Antippen nicht mehr eindrückt.
Wenn es zu leicht wird: Ab etwa fünf Jahren nähen Kinder die Naht, statt sie zu kleben – mit grüner Wolle, einer stumpfen Sticknadel und kleinen Stichen über die Kante –, und setzen einen Stern aus gelbem Filz auf die Spitze.
Für Jüngere: Für ungeduldige Kinder rollst Du den Kegel und hältst ihn, Dein Kind drückt die Naht fest und stopft die Wolle hinein – das Ausstopfen ist ohnehin der Lieblingsteil.
Der kahle Winterbaum im Salzteigfuß

Neben die Tannen gehört ein Laubbaum ohne Blätter. Dafür reicht ein gut verzweigter Ast vom Spaziergang. Er steckt in einem flachen Fuß aus Salzteig, und auf die Oberseiten der Äste tupft Dein Kind weiße Farbe – genau dorthin, wo draußen der Schnee liegen bleibt. Beim nächsten Spaziergang schaut Ihr dann ganz anders auf die echten Bäume.
Den Salzteig rührt Ihr gemeinsam an, das geht schnell. Wichtig ist ein breiter Fuß: Für einen 25 cm hohen Zweig sollte er etwa 9 cm messen, sonst kippt der Baum. Haken kann es nach dem Trocknen, denn Salzteig zieht sich etwas zusammen und der Zweig sitzt dann locker. Ein Tropfen Holzleim ins Loch behebt das. Mit einer Gruppe klappt es gut, wenn jedes Kind seinen Zweig selbst gesammelt hat.
- Ein verzweigter, trockener Ast, etwa 25 cm hoch
- 100 g Mehl, 100 g Salz und etwa 60 ml Wasser
- Weiße Wasser-, Plaka- oder Acrylfarbe
- Ein Borstenpinsel
- Holzleim oder lösemittelfreier Bastelkleber
So geht es
- Verknetet Mehl, Salz und Wasser zu einem glatten Teig, der nicht mehr an den Fingern klebt; ist er zu feucht, kommt ein Löffel Mehl dazu.
- Dein Kind rollt den Teig zu einer Kugel und drückt sie auf dem Tisch zu einem Fuß von etwa 9 cm Durchmesser und 3 cm Höhe.
- Steck den Ast mittig 2 cm tief hinein und drück den Teig rundherum mit den Fingern an.
- Lass den Fuß drei Tage an einem warmen Ort trocknen, etwa auf der Fensterbank über der Heizung; sitzt der Ast danach locker, zieh ihn heraus, gib einen Tropfen Holzleim ins Loch und steck ihn wieder hinein.
- Dein Kind tupft mit dem fast trockenen Pinsel weiße Farbe auf die Oberseiten der Äste und malt den Fuß weiß an.
- Fertig ist der Winterbaum, wenn die Farbe trocken ist und der Ast beim Antippen nicht mehr im Fuß wackelt.
Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder kneten aus dem restlichen Salzteig einen kleinen Vogel oder ein Eichhörnchen, das mittrocknet, bemalt wird und unter dem Baum sitzt.
Für Jüngere: Für Dreijährige knetest Du den Teig vor und steckst den Ast ein; Dein Kind drückt den Fuß rund und tupft – mit einem Wattestäbchen statt Pinsel geht es noch leichter.
Raureif aus Salzkristallen am Zweig

Ein kleiner Zweig hängt in einem Glas mit Salzwasser, und im Lauf einer Woche wächst auf ihm eine weiße, glitzernde Kruste aus winzigen Kristallen, die aussieht wie Raureif. Große Einzelkristalle gibt es mit Küchensalz nicht, dafür jeden Tag ein bisschen mehr Funkeln. Auf dem Wintertisch sieht der Zweig nach Frost aus – und Dein Kind hat zugeschaut, wie er entstanden ist.
Das warme Wasser gießt Du ein, Dein Kind löffelt das Salz hinein und rührt. Es muss so viel Salz sein, dass sich am Ende ein Rest am Boden nicht mehr auflöst, nur dann wachsen Kristalle. Haken kann es an der Geduld: In den ersten zwei Tagen passiert wenig. Stell das Glas so, dass Dein Kind jeden Morgen nachsehen kann, ohne es anzustoßen. In der Kita ist das ein schönes gemeinsames Glas auf der Fensterbank.
- Ein Schraubglas mit weiter Öffnung, etwa 500 ml
- Etwa 100 g Speisesalz
- 250 ml warmes Leitungswasser
- Ein kleiner verzweigter Zweig mit rauer Rinde, etwa 10 cm
- Ein Bleistift und ein Stück Faden, etwa 20 cm
- Ein Esslöffel
So geht es

- Gieß 250 ml warmes Wasser in das Glas.
- Dein Kind gibt löffelweise Salz hinein und rührt nach jedem Löffel, bis sich nichts mehr auflöst und ein kleiner Rest am Boden liegen bleibt.
- Knote den Zweig an den Faden und wickle das andere Ende um den Bleistift, so dass der Zweig ganz im Wasser hängt, ohne Boden oder Wand zu berühren.
- Leg den Bleistift quer über die Öffnung und stell das Glas offen an einen warmen Platz, etwa auf die Fensterbank über der Heizung.
- Schaut jeden Tag nach: Nach zwei bis drei Tagen zeigen sich die ersten glitzernden Punkte, nach einer Woche ist der Zweig dicht besetzt.
- Fertig ist der Raureif-Zweig, wenn er nach einem Tag auf Küchenpapier trocken und weiß glitzert – anfassen nur vorsichtig, die Kruste ist zart.
Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder setzen zwei Gläser an, eines am warmen Fenster und eines an einem kühlen Ort, und vergleichen nach einer Woche, wo mehr gewachsen ist.
Für Jüngere: Wem eine Woche zu lang ist, dem gießt Du zusätzlich etwas Salzlösung auf einen dunklen Teller und stellst ihn auf die Heizung: Nach ein, zwei Tagen ist das Wasser weg und ein weißer Kristallrand bleibt.
Figuren für den Wintertisch
Mit den Figuren fängt das Spielen an. Diese vier entstehen aus Filz, Wolle und Holz und sind so stabil, dass Kinderhände sie aus der Landschaft nehmen und wieder hineinstellen dürfen.
König Winter aus Filz und Schafwolle

Auf vielen Jahreszeitentischen steht im Januar eine einzige große Figur: König Winter, mit weißem Bart, langem Gewand und einer Krone wie aus Eis. Unsere Version hat einen Körper aus einem Filzkegel, einen Kopf aus einer Holzkugel und einen Bart aus Schafwolle. Mit etwa 14 cm ist er die größte Figur auf dem Tisch – das passt, denn er bringt den Winter und nimmt ihn wieder mit.
Den Halbkreis für den Körper und die Krone schneidest Du vor. Hakelig ist der Kopf, denn die Holzkugel muss genau auf der Spitze sitzen. Deshalb schneidest Du vor dem Rollen die Spitze des Halbkreises ab: Dann bleibt oben eine kleine Öffnung, in der die Kugel sitzt wie ein Ei im Eierbecher. Der Bart wird schöner, wenn Dein Kind die Wolle nicht schneidet, sondern zupft.
- Hellblauer oder weißer Bastelfilz, ein Bogen DIN A4
- Eine Holzkugel von 3 cm Durchmesser, ersatzweise eine Wattekugel
- Eine kleine Handvoll weiße Schafwolle
- Silberpapier oder Alufolie auf dünnem Karton, etwa 12 x 4 cm
- Lösemittelfreier Bastelkleber und zwei Wäscheklammern
- Ein Teller von etwa 24 cm zum Aufzeichnen
So geht es
- Zeichne mit dem Teller einen Halbkreis auf den Filz, schneide ihn aus und schneide an der Mitte der geraden Kante einen kleinen Halbkreis von 1 cm Radius weg.
- Dein Kind streicht einen 1 cm breiten Kleberstreifen an eine gerade Kante, rollt den Filz zum Kegel und drückt die Naht fest; zwei Wäscheklammern halten sie, bis der Kleber anzieht.
- Es gibt einen Klecks Kleber auf die obere Öffnung, setzt die Holzkugel darauf und hält sie eine Minute fest.
- Aus der Wolle zupft es einen Strang von etwa 8 cm Länge, klebt ihn oben direkt unter dem Kopf an und lässt ihn als Bart über die Brust fallen.
- Über den Hinterkopf legt es eine dünne Schicht Wolle als Haar und klebt sie am Rand fest.
- Dein Kind schneidet mit der Kinderschere an einer Längsseite des Silberstreifens Zacken von 1,5 cm Tiefe; Du legst ihn als Ring um den Kopf und klebst die Enden übereinander.
- Fertig ist König Winter, wenn der Kleber durchsichtig geworden ist und die Krone beim Hochheben fest sitzt.
Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder geben ihm einen Umhang aus einem Rechteck weißem Filz von 12 x 10 cm, an den Schultern festgeklebt, und einen Stab aus einem geraden Zweig mit einem Silberstern an der Spitze.
Für Jüngere: Mit Vierjährigen rollst und klebst Du den Kegel selbst, Dein Kind setzt den Kopf auf und zupft den Bart – die Krone darf auch ein einfacher Ring aus Silberpapier ohne Zacken sein.
Das Winterkind aus Pfeifenputzern und Wolle

Unter dem kalten Himmel braucht es jemanden, der draußen spielt. Das Winterkind hat ein Gerüst aus zwei Pfeifenputzern und einen Kopf aus einer Holzperle, alles andere ist Wolle: Dein Kind wickelt Pullover und Hose in Farben seiner Wahl, obendrauf kommt eine Zipfelmütze aus Filz. Weil das Gerüst biegsam bleibt, kann die Figur sitzen, sich bücken oder einen Arm heben, als würde sie gleich einen Schneeball werfen.
Das Gerüst mit dem Kopf biegst Du vorher – das ist der fummelige Teil, danach kann Dein Kind loslegen. Die Holzperle braucht ein Loch von mindestens 5 mm, sonst passt der doppelt gelegte Pfeifenputzer nicht hindurch. Beim Wickeln hakt es fast immer am Anfang, weil das Fadenende wegrutscht. Ein Tropfen Kleber am Anfang und einer am Ende halten es fest.
- Zwei Pfeifenputzer, je 30 cm
- Eine Holzperle von 2 cm Durchmesser mit großem Loch
- Wollreste in zwei bis drei Farben, je etwa 3 m
- Ein Stück Filz für die Mütze, 6 x 6 cm
- Lösemittelfreier Bastelkleber
- Eine Kinderschere mit runder Spitze
So geht es

- Knick einen Pfeifenputzer in der Mitte, schieb den Knick von unten durch die Perle, bis oben eine kleine Schlaufe heraussteht, und drück die Schlaufe flach auf den Kopf.
- Verdreh die beiden Stränge direkt unter der Perle einmal als Hals; die freien Enden sind die Beine, ihre letzten 1,5 cm biegst Du als Füße nach vorn.
- Kürz den zweiten Pfeifenputzer mit einer alten Schere auf 16 cm, leg ihn quer unter den Hals, wickle ihn einmal um den Körper und bieg die Enden als Arme zur Seite.
- Dein Kind tupft einen Tropfen Kleber auf die Brust, drückt das Fadenende hinein und wickelt die erste Farbe dicht um Oberkörper und Arme, bis kein Draht mehr zu sehen ist; das Ende hält wieder ein Tropfen Kleber.
- Mit der zweiten Farbe wickelt es die Beine, jedes für sich, damit die Figur später sitzen kann.
- Es schneidet aus dem Filz einen Viertelkreis von 6 cm Radius, rollt ihn zur Zipfelmütze, klebt die Naht und setzt die Mütze mit einem Klecks Kleber auf den Kopf.
- Fertig ist das Winterkind, wenn sich Arme und Beine biegen lassen, ohne dass die Wolle aufgeht.
Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder bauen einen Schlitten dazu: zwei Eisstiele als Kufen, drei weitere quer darüber als Sitzfläche, mit Holzleim verklebt – über Nacht trocknen lassen, dann fährt das Winterkind los.
Für Jüngere: Mit jüngeren Kindern wickelt Ihr nur eine Farbe für den ganzen Körper, und statt der Mütze bekommt die Figur einen Wollfaden als Schal, den Dein Kind einmal um den Hals knotet.
Der Hirsch aus Ästen

Ein dickes Aststück wird der Körper, ein dünneres der Kopf, vier Zweige die Beine, ein kurzer der Hals und zwei kleine Gabeln das Geweih. Mehr braucht dieser Hirsch nicht, und gerade weil er so schlicht ist, passt er neben jede Filzfigur. Am schönsten wird er mit Rinde: Birke gibt einen hellen, gefleckten Hirsch, Hasel einen dunklen.
Sammelt die Äste gemeinsam, verarbeitet sie aber erst, wenn sie eine Woche drinnen gelegen haben – frisches Holz reißt beim Trocknen. Bohren und Sägen übernimmst Du. Hakelig sind die Beine: Sind sie nicht gleich lang, wackelt das Tier. Deshalb erst ohne Leim stecken, hinstellen, prüfen und erst dann leimen. Für eine ganze Gruppe ist das zu viel Bohrarbeit, mit zwei, drei Kindern klappt es gut.
- Ein Aststück von etwa 4 cm Durchmesser und 10 cm Länge für den Körper
- Ein Aststück von etwa 2,5 cm Durchmesser und 5 cm Länge für den Kopf
- Fünf gerade Zweige von 1 cm Durchmesser: vier zu 7 cm, einer zu 4 cm
- Zwei kleine gegabelte Zweige, etwa 5 cm lang und 4 mm dick
- Ein Akkubohrer mit 10-mm- und 4-mm-Holzbohrer und eine kleine Säge
- Holzleim und ein Stück Schleifpapier
So geht es
- Spann das Körperstück in eine Schraubzwinge und bohr in die Unterseite vier Löcher von 10 mm, je 2 cm tief und 1,5 cm von den Enden entfernt, dazu eines schräg nach vorn oben für den Hals; in den Kopf bohrst Du unten ein 10-mm-Loch und oben zwei 4-mm-Löcher. Das macht ein Erwachsener.
- Dein Kind schleift die Enden aller Zweige mit dem Schleifpapier, bis keine Fasern mehr abstehen.
- Es steckt die vier Beine ohne Leim in die Löcher und stellt den Hirsch auf den Tisch; wackelt er, kürzt Du das zu lange Bein mit der Säge um ein paar Millimeter.
- Dann zieht es ein Bein nach dem anderen heraus, gibt einen Tropfen Holzleim ins Loch und steckt es wieder hinein.
- Genauso kommen Hals, Kopf und die beiden Geweihgabeln an ihren Platz; ausgetretenen Leim wischt Ihr gleich mit einem feuchten Tuch ab.
- Lass den Hirsch über Nacht stehend trocknen. Fertig ist er, wenn sich beim vorsichtigen Ziehen am Geweih nichts mehr bewegt.
Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder sägen die Aststücke selbst mit einer kleinen Feinsäge ab, während das Holz in der Schraubzwinge steckt und Du daneben sitzt – und bauen nach demselben Prinzip ein Reh ohne Geweih und ein Kitz mit kürzeren Beinen dazu.
Für Jüngere: Ist das Stecken zu fummelig, leimst Du Hals, Kopf und Geweih, und Dein Kind übernimmt Schleifen und Beine – der Moment, in dem das Holz zum ersten Mal steht, gehört ihm.
Der Schneehase aus dem Wollpompon

Ein dicker weißer Pompon, zwei Filzohren, zwei Augen aus dem Locher: Mehr braucht der Schneehase nicht. Unten flach geschnitten, sitzt er sicher in der Schafwolle und verschwindet fast darin, wie ein echter Schneehase, dessen Fell im Winter weiß wird. Der Reiz liegt im Wickeln: Runde um Runde wird das Loch im Pappring kleiner, und Dein Kind sieht genau, wie weit es schon ist.
Die Pappringe schneidest Du vor; auch das Aufschneiden und das feste Abbinden übernimmst Du, dafür braucht es Kraft und eine scharfe Schere. Hakelig wird es, wenn das Loch fast zu ist und das Knäuel nicht mehr hindurchpasst. Teil die Wolle deshalb vorher in armlange Fäden. In einer Gruppe dauert das Wickeln eine Weile – dafür kann jedes Kind seinen Ring beiseitelegen und später weitermachen.
- Weiße Wolle, etwa 20 g
- Dünner Karton, etwa 16 x 8 cm, zum Beispiel von einer Müslipackung
- Ein Glas mit 7 cm und ein Flaschendeckel mit 3 cm Durchmesser zum Aufzeichnen
- Reste von weißem und rosa Filz, je etwa 5 x 5 cm
- Ein Stück schwarzes Tonpapier und ein Locher
- Lösemittelfreier Bastelkleber und eine scharfe Schere für Dich
So geht es

- Zeichne mit dem Glas zwei Kreise auf den Karton, mit dem Deckel in die Mitte jedes Kreises einen kleinen, und schneide die beiden Ringe aus.
- Leg die Ringe aufeinander. Dein Kind führt die Wolle durch das Loch und um den Rand herum, Runde für Runde, bis das Loch in der Mitte zu ist.
- Steck die Schere zwischen die beiden Ringe und schneide die Wolle am Außenrand rundherum auf, während Dein Kind die Mitte festhält.
- Zieh einen 30 cm langen Faden zwischen die Ringe, leg ihn um die Mitte und knote ihn so fest es geht zweimal zu.
- Zieh die Pappringe ab, schüttel den Pompon auf und schneide ihn an einer Seite flach, damit er sitzt.
- Schneide aus weißem Filz zwei tropfenförmige Ohren von 4 x 1,5 cm; Dein Kind klebt eine schmalere Innenseite aus rosa Filz darauf, steckt die Ohren mit einem Klecks Kleber oben in den Pompon und klebt zwei Locherpunkte aus schwarzem Tonpapier als Augen an.
- Fertig ist der Hase, wenn die Ohren aufrecht stehen und er auf seiner flachen Seite sitzt, ohne umzukippen.
Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder wickeln einen zweiten, kleineren Pompon mit Ringen von 4,5 cm als Kopf, binden beide mit den Abbindefäden zusammen und kleben hinten ein Schwänzchen aus einem winzigen Wollbüschel an.
Für Jüngere: Jüngeren Kindern gibst Du statt der Pappringe eine große Gabel: Die Wolle um die Zinken gewickelt, in der Mitte abgebunden und aufgeschnitten, ergibt in wenigen Minuten einen kleinen Pompon – ein Hasenkind.
Vom Advent bis Februar: So verändert sich der Wintertisch
Die Winterlandschaft kann schon Anfang Dezember stehen: Tuch, Wolle, ein paar Tannen. Was zum Advent gehört – Sterne, Kerzen, Engel, eine Krippe –, kommt für ein paar Wochen dazu und geht nach den Feiertagen wieder. Die Landschaft bleibt. So merkt Dein Kind, dass Weihnachten vorbei ist, der Winter aber nicht.
Bau nicht alles auf einmal. Wenn jede Woche nur eine Sache dazukommt – erst der See, dann der kahle Baum, im Januar König Winter –, schaut Dein Kind immer wieder hin und entdeckt das Neue selbst. Was Ihr beim Spaziergang findet, ein Zapfen, ein Stück Rinde, ein Stein mit Flechten, darf jederzeit mit auf den Tisch.
Die Figuren sind zum Anfassen gemacht. Eine einfache Abmachung hilft: Gespielt wird am Tisch, und wer fertig ist, stellt die Figuren zurück in die Landschaft. Geht etwas kaputt, reparierst Du es gemeinsam mit Deinem Kind, statt es heimlich zu ersetzen – auch das gehört dazu.
Einmal in der Woche lohnt ein kurzer Blick: Die Wolle aufschütteln und neu zupfen, Staub vom Spiegel wischen, den Salzzweig weit weg von Wasserdampf und Blumenvasen stellen, sonst löst sich die Kruste. Ein echtes Teelicht gehört nur in ein Glas, wird von Dir angezündet und brennt nie, wenn niemand im Raum ist – Wolle und Filz fangen schnell Feuer.
Ende Februar räumt Ihr den Winter langsam ab. Ein paar Haselzweige mit Kätzchen in einer Vase sind ein guter Übergang, und König Winter darf mit einer kleinen Verabschiedung in die Kiste. Die anderen Figuren warten dort auf den nächsten Dezember.
Häufige Fragen
Wann stelle ich den Wintertisch auf und wann räume ich ihn ab?
Viele Familien beginnen Anfang Dezember mit der Landschaft und ergänzen sie im Advent um weihnachtliche Dinge. Nach den Feiertagen bleibt der reine Wintertisch bis Ende Februar stehen. Einen festen Termin gibt es nicht – richte Dich danach, wie es draußen aussieht.
Wie trenne ich Advent und Winter auf dem Tisch?
Am einfachsten mit einer gemeinsamen Grundlandschaft, auf die im Advent Sterne, Kerzen oder eine Krippe kommen. Nach Weihnachten räumt Ihr nur diese Dinge ab und stellt stattdessen eine Winterfigur wie König Winter auf. So muss nicht alles neu gebaut werden.
Darf mein Kind mit den Figuren auf dem Jahreszeitentisch spielen?
Ja, dafür sind sie da. Alle Figuren hier sind so gebaut, dass sie Kinderhände aushalten. Hilfreich ist nur die Abmachung, dass am Tisch gespielt wird und die Figuren danach zurückkommen.
Was nehme ich als Schnee, wenn ich keine Schafwolle habe?
Watte, ein weißes Filztuch, eine alte Mullwindel oder ein Stück weißer Fleecestoff funktionieren genauso. Watte lässt sich ähnlich zupfen wie Wolle, wirkt aber etwas glatter. Glitzerpulver lässt Du besser weg, es verteilt sich in der ganzen Wohnung.
Wie bewahre ich die Filz- und Wollfiguren bis zum nächsten Winter auf?
Trocken, sauber und gut verschlossen, etwa in einer Blechdose oder einer Kiste mit Deckel. Schafwolle und Wollfilz mögen Motten, ein Säckchen Lavendel oder ein Stück Zedernholz dazwischen hilft. Den Salzzweig wickelst Du einzeln in Seidenpapier, er zieht sonst Feuchtigkeit.