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Morgens um halb acht liegt die Jacke im Flur auf dem Boden, und Dein Kind steht daneben und wartet. Oft nicht, weil es nicht will, sondern weil der Haken auf 1,60 Meter hängt. Eine Garderobe auf Kinderhöhe ändert das schneller, als man denkt: Was ein Kind erreicht, räumt es auch selbst weg – nicht immer, aber immer öfter.
Maria Montessori nannte das die vorbereitete Umgebung: einen Raum so einrichten, dass ein Kind darin ohne Hilfe zurechtkommt. Für die Garderobe heißt das ein paar Haken in Schulterhöhe, ein Platz zum Sitzen, ein fester Ort für die Schuhe und vielleicht ein Spiegel. Mehr braucht es nicht, und fast alle Garderoben, die auf Pinterest gemerkt werden, bestehen im Kern aus genau diesen Teilen.
Die zehn Ideen hier baust Du zusammen mit Deinem Kind. Bohren und Sägen übernimmst Du, Schleifen, Leimen, Ölen und Malen macht Dein Kind – und genau das sorgt dafür, dass es die Haken später auch benutzt. Was man selbst glatt geschliffen hat, gehört einem.
- Die Hakenleiste mit runden Holzzapfen
- Die Ast-Garderobe aus dem Wald
- Die Steckwand, an der Dein Kind die Haken selbst setzt
- Die Klammerleiste für Handschuhe und Mützen
Zum Aufhängen
Der Haken ist das Herz jeder Garderobe. Hängt er so tief, dass Dein Kind ohne Strecken drankommt, und hat er einen runden Kopf, an dem sich niemand stößt, ist die halbe Arbeit getan. Vier Varianten, vom glatten Brett bis zum Ast aus dem Wald.
Die Hakenleiste mit runden Holzzapfen

Eine glatte Leiste, fünf kurze Rundhölzer, die schräg aus dem Holz ragen: Mehr braucht die klassische Montessori-Garderobe nicht. Die runden Zapfen haben einen Vorteil gegenüber gekauften Metallhaken – sie haben keine Spitze, an der sich ein Kind im Vorbeilaufen den Kopf anschlägt. Und weil sie leicht nach oben zeigen, bleibt die Jacke hängen, auch wenn die Schlaufe nur halb drüber ist.
Du sägst die Zapfen ab und bohrst die Löcher, Dein Kind schleift und leimt. Knifflig ist allein das Bohren: Mit einem 20-mm-Forstnerbohrer und einem schräg zugesägten Holzklotz als Anschlag werden die Löcher gleichmäßig, freihändig gerät jedes ein bisschen anders. In der Kita rechnest Du eine Leiste für fünf Kinder; das Einleimen der Zapfen schafft eine Kleingruppe von drei, vier Kindern gut gemeinsam.
- 1 Holzleiste aus Kiefer, 80 x 9 x 1,8 cm
- 1 Rundstab aus Buche, 20 mm Durchmesser, 40 cm lang
- 2 Bogen Schleifpapier, Körnung 120
- 1 Flasche Holzleim, wasserbasiert
- 3 Schrauben 5 x 60 mm mit passenden Dübeln
- 1 Lappen und 2 EL Holzöl
So geht es
- Säge den Rundstab in fünf Stücke von je 7 cm und markiere auf der Leiste die Lochmitten: die erste 8 cm vom linken Rand, dann alle 16 cm, alle auf halber Höhe der Leiste.
- Bohre die fünf Löcher mit dem 20-mm-Forstnerbohrer 12 mm tief, den Bohrer etwa 15 Grad nach oben geneigt. Das übernimmst Du allein, Dein Kind schaut mit etwas Abstand zu.
- Dein Kind schleift die Kanten der Leiste und die Enden der Zapfen rund, bis sich nichts mehr rau anfühlt, wenn es mit der flachen Hand darüberstreicht.
- Gib einen Tropfen Holzleim in jedes Loch; Dein Kind steckt die Zapfen hinein und dreht sie einmal, damit sich der Leim verteilt. Was herausquillt, wischt es gleich mit einem feuchten Tuch weg.
- Ist der Leim über Nacht getrocknet, reibt Dein Kind die Leiste mit dem Lappen und dem Holzöl ein.
- Halte die Leiste so an die Wand, dass die Zapfen etwa auf Schulterhöhe Deines Kindes sitzen, bei Zwei- bis Dreijährigen meist 75 bis 90 cm über dem Boden, bohre drei Löcher, setze die Dübel und schraube sie fest.
- Fertig ist die Hakenleiste, wenn Du kräftig an jedem Zapfen ziehst und nichts wackelt.
Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder zeichnen die Lochmitten mit Zollstock und Bleistift selbst an und rechnen dabei die Abstände aus. Wer mag, malt jedem Zapfen eine eigene Farbe auf die Stirnseite.
Für Jüngere: Für Zweijährige leimst Du die Zapfen selbst ein. Dein Kind schleift und ölt – das ist ohnehin der Teil, den die Kleinen am liebsten machen.
Die Ast-Garderobe aus dem Wald

Diese Garderobe fängt beim Spaziergang an: Ihr sucht gemeinsam einen Ast, etwa so dick wie ein Kinderarm, mit zwei, drei kurzen Seitentrieben, die schräg nach oben gewachsen sind. Die werden später die Haken. Kinder erzählen oft noch Monate danach, an welchem Weg sie ihn gefunden haben.
Nimm einen Ast, der schon trocken am Boden liegt und beim Klopfen hell klingt; morsches Holz bricht unter einer nassen Winterjacke. Du kürzt die Seitentriebe und bohrst die Löcher für die Schrauben vor. Der heikle Punkt: Ein runder Ast liegt nur an zwei Stellen an der Wand an und dreht sich beim Festschrauben weg. Sägst Du hinten an den beiden Schraubstellen eine kleine flache Fläche an, liegt er ruhig.
- 1 trockener Ast, 4 bis 6 cm dick und 60 bis 80 cm lang, mit 2 bis 4 Seitentrieben
- 1 Drahtbürste oder alte Handbürste
- 2 Bogen Schleifpapier, Körnung 80 und 120
- 2 Schrauben 5 x 80 mm mit passenden Dübeln
- 1 Lappen und 2 EL Leinöl
So geht es

- Säge den Ast auf die Länge, die an Deine Wand passt, und kürze die Seitentriebe auf etwa 6 cm.
- Dein Kind bürstet Erde, Moos und lose Rinde ab, am besten draußen oder über einer ausgebreiteten Zeitung.
- Mit dem groben Schleifpapier schleift es die Schnittstellen der Seitentriebe rund, danach mit dem feinen, bis an keiner Stelle mehr eine Kante zu spüren ist.
- Säge hinten, je 10 cm von den Enden entfernt, eine flache Stelle von etwa 4 cm Länge an und bohre dort quer durch den Ast ein Loch für die Schraube.
- Dein Kind reibt den Ast mit Leinöl ein, besonders die hellen Schnittstellen. Den Lappen breitest Du danach draußen flach zum Trocknen aus – zusammengeknüllte Leinöllappen können sich von selbst entzünden.
- Schraube den Ast am nächsten Tag so an die Wand, dass die Seitentriebe auf Schulterhöhe Deines Kindes sitzen. Fertig ist er, wenn er sich beim Daranziehen weder dreht noch knarzt.
Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder finden heraus, von welchem Baum der Ast stammt, etwa an der Rinde oder an Blättern, die noch in der Nähe lagen, und schreiben ein kleines Schild dafür.
Für Jüngere: Für Zweijährige wickelst Du das Schleifpapier um einen kleinen Holzklotz, das liegt besser in der Hand. Die Drahtbürste tauschst Du gegen eine weiche Handbürste.
Die Steckwand, an der Dein Kind die Haken selbst setzt

Eine Sperrholzplatte mit einem Raster aus Löchern und ein paar losen Rundhölzern: Dein Kind steckt die Haken dorthin, wo es sie braucht. Im Sommer reichen zwei, im Winter kommen welche für Mütze, Schal und Matschhose dazu. Weil die oberen Reihen frei bleiben, wächst die Wand ein Stück weit mit.
Hier steckt die Arbeit in der Vorbereitung: Du zeichnest das Raster an und bohrst 30 Löcher, alle gleich tief. Ein Streifen Malerkrepp am Bohrer als Tiefenmarke verhindert, dass ein Loch vorne durchbricht. Sitzen die Stäbe zu locker, ziehen sie sich mit der Jacke heraus – bohr deshalb zuerst ein Probeloch in ein Reststück und prüf, ob der Stab stramm hineingeht.
- 1 Sperrholzplatte, 60 x 50 cm, 18 mm stark
- 1 Rundstab aus Buche, 10 mm Durchmesser, 1 m lang
- 2 Bogen Schleifpapier, Körnung 120
- 4 Schrauben 5 x 50 mm mit passenden Dübeln
- 1 Rolle Malerkrepp
So geht es
- Zeichne auf der Platte ein Raster: die erste Reihe und Spalte 5 cm vom Rand, dann alle 10 cm, so dass sechs Kreuzungspunkte nebeneinander und fünf untereinander liegen.
- Bohre an jedem Kreuzungspunkt ein 10-mm-Loch, 14 mm tief, mit dem Malerkrepp am Bohrer als Markierung. Das übernimmst Du; Dein Kind kann auf einem Zettel abhaken, welche Löcher schon fertig sind.
- Säge den Rundstab in zehn Stücke von je 10 cm.
- Dein Kind schleift die Kanten der Platte und an jedem Stab ein Ende rund; das andere Ende bleibt gerade, damit es ins Loch passt.
- Ölt die Platte gemeinsam und lasst sie über Nacht trocknen. Die Stäbe bleiben roh, so sitzen sie fester.
- Bohre in jede Ecke ein Loch und schraube die Platte so an die Wand, dass die unterste Lochreihe etwa 70 cm über dem Boden liegt; dann steckt Dein Kind die ersten Stäbe.
- Fertig ist die Steckwand, wenn ein Stab mit einer nassen Winterjacke daran stecken bleibt.
Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder legen ein schmales Brettchen über zwei Stäbe in derselben Reihe und bauen sich so selbst ein Fach für Handschuhe oder die Brotdose.
Für Jüngere: Für jüngere Kinder genügen drei Stäbe in der untersten Reihe, die Du fest einsteckst. Mehr Auswahl verwirrt in dem Alter eher, als dass sie hilft.
Die Klammerleiste für Handschuhe und Mützen

Handschuhe verschwinden in jeder Garderobe zuerst: einer im Schuh, einer in der Jackentasche, einer unter der Bank. Eine schmale Leiste mit aufgeleimten Wäscheklammern gibt jedem Paar einen festen Platz. Nasse Handschuhe hängen dort zum Trocknen, statt feucht im Korb zu liegen.
Bei dieser Idee macht Dein Kind fast alles selbst, gebohrt wird nur zum Aufhängen. Du sägst die Leiste zu und stellst den Leim bereit. Viele Wäscheklammern sind auf einer Seite leicht gewölbt; legt sie vorher probeweise auf, damit die flachere Seite aufs Holz kommt. In der Kita klappt das mit der ganzen Gruppe, wenn jedes Kind seine eigene Klammer aufleimt.
- 1 Holzleiste, 60 x 4 x 1,8 cm
- 8 Holzwäscheklammern
- 1 Flasche Holzleim, wasserbasiert
- 2 Töpfchen Acrylfarbe, dazu 1 Pinsel
- 1 Bogen Schleifpapier, Körnung 120
- 2 Schrauben 4 x 40 mm mit passenden Dübeln
So geht es

- Dein Kind schleift die Leiste ab, vor allem die Kanten und die beiden Enden.
- Wer mag, malt die Klammern an, aber nur die Außenseiten, nicht die Fläche, die später aufgeleimt wird; die Farbe trocknet eine Stunde.
- Legt die Klammern zur Probe auf: die erste 4 cm vom Rand, dann alle 7 cm, die Öffnung zeigt nach unten.
- Dein Kind gibt einen Streifen Leim auf die flache Seite einer Klammer und drückt sie zehn Sekunden lang an ihren Platz, dann kommt die nächste.
- Lass die Leiste über Nacht trocknen, bohre zwei Löcher zwischen die Klammern und schraube sie etwa 60 cm über dem Boden an die Wand, gern unter die Hakenleiste.
- Fertig ist die Leiste, wenn sich jede Klammer weit öffnen lässt, ohne dass sie sich vom Holz löst.
Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder sortieren selbst: links die Handschuhe, rechts die Mützen. Mit mehreren Geschwistern bekommt jedes eine Klammerfarbe.
Für Jüngere: Mit Zweijährigen lässt Du das Anmalen weg und schleifst vorher selbst. Dein Kind leimt nur die Klammern auf – und zählt beim Andrücken mit Dir bis zehn.
Sitzen und Abstellen
Wer sich die Schuhe selbst anzieht, braucht einen Platz zum Sitzen, und wer sie selbst auszieht, einen Ort, an den sie gehören. Diese vier Möbel sind niedrig, schlicht und jeweils an einem Nachmittag gebaut.
Die Bank aus zwei Holzkisten

Zwei Holzkisten, auf die Seite gelegt, ein Brett obendrauf: Das ist die Sitzbank, die auf fast jedem Garderobenbild auftaucht. In die offenen Fächer kommen die Schuhe, oben setzt sich Dein Kind zum Anziehen hin. Mit gut 27 cm Sitzhöhe passt sie Kindern von etwa zwei bis fünf Jahren.
Die Kisten müssen aus Massivholz und gleich groß sein; leichte Obststeigen aus dünnen Latten tragen kein Kind. Gebrauchte Kisten haben oft Splitter und alte Heftklammern, die Du vorher mit der Zange ziehst. Das Brett schraubst Du erst fest, wenn Du vorgebohrt hast, sonst reißen die dünnen Kistenwände.
- 2 stabile Holzkisten, etwa 40 x 25 x 20 cm
- 1 Brett aus Kiefer, 90 x 25 x 1,8 cm
- 8 Holzschrauben 4 x 25 mm
- 3 Bogen Schleifpapier, Körnung 80 und 120
- 1 Lappen und 3 EL Holzöl
So geht es
- Zieh alte Klammern und Nägel aus den Kisten und stütz Dich mit beiden Händen kräftig auf jede, um zu prüfen, ob sie fest ist.
- Dein Kind schleift die Kisten innen und außen und das Brett rundum, erst mit dem groben, dann mit dem feinen Papier, bis die Hand überall glatt darübergleitet.
- Stellt die Kisten nebeneinander so hin, dass die Öffnungen nach vorne zeigen und sie 25 cm hoch sind, und legt das Brett darauf: hinten bündig, an beiden Enden 5 cm überstehend.
- Bohre durch das Brett in jede obere Kistenwand vier Löcher mit einem 3-mm-Bohrer vor und schraube das Brett fest.
- Dein Kind ölt die Bank mit dem Lappen ein, auch die Fächer innen, und lässt sie über Nacht trocknen.
- Fertig ist die Bank, wenn Du Dich selbst daraufsetzt und nichts kippelt, knarzt oder nachgibt.
Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder malen auf ein kleines Holzschild vor jedem Fach, was hineingehört – Gummistiefel, Hausschuhe, Turnbeutel – und räumen danach selbst ein.
Für Jüngere: Für Zweijährige schleifst Du die Kisten vorher grob ab, damit nichts mehr splittert. Dein Kind macht den Feinschliff am Brett und ölt.
Der kleine Hocker zum Schuheanziehen

Für die Kleinsten ist selbst eine niedrige Bank oft noch zu hoch: Die Füße baumeln, und wer mit baumelnden Füßen einen Schuh anziehen will, kippt nach vorne. Ein Hocker von 20 cm Höhe passt Kindern zwischen anderthalb und drei Jahren. Er besteht aus vier Brettern und dient später als Tritt im Bad.
Du sägst die vier Teile zu und verschraubst sie; die Leiste hinten zwischen den Seiten ist kein Schmuck, sie hält den Hocker gegen seitliches Wegknicken. Vorbohren ist Pflicht, sonst reißt das Holz an den Kanten. Geschliffen wird vor dem Zusammenbau – an einem fertigen Hocker kommt man in die inneren Ecken kaum noch hinein.
- 1 Brett aus Kiefer, 35 x 25 x 1,8 cm, für den Sitz
- 2 Bretter aus Kiefer, je 25 x 18 x 1,8 cm, für die Seiten
- 1 Leiste aus Kiefer, 31,4 x 8 x 1,8 cm, für die Rückseite
- 10 Holzschrauben 4 x 40 mm
- 2 Bogen Schleifpapier, Körnung 120 und 180
- 1 Lappen und 2 EL Holzöl
So geht es

- Säge die Teile zu oder lass sie im Baumarkt zuschneiden: den Sitz 35 x 25 cm, zwei Seiten 25 x 18 cm und die Rückleiste 31,4 x 8 cm.
- Dein Kind schleift alle Teile rundum, an den Kanten so lange, bis sie sich rund anfühlen, und zum Schluss mit dem feinen Papier über die Flächen.
- Stell die beiden Seiten hochkant auf, setz die Rückleiste hinten bündig dazwischen und verschraube sie von außen mit je zwei Schrauben, vorgebohrt mit 3 mm.
- Leg den Sitz so auf, dass er links und rechts mit den Seiten abschließt, bohre vor und schraube ihn mit je zwei Schrauben in jede Seite und zwei in die Rückleiste.
- Dein Kind ölt den Hocker rundum ein, auch die Unterkanten, damit kein Wasser von nassen Stiefeln ins Holz zieht; über Nacht trocknen lassen.
- Fertig ist der Hocker, wenn er nicht wackelt, auch wenn Du Dich mit dem Knie seitlich auf eine Ecke stützt.
Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder drehen die vorgebohrten Schrauben mit einem Handschraubendreher selbst ein. Das dauert, und genau darin liegt für sie der Reiz.
Für Jüngere: Für Kinder unter zwei schleifst Du selbst. Dein Kind ölt den Hocker ein und trägt ihn danach selbst an seinen Platz in der Garderobe.
Das Schuhbrett mit den gemalten Umrissen

Ein Brett auf dem Boden, darauf die Umrisse der eigenen Schuhe: Dein Kind sieht, wo die Gummistiefel hingehören und wo die Hausschuhe, und stellt sie meist sogar paarweise und richtig herum ab, weil der Umriss es vorgibt. Das ist Ordnung, die ohne Erklärung auskommt.
Du sägst das Brett zu und lackierst am Ende mit wasserbasiertem Klarlack, damit die Farbe nassen Sohlen standhält. Beim Nachfahren hakt es bei den Kleinen fast immer: Der Schuh rutscht weg, sobald der Stift dagegendrückt. Halte ihn deshalb fest, während Dein Kind zeichnet. Plane zwei bis drei Paare, mehr passen auf ein Brett nicht, ohne dass es eng wird.
- 1 Brett aus Kiefer oder Sperrholz, 60 x 30 x 1,8 cm
- 2 bis 3 Paar Kinderschuhe zum Nachfahren
- 1 weicher Bleistift
- 2 Töpfchen Acrylfarbe, dazu 1 dünner Pinsel
- 1 Dose wasserbasierter Klarlack, 125 ml
- 1 Bogen Schleifpapier, Körnung 120
So geht es
- Dein Kind schleift das Brett glatt, vor allem die Kanten, an denen es später mit nackten Füßen vorbeiläuft.
- Stellt die Schuhe paarweise auf das Brett, mit etwa 3 cm Abstand zwischen den Paaren und den Spitzen zur hinteren Kante.
- Halte jeden Schuh fest, während Dein Kind mit dem Bleistift dicht an der Sohle einmal herumfährt.
- Dein Kind malt die Umrisse mit Acrylfarbe nach, als kräftige Linie oder ausgefüllt, und lässt sie eine Stunde trocknen.
- Streich zwei dünne Schichten Klarlack über das ganze Brett, mit zwei Stunden Pause dazwischen, und lass es über Nacht durchtrocknen.
- Fertig ist das Schuhbrett, wenn sich der Lack nicht mehr klebrig anfühlt und ein nasser Stiefel keinen Rand auf der Farbe hinterlässt.
Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder malen in jeden linken Umriss einen kleinen Punkt. So lernen sie nebenbei, linken und rechten Schuh auseinanderzuhalten.
Für Jüngere: Für Zweijährige reicht ein einziges Paar Umrisse als dicke Linie. Das Lackieren übernimmst Du ohnehin, das Ausmalen kann ganz wegfallen.
Das Bord für Mütze, Sonnenbrille und Taschentücher

Auf vielen Garderobenbildern hängt über den Haken ein schmales Bord mit einem Rundstab an der Vorderkante, oft ein umgebautes Gewürzregal. Dort liegt alles, was nicht an einen Haken passt: die Mütze, die Sonnenbrille, das Päckchen Taschentücher. Weil der Stab vorne quer läuft, rutscht nichts heraus, wenn Dein Kind etwas herauszieht.
Das ist die aufwändigste Idee hier. Du bohrst in beide Seitenteile Löcher für den Stab, und sitzen sie nicht genau gleich hoch, hängt der Stab schief. Leg die Seitenteile deshalb aufeinander, spann sie mit einer Zwinge fest und bohr durch beide auf einmal. Häng das Bord nur so hoch, dass Dein Kind ohne Zehenspitzen hineingreifen kann – was es nicht erreicht, holt es auch nicht selbst heraus.
- 2 Bretter aus Kiefer, 1,8 cm stark: 46,4 x 12 cm für den Boden, 46,4 x 8 cm für die Rückwand
- 2 Brettchen aus Kiefer, je 12 x 12 x 1,8 cm, für die Seiten
- 1 Rundstab aus Buche, 12 mm Durchmesser, 50 cm lang
- 10 Holzschrauben 3,5 x 35 mm
- 2 Schrauben 5 x 50 mm mit passenden Dübeln
- 2 Bogen Schleifpapier, Körnung 120
So geht es

- Leg die beiden Seitenteile deckungsgleich aufeinander, spann sie fest und bohre durch beide zusammen ein 12-mm-Loch, 2 cm von der Vorderkante und 7 cm von der Unterkante entfernt.
- Dein Kind schleift alle Teile und den Stab, die Kanten der Seitenteile besonders gründlich, weil die Hand beim Hineingreifen daran entlangstreift.
- Setz Boden und Rückwand zwischen die Seitenteile, den Boden bündig mit der Unterkante, die Rückwand hinten darauf, bohre mit 2,5 mm vor und verschraube alles von außen und von unten.
- Dein Kind schiebt den Rundstab durch beide Löcher, bis er an beiden Seiten bündig abschließt; sitzt er zu locker, kommt ein Tropfen Holzleim ins Loch.
- Ölt das Bord gemeinsam und lasst es über Nacht trocknen.
- Bohre zwei Löcher durch die Rückwand und schraube das Bord etwa 20 cm über der Hakenleiste an. Fertig ist es, wenn Dein Kind eine Mütze herausziehen kann, ohne dass sich das Bord bewegt.
Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder bekommen ein kleines Kästchen auf das Bord, in dem sie Haarspangen, Haargummis oder den Fahrradschlüssel selbst sortieren.
Für Jüngere: Für Kinder unter drei lässt Du den Stab weg und schraubst vorne eine 3 cm hohe Leiste an. Dann muss Dein Kind nichts unter dem Stab hervorfädeln.
Sich sehen und wiederfinden
Ein Spiegel zeigt, ob die Mütze richtig sitzt, ein Zeichen über dem Haken, wo die eigene Jacke hingehört. Kleine Dinge, aber sie machen aus ein paar Haken einen Ort, der dem Kind gehört.
Der runde Spiegel im Kordelrahmen

Ein Spiegel an der Garderobe beantwortet die Fragen, die Kinder sonst Dir stellen: Sitzt die Mütze richtig? Ist der Schal drin? Dieser hat einen breiten Rahmen aus gewickelter Jutekordel und erinnert an die runden Rattanspiegel, die auf so vielen Garderobenbildern hängen. Er ist aus Acryl statt Glas, damit nichts splittert, wenn ein Turnbeutel dagegenfliegt.
Acrylspiegel gibt es im Baumarkt meist mit Zuschnitt; nimm ihn 3 mm stark, dünnerer wellt sich und verzerrt. Du sägst die Holzscheibe aus und klebst am Ende den Spiegel ein, das Wickeln der Kordel ist Sache Deines Kindes. Schwierig wird es meist bei der ersten Runde: Sie muss stramm an der Linie anliegen, sonst läuft die ganze Spirale schief. Diese Runde legt Ihr am besten zusammen.
- 1 Acrylspiegel, rund, 26 cm Durchmesser, 3 mm stark
- 1 Sperrholzplatte, 40 x 40 cm, 10 mm stark
- 10 m Jutekordel, 8 mm dick
- 1 Flasche Bastelkleber, lösemittelfrei
- 1 Kartusche Spiegelkleber, lösemittelfrei
- 2 Bilderaufhänger aus Metall mit Schrauben
So geht es
- Zeichne mit einem 20 cm langen Faden und einem Bleistift einen Kreis von 40 cm Durchmesser auf die Platte, säge ihn aus und schleif die Kante glatt.
- Leg den Spiegel genau in die Mitte und fahr seinen Rand mit dem Bleistift nach.
- Dein Kind streicht außen an der Linie einen etwa 10 cm langen Abschnitt mit Bastelkleber ein und legt die Kordel hinein, die erste Runde dicht an der Linie; Du hältst den Anfang fest.
- So geht es Abschnitt für Abschnitt weiter, Runde an Runde dicht nebeneinander, bis die Kordel den äußeren Rand erreicht. Dort schneidest Du sie schräg ab und klebst das Ende mit einem extra Tropfen fest.
- Ist der Bastelkleber angetrocknet, klebst Du den Spiegel mit Spiegelkleber in die freie Mitte. Die Schutzfolie ziehst Du erst am nächsten Tag ab.
- Schraub die beiden Aufhänger hinten an und häng den Spiegel so, dass seine Mitte etwa auf Augenhöhe Deines Kindes liegt, bei Drei- bis Vierjährigen um 90 cm. Fertig ist er, wenn Dein Kind davorsteht und sein ganzes Gesicht samt Mütze sieht.
Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder wickeln zwei Kordelfarben im Wechsel und planen dabei selbst, nach wie vielen Runden die Farbe wechselt.
Für Jüngere: Für Kinder, die mit der Kleberflasche noch kämpfen, streichst Du jeden Abschnitt ein. Dein Kind legt nur die Kordel hinein und drückt sie fest.
Das eigene Zeichen über dem Haken

In der Kita hat jedes Kind seinen Haken, und damit es ihn findet, hängt darüber ein Zeichen: ein Stern, ein Dino, ein Marienkäfer. Zu Hause mit Geschwistern hilft das genauso, denn der Streit, wem der untere Haken gehört, ist damit erledigt. Hier malt jedes Kind sein Zeichen selbst auf eine Holzscheibe – und kennt es dadurch vom ersten Tag an.
Mit einer ganzen Gruppe klappt das gut, wenn die Scheiben fertig vorbereitet sind: gesägt, geschliffen, gebohrt. Rechne mit vier bis fünf Kindern pro Durchgang am Tisch. Was erfahrungsgemäß schiefgeht: Erwachsene schlagen Zeichen vor. Lass die Kinder selbst wählen, auch wenn dann drei Dinos nebeneinander hängen – sie unterscheiden sie trotzdem.
- 1 Holzscheibe pro Kind, 8 bis 10 cm Durchmesser, 1,5 cm dick
- 4 bis 6 Töpfchen Acrylfarbe
- 2 Pinsel pro Kind, ein dicker und ein dünner
- 1 Bleistift
- 1 Dose wasserbasierter Klarlack, 125 ml
- 1 Schraube 4 x 30 mm mit Dübel pro Scheibe
So geht es

- Säge von einem trockenen Ast Scheiben von 1,5 cm Dicke ab, schleif die Schnittflächen glatt und bohr oben in jede ein 4-mm-Loch für die Schraube.
- Dein Kind überlegt sich sein Zeichen und zeichnet es mit Bleistift so groß auf die Scheibe, dass es fast an den Rand stößt.
- Dann malt es das Zeichen mit Acrylfarbe aus, erst die Flächen mit dem dicken, dann die Linien mit dem dünnen Pinsel.
- Nach einer Stunde Trocknen streichst Du eine dünne Schicht Klarlack darüber, damit die Farbe nicht abgegriffen wird, und lässt sie eine weitere Stunde trocknen.
- Schraube die Scheibe etwa 10 cm über den Haken des Kindes. Fertig ist das Zeichen, wenn Dein Kind beim nächsten Heimkommen ohne Zögern zu seinem Haken geht.
Wenn es zu leicht wird: Kinder, die schon Buchstaben kennen, schreiben ihren Anfangsbuchstaben oder ganzen Namen dazu – erst mit Bleistift vor, dann mit Farbe nach.
Für Jüngere: Für Zweijährige zeichnest Du das Zeichen dünn mit Bleistift vor. Dein Kind tupft die Farbe mit dem dicken Pinsel hinein, die Linien lässt Du weg.
Damit die Garderobe im Alltag auch benutzt wird
Miss an Deinem Kind, nicht an einer Tabelle. Die Haken gehören etwa auf Schulterhöhe, so dass Dein Kind die Schlaufe ohne Zehenspitzen darüberstreifen kann; bei Zwei- bis Dreijährigen sind das meist 75 bis 90 cm. Ist es gewachsen, setzt Du die Leiste ein Stück höher, die alten Dübellöcher verschwinden unter etwas Spachtel.
Weniger Haken, als Du denkst. Zwei bis drei pro Kind reichen: einer für die Jacke, einer für die Tasche, im Winter einer für die Matschhose. Hängen fünf Jacken übereinander, findet Dein Kind die richtige nicht mehr und lässt alles hängen, wie es ist. Was nicht zur Jahreszeit passt, wandert in den Schrank.
Jacken brauchen eine Schlaufe, die ein Kind findet. Viele Kinderjacken haben gar keine oder eine so kleine, dass nur Erwachsenenfinger hineinpassen. Ein 8 cm langes Stück Ripsband, innen in den Kragen genäht, ist in fünf Minuten fertig und macht den ganzen Unterschied.
Zeig den Ablauf einmal, langsam und ohne viele Worte: Jacke ausziehen, Schlaufe suchen, über den Haken, Schuhe auf den Umriss. Dann tritt einen Schritt zurück. In den ersten Wochen landet die Jacke trotzdem oft auf dem Boden. Erinnere freundlich, statt sie selbst aufzuhängen – mit der Zeit wird aus dem Erinnern ein Blick, und irgendwann braucht es nicht einmal mehr den.
Und plane morgens zehn Minuten mehr ein. Ein Kind, das sich selbst anzieht, braucht länger als eines, das angezogen wird. Die Zeit bekommst Du zurück, wenn es mit vier fertig an der Tür steht, während Du noch Deinen Schlüssel suchst.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter lohnt sich eine Garderobe auf Kinderhöhe?
Sobald Dein Kind sicher läuft, meist ab etwa anderthalb Jahren. Dann kann es schon die Mütze an einen Haken hängen und die Schuhe auf ein Brett stellen. Die Jacke selbst aufzuhängen klappt meist ab zwei, wenn sie eine große Schlaufe hat.
Wie hoch sollten die Haken hängen?
Etwa auf Schulterhöhe Deines Kindes, bei Zwei- bis Dreijährigen meist 75 bis 90 cm über dem Boden. Miss lieber bei Deinem Kind nach, als eine Zahl zu übernehmen, und setz die Leiste höher, sobald es gewachsen ist.
Sind Haken auf Kopfhöhe eines Kindes nicht gefährlich?
Spitze Metallhaken schon, deshalb sind alle Haken in diesem Artikel rund: Holzzapfen, Aststummel, Rundstäbe. Achte darauf, dass nichts Kantiges vorsteht, und häng die Garderobe nicht direkt an eine Ecke, um die Kinder gern schnell herumlaufen.
Kann ich auch ein vorhandenes Regal zur Garderobe umbauen?
Ja, viele Garderoben auf Pinterest sind umgebaute niedrige Regale mit ein paar Haken an der Seite oder einem Fach für die Schuhe. Wichtig ist dann die Kippsicherung: Jedes Regal, an dem ein Kind zieht oder hochklettern könnte, wird an der Wand verschraubt, auch wenn es niedrig ist.
Was gehört in eine Montessori-Garderobe und was nicht?
Alles, was Dein Kind zum Rausgehen selbst anzieht: Jacke, Mütze, Schal, Handschuhe, Schuhe, vielleicht die Kita-Tasche. Nicht hinein gehört, was es noch nicht allein bedienen kann oder nur selten braucht. Lieber wenig, und dafür ist alles selbst erreichbar.