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Winteraktivitäten mit Kindern: 12 Ideen für draußen und drinnen

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Der Winter hat einen schlechten Ruf bei Eltern: früh dunkel, nass, kalt, und die Kinder hängen drinnen herum. Dabei bietet keine andere Jahreszeit so viel, was es nur jetzt gibt – Schnee, den man bemalen kann, Seifenblasen, die gefrieren, Nachmittage, an denen um fünf Uhr schon die Sterne stehen.

Hier findest Du zwölf Unternehmungen für Dezember bis Februar, sortiert nach dem, was gerade geht: raus in die Kälte, die Natur beobachten, mit Eis experimentieren, drinnen etwas Warmes machen oder der dunklen Jahreszeit ein kleines Ritual geben. Basteln steht dabei nicht im Vordergrund, sondern das gemeinsame Tun. Weihnachten lassen wir bewusst weg, dafür gibt es eigene Artikel.

Jede Idee hat eine Materialliste, Schritte zum Nachmachen und einen Hinweis, wie sie für jüngere und ältere Kinder klappt. Und weil der deutsche Winter oft eher grau als weiß ist, steht bei allem, was Schnee oder Frost braucht, ein Weg dabei, der auch ohne funktioniert.

Draußen in Schnee und Kälte

Kinder frieren seltener, als Erwachsene denken, solange sie in Bewegung sind und etwas vorhaben. Diese drei Ideen geben dem Rausgehen einen Grund – und funktionieren auch, wenn statt Schnee nur Matsch liegt.

Den Schnee mit Sprühflaschen bemalen

ab 2 Jahren  ·  30 Minuten · leicht
Den Schnee mit Sprühflaschen bemalen: bunte Farbflecken im Schnee, eine Kinderhand mit roter Sprühflasche
Drei Flaschen, drei Farben – und wo sich Gelb und Blau treffen, wird der Schnee grün.

Frischer Schnee ist die größte weiße Fläche, die ein Kind je zum Malen bekommt. Mit Sprühflaschen voll gefärbtem Wasser entstehen darauf Punkte, Wege und bunte Schneemänner, und ganz nebenbei entdeckt Dein Kind, dass Gelb und Blau zusammen Grün ergeben.

Vorbereiten musst Du nur die Flaschen: Wasser hinein, Farbe dazu, Deckel fest zu. Haken tut es meistens an zwei Stellen. Kleine Hände haben noch nicht genug Kraft für einen strammen Sprühhebel, also probier die Flaschen vorher selbst aus. Und Lebensmittelfarbe färbt Jacken und Handschuhe – zieht alte Sachen an. In der Kita klappt es gut mit sechs bis acht Kindern, wenn jedes eine eigene Flasche bekommt und die Farben nach einer Weile getauscht werden.

Das brauchst Du
  • 3 Sprühflaschen, je 250 ml
  • 750 ml lauwarmes Wasser
  • Je 10 Tropfen flüssige Lebensmittelfarbe in Rot, Gelb und Blau
  • 1 Paar alte Handschuhe pro Kind
  • 1 altes weißes Bettlaken für die Variante ohne Schnee

So geht es

  1. Fülle jede Sprühflasche mit 250 ml lauwarmem Wasser – lauwarm, damit die Düse draußen nicht gleich zufriert.
  2. Gib in jede Flasche 10 Tropfen einer Farbe, schraube den Kopf fest zu und lass Dein Kind kräftig schütteln.
  3. Sucht Euch draußen eine unberührte Schneefläche von etwa zwei mal zwei Metern und zeig einmal, wie man den Hebel drückt.
  4. Lass Dein Kind frei sprühen: Punkte, Linien, Zickzackwege oder einen Schneemann, der bunte Knöpfe bekommt.
  5. Sprüht Gelb und danach Blau auf dieselbe Stelle und schaut, welche Farbe dort entsteht; danach Rot auf Gelb.
  6. Ohne Schnee hängst Du das alte Bettlaken über die Wäscheleine oder den Gartenzaun, und Dein Kind besprüht es genauso.
  7. Fertig ist das Bild, wenn die Flaschen leer sind oder auf der Fläche kaum noch Weiß zu sehen ist.

Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder mischen in drei weiteren Flaschen selbst Orange, Grün und Lila an, legen mit Stöcken einen Rahmen in den Schnee und sprühen ein geplantes Bild hinein.

Für Jüngere: Für Zweijährige nimmst Du ausgespülte Quetschflaschen von Ketchup oder Spülmittel; mit der ganzen Faust drücken geht leichter als mit einem Finger am Hebel.

Eine Fährte durch den Schnee legen

ab 4 Jahren  ·  45 Minuten · leicht
Eine Fährte durch den Schnee legen: Kind folgt mit einem Stock den Pfeilen auf einem verschneiten Waldweg
Ein Pfeil im Schnee, ein Kreuz an der falschen Abzweigung – mehr braucht eine gute Fährte nicht.

Eine Gruppe läuft vor und hinterlässt Zeichen, die andere folgt und versucht, sie zu finden. Im Schnee ist das besonders spannend, weil jeder Fußabdruck verrät, wo jemand gegangen ist – und weil man ihn auch absichtlich verwischen kann. So wird aus einem gewöhnlichen Spaziergang eine Suche, bei der niemand fragt, wie weit es noch ist.

Vorher legt Ihr die Zeichen fest und malt sie zu Hause einmal auf: Pfeil heißt hier entlang, Kreuz heißt falscher Weg, Kreis heißt Versteck in der Nähe. Haken tut es meist an der Ungeduld der Verfolger. Gib der vorderen Gruppe fünf Minuten Vorsprung und lass die Wartenden in der Zeit einen Schneemann anfangen oder gemeinsam bis zweihundert zählen. Mit einer Kita-Gruppe klappt es in zwei Teams, die jeweils eine Erzieherin begleitet.

Das brauchst Du
  • 1 Stock pro Kind, etwa armlang
  • 1 Zettel mit den drei Zeichen
  • 1 Thermoskanne mit warmem Tee
  • 1 Becher pro Kind
  • 1 Stück Straßenkreide pro Gruppe für die Variante ohne Schnee

So geht es

Kinderhand ritzt mit einem Stock einen Pfeil in den Schnee
Lieber ein Pfeil zu viel als zu wenig – die Verfolger sollen suchen, nicht verzweifeln.
  1. Malt zu Hause auf einen Zettel die drei Zeichen: einen Pfeil für die Richtung, ein Kreuz für den falschen Weg und einen Kreis für das Versteck.
  2. Teilt Euch draußen in zwei Gruppen auf; mit jeder Gruppe geht ein Erwachsener.
  3. Die Fährtenleger bekommen die Thermoskanne und fünf Minuten Vorsprung. Alle zwanzig Schritte ritzen sie mit dem Stock einen Pfeil in den Schnee, an jeder Abzweigung ein Kreuz in den Weg, der nicht gilt.
  4. Am Ziel malen sie einen großen Kreis und verstecken sich mit dem Tee höchstens zehn Meter davon entfernt hinter einem Baum oder einer Hecke.
  5. Die Verfolger laufen los, lesen die Zeichen und achten dabei auch auf die Fußspuren.
  6. Ohne Schnee malt Ihr die Zeichen mit Straßenkreide auf Weg und Baumstümpfe oder legt sie aus Stöcken auf den Waldboden.
  7. Fertig ist die Fährte, wenn die Verfolger das Versteck gefunden haben – dann gibt es für alle Tee, und die Gruppen tauschen.

Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder erfinden eigene Zeichen, etwa einen Strich für zehn Schritte geradeaus, und legen Fußspuren, die ein Stück in die falsche Richtung führen und rückwärts wieder zurück.

Für Jüngere: Mit Dreijährigen läufst Du als Erwachsener allein vor und legst die Fährte über höchstens 200 Meter; die Kinder folgen zusammen mit einem zweiten Erwachsenen.

Die Nachtwanderung um fünf Uhr

ab 3 Jahren  ·  45 Minuten · leicht
Nachtwanderung im Winter: Kinder mit rot leuchtenden Taschenlampen auf einem verschneiten Weg in der Dämmerung
Mit rotem Papier vor der Taschenlampe bleiben die Augen an die Dunkelheit gewöhnt.

Im Dezember und Januar ist es um fünf Uhr nachmittags schon dunkel. Für Kinder ist das eine Gelegenheit, die es im Sommer nicht gibt: eine echte Nachtwanderung, lange vor dem Schlafengehen. Die vertraute Straße klingt plötzlich anders, Fenster leuchten, und an klaren Abenden im Januar und Februar steht im Osten der Orion, gut zu erkennen an den drei Sternen seines Gürtels.

Vorbereiten heißt vor allem: eine Strecke wählen, die Du bei Tag kennst, höchstens zwanzig bis dreißig Minuten lang. Und die Taschenlampen mit rotem Transparentpapier bespannen – weißes Licht blendet, und nach jedem Leuchten sehen die Augen wieder minutenlang nichts. Haken tut es manchmal an der dunkelsten Stelle, wenn einem Kind mulmig wird. Dann bleib stehen, nimm seine Hand und hört gemeinsam zu, statt schnell weiterzugehen. Mit einer Kita-Gruppe klappt es am Ende eines Nachmittags, wenn die Eltern zum Abholen mitlaufen.

Das brauchst Du
  • 1 Taschenlampe pro Kind
  • 1 Quadrat rotes Transparentpapier pro Lampe, 10 x 10 cm
  • 1 Gummiband pro Lampe
  • 1 Reflektorband oder Warnweste pro Kind
  • 1 Thermoskanne mit warmem Tee

So geht es

  1. Lege das rote Transparentpapier doppelt gefaltet über das Glas jeder Taschenlampe und lass Dein Kind das Gummiband darüberstreifen, während Du festhältst.
  2. Zieht Euch warm an, legt jedem Kind ein Reflektorband um den Arm und geht gegen fünf Uhr los, wenn es dunkel ist.
  3. Lauft die bekannte Strecke; an Straßen gehen die Kinder innen, die Erwachsenen auf der Seite zur Fahrbahn.
  4. Sucht Euch eine dunkle Stelle, etwa eine Wiese oder einen Waldrand, und schaltet dort alle Lampen für zwei Minuten aus.
  5. Wartet still, bis sich die Augen gewöhnt haben, und erzählt Euch dann, was Ihr hört und seht: Wind, ein Auto in der Ferne, den Mond, die ersten Sterne.
  6. Trinkt an dieser Stelle den warmen Tee, bevor Ihr mit eingeschalteten Lampen zurückgeht.
  7. Fertig ist die Wanderung, wenn Ihr wieder an der Haustür seid und jedes Kind erzählt hat, was es im Dunkeln entdeckt hat.

Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder suchen am Himmel den Großen Wagen und den Orion und malen zu Hause aus dem Gedächtnis auf, wie die Sterne zueinander standen. Am Waldrand lohnt es sich im Spätwinter, auf den Ruf des Waldkauzes zu lauschen.

Für Jüngere: Mit Dreijährigen reicht eine Runde um den Block, bei der das Kind die Lampe selbst trägt; das Ausschalten an der dunklen Stelle macht Ihr nur, wenn es das möchte.

Natur im Winter beobachten

Im Winter scheint draußen wenig los zu sein. Wer genauer hinschaut, findet trotzdem genug: Eiskristalle, deren Arme man zählen kann, und Knospen, die schon im Januar fertig auf den Frühling warten.

Schneeflocken mit der Lupe fangen

ab 3 Jahren  ·  20 Minuten · leicht
Schwarzer Fotokarton mit weißen Schneeflocken und einer Lupe
Auf kaltem schwarzem Karton bleibt eine Flocke lange genug liegen, um ihre sechs Arme zu zählen.

Dass Schneeflocken sechs Arme haben, kennen viele Kinder aus Bilderbüchern. Es mit eigenen Augen zu sehen, ist etwas anderes. Auf einem vorgekühlten dunklen Karton bleiben die Flocken einige Sekunden liegen, und unter der Lupe zeigt sich, dass manche wie Sterne aussehen, andere wie winzige Plättchen, Nadeln oder zusammengebackene Klümpchen.

Die Vorbereitung ist kurz, aber entscheidend: Leg Karton und Lupe eine Viertelstunde vor dem Rausgehen ins Gefrierfach oder auf den Balkon. Auf warmem Karton schmilzt jede Flocke sofort. Haken tut es am Wetter: Bei nassem Schnee um null Grad fallen meist verklebte Flocken, die schönsten Sterne gibt es bei trockenem Schneefall und deutlichem Frost. Ohne Schnee geht Ihr an einem frostigen Morgen hinaus und schaut Euch mit der Lupe den Raureif auf Blättern, Zaunlatten und Autoscheiben an – auch dort sitzen feine Eisnadeln.

Das brauchst Du
  • 1 Stück schwarzer Fotokarton, DIN A5
  • 1 Lupe mit mindestens dreifacher Vergrößerung
  • 1 Paar dunkle Wollhandschuhe
  • 1 Blatt weißes Papier
  • 1 Bleistift

So geht es

Kinderhände halten schwarzen Karton mit Schneeflocken, darüber eine Lupe
Nicht anhauchen: Schon ein warmer Atemzug lässt die feinen Arme verschwinden.
  1. Lege den Fotokarton und die Lupe 15 Minuten vor dem Rausgehen ins Gefrierfach oder nach draußen.
  2. Geht hinaus, während es schneit, und lass Dein Kind den Karton waagerecht vor sich halten, bis einige Flocken darauf liegen.
  3. Haltet den Karton still und schaut mit der Lupe auf eine einzelne Flocke; atmet dabei zur Seite, sonst schmilzt sie.
  4. Zählt gemeinsam die Arme und sucht nach Flocken, die anders aussehen: Plättchen, Nadeln, Klümpchen.
  5. Probiert auch den dunklen Wollhandschuh aus – in der Wolle bleiben die Flocken hängen und sind gut zu sehen.
  6. Malt drinnen gleich mit Bleistift auf, welche Formen Ihr gesehen habt, solange sie noch frisch im Kopf sind.
  7. Fertig seid Ihr, wenn jedes Kind mindestens eine Flocke mit sechs Armen entdeckt und aufgemalt hat.

Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder fotografieren eine Flocke mit dem Handy durch die Lupe und vergleichen die Bilder verschiedener Schneetage mit der Temperatur auf dem Thermometer: An welchem Tag waren die Sterne am schönsten?

Für Jüngere: Für Zweijährige reicht es, die Flocken auf dem dunklen Handschuh zu entdecken und zuzuschauen, wie sie schmelzen; die Lupe hältst Du.

Zweige im Januar zum Blühen bringen

ab 2 Jahren  ·  20 Minuten plus zwei bis drei Wochen Wartezeit · leicht
Glasvase mit fünf Forsythienzweigen, an denen gelbe Blüten aufgehen
Draußen ist alles grau, auf dem Tisch blüht die Forsythie.

Wer im Januar ein paar Zweige von Forsythie, Kirsche oder Hasel schneidet und ins Warme stellt, kann zusehen, wie aus braunen Knospen Blüten werden. Für Kinder ist das ein kleines Wunder auf dem Esstisch: Der Frühling steckt schon im Zweig, er braucht nur Wärme. Bei der Hasel geht es am schnellsten, ihre Kätzchen öffnen sich oft nach wenigen Tagen und stäuben gelb, wenn man sie antippt.

Die Zweige schneidest Du, Dein Kind sucht mit aus und trägt sie nach Hause. Nimm einen frostfreien Tag, damit die Zweige nicht gefroren ins Warme kommen. Haken tut es meist an der Geduld: Nach einer Woche sieht man oft noch kaum etwas. Deshalb hilft ein Knospenbild, das Ihr jeden Sonntag neu malt – nebeneinandergelegt zeigen die Bilder, dass sich doch etwas tut. In der Kita steht die Vase im Gruppenraum, und jeden Tag schaut ein anderes Kind nach dem Wasser.

Das brauchst Du
  • 3 bis 5 Zweige von Forsythie, Kirsche oder Hasel, je etwa 50 cm lang
  • 1 Gartenschere
  • 1 Eimer mit lauwarmem Wasser
  • 1 hohe Vase
  • 1 Blatt Papier pro Woche
  • 3 Buntstifte in Braun, Grün und Gelb

So geht es

  1. Sucht an einem frostfreien Tag gemeinsam Zweige mit vielen dicken Knospen aus; Du schneidest sie mit der Gartenschere schräg ab.
  2. Stellt die Zweige zu Hause über Nacht in den Eimer mit lauwarmem Wasser.
  3. Am nächsten Tag kommen sie in die Vase, die ersten drei, vier Tage an einen kühlen Platz, etwa ins Schlafzimmer oder ins Treppenhaus.
  4. Danach zieht die Vase ins warme Wohnzimmer, an einen hellen Platz, aber nicht direkt über die Heizung.
  5. Dein Kind gießt alle zwei bis drei Tage das alte Wasser weg und füllt frisches, zimmerwarmes nach.
  6. Malt jeden Sonntag einen Zweig mit seinen Knospen ab und legt die Bilder in einer Reihe nebeneinander.
  7. Fertig ist der Versuch, wenn sich die ersten Blüten öffnen – bei der Forsythie meist nach zwei bis drei Wochen.

Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder schneiden von jeder Sorte einen Zweig, wetten vorher, welcher zuerst blüht, und stellen einen Vergleichszweig dauerhaft kühl, um zu sehen, wie viel später er austreibt.

Für Jüngere: Mit Zweijährigen nimmst Du Hasel: Die Kätzchen werden schnell lang und gelb, und das Stäuben beim Antippen versteht jedes Kind sofort.

Experimente mit Eis und Schnee

Kälte ist das beste Labor, das ein Winter zu bieten hat. Bei diesen zwei Versuchen gibt es etwas zu warten und zu staunen, und für beide gibt es einen Weg, der auch ohne Frost klappt.

Eiswürfel mit einem Faden angeln

ab 3 Jahren  ·  15 Minuten · leicht
Wasserglas mit Eiswürfel, der an einem roten Wollfaden hängt
Ein Faden, eine Prise Salz, eine Minute Geduld – und der Eiswürfel hängt dran.

Ein Eiswürfel schwimmt im Wasserglas, ein Wollfaden liegt darauf, und ohne Knoten oder Kleber soll man ihn herausheben. Das sieht aus wie Zauberei und ist ein kleiner Versuch, den Kinder gleich noch einmal machen wollen. Das Salz taut das Eis an der Oberfläche kurz an, danach friert das Wasser rund um den Faden wieder fest. Er funktioniert an jedem Tag im Jahr, Frost braucht es nur im Gefrierfach.

Vorbereiten musst Du nur eine Schale Eiswürfel. Haken tut es fast immer an der Salzmenge: Wer zu viel streut, schmilzt das Eis, und der Faden findet keinen Halt. Eine kleine Prise reicht; füll sie vorher in ein Schälchen, dann greift niemand in die ganze Salzdose. Für eine Kita-Gruppe bekommt jedes Kind ein eigenes Glas – selbst angeln ist der ganze Spaß.

Das brauchst Du
  • 1 Glas mit kaltem Wasser
  • 5 Eiswürfel
  • 1 Wollfaden, 20 cm lang
  • 1 Prise Salz in einem kleinen Schälchen
  • 1 Teller
  • 1 Sanduhr oder Uhr mit Sekundenzeiger

So geht es

Kinderhand streut Salz auf einen Faden, der auf einem Eiswürfel liegt
Nur eine Prise – mit zu viel Salz schmilzt der Eiswürfel, statt den Faden festzuhalten.
  1. Lass Dein Kind einen Eiswürfel ins Wasserglas legen und zuerst versuchen, ihn nur mit dem Faden herauszuholen – das klappt nicht.
  2. Legt den Faden nun so über den Eiswürfel, dass ein Stück von etwa 3 cm flach auf dem Eis aufliegt.
  3. Streut mit Daumen und Zeigefinger eine kleine Prise Salz genau auf die Stelle, an der der Faden liegt.
  4. Wartet eine Minute, ohne den Faden zu bewegen; die Sanduhr oder der Sekundenzeiger macht das Warten leichter.
  5. Hebt den Faden an beiden Enden langsam hoch.
  6. Fertig ist der Fang, wenn der Eiswürfel frei am Faden über dem Glas baumelt; legt ihn auf den Teller und angelt den nächsten.

Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder versuchen, zwei oder drei Eiswürfel gleichzeitig an einen Faden zu bekommen, und testen, was passiert, wenn sie gar kein Salz oder einen ganzen Teelöffel nehmen.

Für Jüngere: Mit Dreijährigen streust Du das Salz und zählst laut bis sechzig; Dein Kind legt den Faden auf und darf hochziehen.

Seifenblasen gefrieren lassen

ab 3 Jahren  ·  30 Minuten plus eine Nacht Ruhezeit für die Lauge · leicht
Gefrorene Seifenblase auf einem kleinen weißen Teller im Raureif
Bei klirrender Kälte wachsen Eisblumen über die Seifenblase, bis sie ganz bereift ist.

An einem windstillen Morgen mit ordentlich Frost, ab etwa minus fünf Grad, gefriert eine Seifenblase, bevor sie platzt. Man sieht zu, wie feine Eiskristalle über die schillernde Haut wandern, bis die ganze Kugel aussieht wie aus Milchglas. Das dauert nur einige Sekunden und gehört zu den schönsten Dingen, die ein kalter Wintertag zu bieten hat.

Die Lauge rührst Du am Abend vorher an, mit etwas Zucker, damit die Blasen fester werden und länger halten. Haken tut es an zwei Dingen: am Wind, der die Blasen davonträgt, bevor sie gefrieren, und an der Lauge, die draußen selbst zu kalt und zäh wird – nimm sie deshalb erst kurz vorher aus der warmen Wohnung mit. Ohne Frost probiert Ihr es im Gefrierfach: eine Blase auf einen vorgekühlten Teller pusten, den Teller vorsichtig hineinstellen und nach zehn Minuten nachsehen. Das klappt nicht mit jeder Blase, aber mit einigen.

Das brauchst Du
  • 200 ml warmes Wasser
  • 2 EL Spülmittel
  • 1 EL Zucker
  • 1 Schraubglas, 300 ml
  • 2 Trinkhalme pro Kind
  • 1 Teller oder Holzbrettchen

So geht es

  1. Löse den Zucker im warmen Wasser im Schraubglas auf, gib das Spülmittel dazu und rühre langsam um, damit kein Schaum entsteht.
  2. Lass die Lauge mit geschlossenem Deckel über Nacht stehen.
  3. Schaut am Morgen aufs Thermometer: Erst ab etwa minus fünf Grad und bei Windstille lohnt sich der Versuch.
  4. Nehmt Glas und Teller mit nach draußen und stellt den Teller auf eine Mauer, eine Bank oder direkt in den Schnee.
  5. Dein Kind taucht den Trinkhalm etwa einen Zentimeter tief in die Lauge, hält ihn schräg über den Teller und pustet ganz sanft eine Blase darauf.
  6. Schaut ganz nah hin, ohne die Blase anzuhauchen, und wartet, bis die Eiskristalle über sie wachsen.
  7. Fertig ist die Frostblase, wenn sie rundherum milchig weiß geworden ist; irgendwann sinkt sie in sich zusammen wie ein dünnes Stück Folie.

Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder vergleichen, ob die Blasen auf Schnee, auf einem Wollhandschuh oder auf dem Teller am schnellsten gefrieren, und zählen jedes Mal die Sekunden bis zur letzten freien Stelle.

Für Jüngere: Dreijährige, die beim Trinkhalm noch manchmal saugen statt pusten, schauen zu, während Du die Blasen pustest, und dürfen die gefrorene Kugel vorsichtig mit dem Finger antippen.

Drinnen, wenn es draußen ungemütlich ist

Manche Wintertage sind einfach zu nass, zu dunkel oder zu kalt. Dann holt Ihr Euch die Wärme ins Haus: mit Teig, der aufgeht, mit Wachs, das nach Honig riecht, und mit einem Weg auf dem Boden, auf dem sich überschüssige Energie loswerden lässt.

Brötchen fürs Sonntagsfrühstück backen

ab 2 Jahren  ·  30 Minuten plus knapp zwei Stunden Geh- und Backzeit · mittel
Backblech mit zehn goldbraunen runden Brötchen
Zehn Brötchen, zehn leicht verschiedene Formen – jedes Kind erkennt sein eigenes.

Brötchen backen passt in den Winter, weil die Küche dabei warm wird und das ganze Haus nach Hefe riecht. Kinder kneten, rollen und formen, streuen Kerne darüber und sehen durch die Ofentür, wie aus kleinen Teigkugeln knusprige Brötchen werden. Ein einfacher Hefeteig braucht nur vier Zutaten und verzeiht viel.

Das Wasser bringst Du auf die richtige Temperatur: handwarm, nicht heiß, sonst arbeitet die Hefe nicht. Haken tut es beim Kneten. Der Teig klebt anfangs an den Fingern, und viele Kinder wollen dann Mehl nachschütten. Lass sie lieber weiterkneten, nach einigen Minuten wird er glatt. Den heißen Ofen und das Blech übernimmst Du. In der Kita klappt es gut in kleinen Runden von vier Kindern, von denen jedes zwei oder drei Brötchen formt.

Das brauchst Du
  • 500 g Weizenmehl Type 550
  • 1 Päckchen Trockenhefe (7 g)
  • 10 g Salz (2 gestrichene TL)
  • 320 ml handwarmes Wasser
  • 2 EL Sonnenblumenkerne oder Sesam
  • 1 Backblech mit Backpapier

So geht es

Kinderhände rollen Teigstücke zu Brötchen
Hohle Hand, kleine Kreise – und aus dem Klumpen wird eine glatte Kugel.
  1. Dein Kind schüttet Mehl, Trockenhefe und Salz in eine große Schüssel und vermischt alles mit einem Holzlöffel.
  2. Gieß die 320 ml handwarmes Wasser dazu; Dein Kind rührt erst mit dem Löffel und knetet dann mit beiden Händen etwa zehn Minuten, bis der Teig glatt ist und sich vom Schüsselrand löst.
  3. Deckt die Schüssel mit einem Geschirrtuch ab und lasst den Teig an einem warmen Platz eine Stunde gehen, bis er etwa doppelt so groß ist.
  4. Teilt den Teig in zehn gleich große Stücke; Dein Kind rollt jedes auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche unter der hohlen Hand zu einer glatten Kugel.
  5. Legt die Kugeln mit drei Fingern Abstand aufs Blech, pinselt sie mit etwas Wasser ein, streut die Kerne darauf und lasst sie noch 20 Minuten gehen.
  6. Du heizt den Ofen auf 220 Grad Ober- und Unterhitze vor, stellst eine ofenfeste Tasse mit Wasser auf den Ofenboden und schiebst das Blech in die Mitte.
  7. Fertig sind die Brötchen nach etwa 20 Minuten, wenn sie goldbraun sind und hohl klingen, wenn Du von unten daraufklopfst.

Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder wiegen alle Zutaten selbst ab und formen statt Kugeln kleine Knoten, Schnecken oder einen Zopf aus drei dünnen Teigrollen.

Für Jüngere: Für Zweijährige knetest Du den Teig vor; Dein Kind rollt die Kugeln und streut die Kerne – genau der Teil, an den es sich beim Frühstück erinnert.

Kerzen aus Bienenwachsplatten rollen

ab 3 Jahren  ·  20 Minuten · leicht
Zwei schlanke gerollte Bienenwachskerzen in Honiggelb
Die Wabenplatte riecht nach Honig und wird in warmen Händen weich und biegsam.

Im Januar, wenn es morgens noch lange dunkel ist, wird eine selbstgerollte Kerze auf dem Frühstückstisch zu etwas Besonderem. Aus einer Wabenplatte aus Bienenwachs und einem Docht entsteht sie in wenigen Minuten, ganz ohne heißes Wachs. Die Platte riecht nach Honig, und die sechseckigen Waben unter den Fingern sind für viele Kinder schon das halbe Erlebnis.

Die Platte schneidest Du vorher mit dem Messer zu, und an kühlen Tagen legst Du sie kurz auf die Heizung oder wärmst sie mit dem Föhn an – kaltes Wachs bricht beim Rollen. Haken tut es meist ganz am Anfang: Die erste Umdrehung um den Docht muss fest sitzen, sonst wird die Kerze locker und schief. Diesen ersten Umschlag machst Du am besten gemeinsam mit Deinem Kind. In der Kita klappt es mit einer ganzen Gruppe, wenn die Platten vorgeschnitten in einem Korb auf der Heizung bereitliegen.

Das brauchst Du
  • 1 Wabenplatte aus Bienenwachs, ca. 20 x 34 cm
  • 1 Runddocht für Bienenwachskerzen, 50 cm lang
  • 1 scharfes Messer
  • 1 Lineal
  • 1 Föhn
  • 1 Teller oder Kerzenhalter aus Metall

So geht es

  1. Schneide die Wabenplatte mit dem Messer am Lineal entlang in zwei Stücke von etwa 17 x 20 cm; das Messer bleibt bei Dir.
  2. Schneide den Docht in zwei Stücke von 22 cm, damit oben 2 cm überstehen.
  3. Ist das Wachs kühl und steif, wärmt Ihr es eine halbe Minute mit dem Föhn auf mittlerer Stufe an, bis es sich biegen lässt.
  4. Dein Kind legt den Docht an eine der 20 cm langen Kanten, schlägt den Rand etwa einen halben Zentimeter darüber und drückt ihn fest an.
  5. Nun rollt es die Platte langsam auf und streicht dabei mit beiden Händen von der Mitte nach außen, damit die Kerze gerade wird.
  6. Zum Schluss drückt es die letzte Kante mit dem Daumen fest an, bis sie nicht mehr aufspringt.
  7. Fertig ist die Kerze, wenn sie fest gerollt ist und gerade steht. Anzünden darfst nur Du, auf einem Teller oder in einem Kerzenhalter aus Metall, und sie brennt nie unbeaufsichtigt.

Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder zeichnen mit dem Lineal eine schräge Schnittlinie auf die Platte, an der Du schneidest – so entsteht eine spitz zulaufende Kerze –, oder sie rollen eine naturfarbene und eine gelbe Platte übereinander auf.

Für Jüngere: Dreijährige rollen eine kleine Kerze aus einem Stück von 10 x 10 cm; Du legst den Docht ein und machst die erste Umdrehung, den Rest schafft Dein Kind allein.

Auf der Klebeband-Schneeflocke balancieren

ab 2 Jahren  ·  15 Minuten · leicht
Kind balanciert auf einer Schneeflocke aus Malerkrepp auf dem Holzboden
Sechs Arme aus Malerkrepp, an jeder Spitze zwei Watteschneebälle zum Einsammeln.

Wenn es draußen tagelang nieselt, brauchen Kinder trotzdem Bewegung. Eine große Schneeflocke aus Malerkrepp auf dem Boden wird zum Balancierweg: von der Mitte bis zur Spitze eines Arms, dort einen Wattebausch aufheben und auf der Linie zurück. Das klingt schlicht und beschäftigt Zwei- bis Fünfjährige erstaunlich lange, vor allem, wenn die Aufgaben nach und nach schwieriger werden.

Das lange Kleben übernimmst Du, das dauert ein paar Minuten. Auf Parkett, Laminat oder Fliesen hält Malerkrepp gut und lässt sich später ohne Rückstände abziehen, auf Teppich rutscht es. Haken tut es selten an der Aufgabe, eher am Gedränge in der Mitte, wenn mehrere Kinder gleichzeitig laufen. Dann bekommt jedes seinen eigenen Arm. In der Kita klappt das gut mit sechs Kindern, eines pro Arm, die Schüssel in der Mitte teilen sich alle.

Das brauchst Du
  • 1 Rolle Malerkrepp, 3 cm breit
  • 1 Maßband oder Zollstock
  • 12 Wattebäusche
  • 1 Schüssel
  • 1 Esslöffel

So geht es

Kinderhände kleben Malerkrepp an den Arm einer Klebeband-Schneeflocke
Wer beim Kleben hilft, weiß danach genau, welcher Arm der Flocke der eigene ist.
  1. Klebe auf dem Boden drei Streifen Malerkrepp von je 2 m Länge so übereinander, dass sie sich in der Mitte kreuzen und sechs gleich lange Arme von 1 m bilden.
  2. Klebt gemeinsam an jedes Armende zwei Streifen von 20 cm, schräg nach außen wie ein V – so wird aus dem Stern eine Schneeflocke.
  3. Legt an jede Armspitze zwei Wattebäusche und stellt die leere Schüssel in die Mitte.
  4. Dein Kind läuft von der Mitte aus auf der Linie bis zur Spitze, Fuß vor Fuß, ohne neben das Band zu treten.
  5. Dort hebt es einen Wattebausch auf, balanciert zurück und legt ihn in die Schüssel.
  6. Fertig ist die Runde, wenn alle zwölf Watteschneebälle in der Schüssel liegen; dann verteilt Ihr sie neu und denkt Euch eine schwierigere Aufgabe aus.

Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder tragen den Wattebausch auf dem Esslöffel zurück, laufen rückwärts oder setzen bei jedem Schritt die Ferse direkt vor die Zehen des anderen Fußes.

Für Jüngere: Für Zweijährige reicht es, auf der Linie entlangzulaufen und die Watte einzusammeln; ob dabei mal ein Fuß danebengeht, ist egal.

Rituale für die dunkle Jahreszeit

Zwischen Dezember und Februar verändert sich das Licht so stark wie zu keiner anderen Zeit im Jahr. Zwei Rituale machen das sichtbar: eine Eislaterne für die längste Nacht und ein Sonnenaufgang, für den niemand vor fünf aufstehen muss.

Die Eislaterne für die längste Nacht

ab 3 Jahren  ·  20 Minuten plus ein bis zwei Frostnächte · mittel
Leuchtende Eislaterne mit eingefrorenem Efeu und Hagebutten auf einer verschneiten Mauer
Ein Eimer Wasser, eine kalte Nacht – und am Abend der Wintersonnenwende leuchtet ein Licht vor der Tür.

Um den 21. Dezember ist Wintersonnenwende, der kürzeste Tag und die längste Nacht des Jahres. Danach werden die Tage wieder länger. Eine Eislaterne vor der Haustür ist ein schlichtes Zeichen dafür, das ohne Geschenke und Programm auskommt: Am Abend der längsten Nacht schaltet Dein Kind das Licht darin ein, und es leuchtet, bis alle schlafen gehen. Wer mag, macht daraus jedes Jahr ein festes Ritual.

Du brauchst mindestens eine Frostnacht mit etwa minus fünf Grad, besser zwei. Haken tut es am Wetter und am Herauslösen: Ist die Eiswand noch zu dünn, bricht die Laterne. Prüf deshalb vor dem Stürzen, wie dick die Wand ist, und gib ihr lieber noch eine Nacht. Ohne Frost nehmt Ihr einen leeren 500-g-Joghurteimer und stellt ihn ins Gefrierfach, bis die Wand etwa einen Zentimeter dick ist – je nach Gerät vier bis sechs Stunden. In der Kita setzt jede Gruppe einen Eimer an, und am Ende steht eine Reihe Laternen am Eingang.

Das brauchst Du
  • 1 Plastikeimer, 5 Liter
  • 4 l kaltes Wasser
  • 1 Handvoll Efeublätter, Hagebutten oder Tannenzweige
  • 1 Holzlöffel
  • 1 Kanne mit lauwarmem Wasser
  • 1 LED-Teelicht

So geht es

  1. Dein Kind füllt den Eimer mit 4 l kaltem Wasser und lässt die Blätter und Beeren hineinfallen.
  2. Stellt den Eimer am Abend nach draußen auf eine ebene Stelle, an der er nicht umkippen kann.
  3. Am nächsten Tag stößt Du mit dem Stiel des Holzlöffels die Eisdecke oben in der Mitte auf; sind die Wände etwa 3 cm dick, ist es so weit, sonst bleibt der Eimer noch eine Nacht draußen.
  4. Gieß das flüssige Wasser aus der Mitte ab, sodass ein Hohlraum entsteht.
  5. Übergieß den Eimer außen mit dem lauwarmen Wasser aus der Kanne, dreh ihn um und lass die Eislaterne vorsichtig herausgleiten.
  6. Stellt die Laterne mit der Öffnung nach oben vor die Haustür, und Dein Kind setzt das LED-Teelicht hinein.
  7. Fertig ist die Laterne, wenn sie sicher steht und das Licht durch die Eiswand schimmert; am Abend der längsten Nacht schaltet Dein Kind sie ein, sobald es dunkel wird.

Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder färben das Wasser mit ein paar Tropfen Lebensmittelfarbe, bauen aus mehreren Laternen einen Lichterweg zur Tür und schauen im Kalender nach, um wie viele Minuten die Tage bis Ende Januar wieder wachsen.

Für Jüngere: Mit Dreijährigen nehmt Ihr den kleinen Joghurteimer im Gefrierfach; Dein Kind füllt, lässt die Blätter hineinfallen und schaltet am Abend das Licht ein.

Den Sonnenaufgang am Fenster markieren

ab 3 Jahren  ·  20 Minuten einmal pro Woche · leicht
Blatt Papier mit einer handgeschriebenen Liste von Sonnenaufgangszeiten
Jeder Klebepunkt ein Sonnenaufgang – von Dezember bis Februar wandert die Reihe nach links.

Ende Dezember geht die Sonne in Deutschland erst zwischen acht und halb neun auf. Kinder können sie also sehen, ohne früh aufzustehen, oft sogar auf dem Weg in die Kita. Wer jede Woche vom selben Platz aus zuschaut und mit einem Klebepunkt markiert, wo die Sonne auftaucht, sieht bis Februar zwei Dinge: Sie kommt früher, und sie wandert am Horizont ein gutes Stück nach links.

Du brauchst ein Fenster, das ungefähr nach Osten oder Südosten zeigt, und einen festen Platz direkt davor, auf den sich Dein Kind jedes Mal stellt, etwa einen Hocker. Steht es jedes Mal woanders, stimmen die Punkte nicht. Die Uhrzeit schaust Du am Abend vorher in der Wetter-App nach. Haken tut es an grauen Tagen, und davon hat der Winter viele: Dann wird nichts markiert, Ihr versucht es am nächsten klaren Morgen. Wichtig ist eine Regel: in die Morgenröte schauen ja, in die Sonne nicht, sobald sie ganz da ist.

Das brauchst Du
  • 1 Bogen orangefarbene Klebepunkte, 1 cm groß
  • 1 wasserlöslicher Folienstift
  • 1 Hocker
  • 1 Blatt Papier für die Uhrzeiten
  • 1 Becher warme Milch pro Person

So geht es

Kinderhand klebt bei Sonnenaufgang einen orangen Punkt auf die Fensterscheibe
Ein Punkt pro Woche – und plötzlich sieht man, wie die Sonne am Horizont wandert.
  1. Schaut am Abend vorher in der Wetter-App nach, wann am nächsten Morgen die Sonne aufgeht, und schreibt die Uhrzeit auf das Blatt.
  2. Stellt den Hocker zehn Minuten vorher an seinen festen Platz direkt vor dem Fenster.
  3. Beobachtet mit der warmen Milch, wie der Himmel von Grau über Rosa nach Orange wechselt, und ratet, wo die Sonne auftauchen wird.
  4. Sobald der erste helle Rand am Horizont erscheint, klebt Dein Kind vom Hocker aus einen Punkt genau an diese Stelle auf die Scheibe.
  5. Schreib mit dem Folienstift das Datum klein unter den Punkt; ab jetzt schaut niemand mehr direkt in die Sonne.
  6. Wiederholt das jeden Sonntag bis Ende Februar und tragt die Uhrzeiten untereinander auf dem Blatt ein.
  7. Fertig ist die Sonnenreihe, wenn der Februarpunkt deutlich weiter links klebt als der erste vom Dezember und die Uhrzeit mehr als eine Stunde früher liegt.

Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder rechnen aus, wie viele Minuten die Sonne von Woche zu Woche früher kommt. Dabei stoßen sie auf eine Überraschung: Bis Anfang Januar geht sie morgens sogar noch etwas später auf, obwohl die Tage schon wieder länger werden – das liegt an der ovalen Bahn der Erde um die Sonne.

Für Jüngere: Mit Dreijährigen reicht ein einziger Sonnenaufgang mit warmer Milch am Fenster; Dein Kind klebt den Punkt, die ganze Reihe kommt vielleicht im nächsten Winter.

Damit Ihr gern draußen bleibt

Ob ein Wintertag draußen gelingt, entscheidet sich meistens an der Kleidung. Mehrere dünne Schichten wärmen besser als ein dicker Pulli, und Wolle hält auch dann noch warm, wenn sie feucht geworden ist. Ein zweites Paar Handschuhe in der Jackentasche rettet jeden Ausflug, bei dem die ersten nach zehn Minuten im Schnee durchnässt sind.

Ob Dein Kind friert, merkst Du nicht an kalten Händen oder einer roten Nase, die sind im Winter normal. Fühl lieber mit zwei Fingern in den Nacken: Ist er warm, ist alles gut. Ist er kalt oder verschwitzt, wird es Zeit für eine Pause drinnen oder eine Schicht mehr. Kinder, die zittern oder plötzlich still werden, gehören ins Warme, auch wenn sie sagen, dass sie noch bleiben wollen.

Nutze die hellen Stunden. Im Dezember ist es nur von etwa acht bis halb fünf hell, und die freundlichste Zeit liegt um die Mittagszeit. Wer kleinere Kinder hat, plant den Ausflug vor oder nach dem Mittagsschlaf und lässt die Nachmittage für drinnen. Die dunkle Zeit ist dafür gut für die Nachtwanderung oder das Licht in der Eislaterne.

Im Montessori-Sinn gehört auch das Anziehen zur Unternehmung. Wenn Matschhose, Stiefel und Mütze auf Kinderhöhe hängen und Dein Kind weiß, in welcher Reihenfolge sie drankommen, wird aus dem täglichen Kampf an der Garderobe mit der Zeit etwas, das es selbst schafft. Das dauert anfangs länger. Plane die zehn Minuten ein, statt sie Deinem Kind abzunehmen.

Und nicht jeder Wintertag braucht ein Programm. Manchmal reicht es, eine Stunde im Park in einer Pfütze mit dünner Eisschicht herumzustochern. Die Ideen hier sind Angebote für die Tage, an denen Ihr Lust auf etwas Neues habt – nicht für jeden Tag.

Häufige Fragen

Was kann man im Winter mit Kindern unternehmen, wenn kein Schnee liegt?

Mehr, als man denkt. Die Nachtwanderung, die Fährte mit Straßenkreide, blühende Zweige, das Eiswürfelangeln und das Brötchenbacken brauchen gar keinen Schnee. Für die Eislaterne und die gefrorenen Seifenblasen nimmst Du das Gefrierfach, und den Schnee zum Bemalen ersetzt ein altes Bettlaken an der Wäscheleine.

Ab welcher Temperatur sollte man mit Kindern lieber drinnen bleiben?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Bei trockener Kälte und guter Kleidung können Kinder auch bei minus zehn Grad eine Weile draußen spielen. Schwieriger sind nasskaltes Wetter und Wind, weil sie schneller auskühlen. Entscheidend ist, dass Du regelmäßig im Nacken fühlst und Pausen im Warmen einplanst, statt eine Uhr- oder Gradzahl abzuwarten.

Welche Winteraktivitäten eignen sich schon für Zweijährige?

Schnee mit Quetschflaschen bemalen, auf der Klebeband-Schneeflocke laufen, Teigkugeln für Brötchen rollen und Haselzweige beim Aufblühen beobachten klappen schon mit zwei Jahren. Wichtig ist, dass Dein Kind einen Teil ganz selbst machen darf, auch wenn Du den Rest übernimmst.

Dürfen Kinder Bienenwachskerzen selbst anzünden?

Das Rollen der Kerze schaffen schon Dreijährige allein. Anzünden sollte ein Erwachsener, und die Kerze steht auf einem Teller oder in einem Kerzenhalter aus Metall und brennt nie unbeaufsichtigt. Ältere Kinder können das Anzünden mit langen Streichhölzern unter Aufsicht üben, wenn Du daneben sitzt.

Was gehört in einen Winterausflug-Rucksack für Kinder?

Ein zweites Paar Handschuhe, eine Thermoskanne mit warmem Tee, ein kleiner Snack und ein Sitzkissen, damit Pausen auf Bänken oder Baumstämmen nicht kalt werden. In der dunklen Zeit kommen Reflektorbänder und eine Taschenlampe dazu, und für die Lupe oder den schwarzen Karton zum Schneeflockenfangen ist auch noch Platz.

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