Blog

Montessori Tablett mit 3 Jahren: 15 Ideen nach Lernzielen

Mit drei Jahren ändert sich, was ein Tablett leisten muss. Umfüllen und Sortieren allein reicht vielen Kindern nicht mehr; sie wollen wissen, wozu eine Sache gut ist. Ein Schraubendreher, der wirklich schraubt, ist plötzlich interessanter als jede Steckbox – und eine Möhre, die nachher auf dem Abendbrottisch liegt, hält länger bei der Sache als eine Schale mit Reis.

Gleichzeitig kann Dein Kind jetzt etwas, das mit zwei noch nicht ging: Es hält eine Reihenfolge durch. Erst bürsten, dann polieren. Erst würfeln, dann legen, dann zurückräumen. Das macht mehrschrittige Übungen möglich, und es erklärt, warum Dreijährige an manchen Tabletts eine halbe Stunde sitzen, während sie andere nach zwei Minuten stehen lassen.

Die folgenden fünfzehn Ideen sind nach Lernzielen sortiert: Übungen des täglichen Lebens, Feinmotorik und Werkzeug, Sinne und Ordnen, erste Zahlen und Formen. Alles Material findest Du in der Küche, im Bad oder in der Schublade mit den Dingen, die man aufhebt, weil man sie vielleicht noch braucht. Such Dir zwei oder drei aus – mehr gleichzeitig im Regal hilft niemandem.

Übungen des täglichen Lebens

Mit drei kann Dein Kind mehr, als die meisten Tabletts ihm zutrauen. Es will nicht spielen, dass es arbeitet – es will arbeiten. Diese vier Übungen haben ein echtes Ergebnis: einen sauberen Schuh, ein geschältes Stück Möhre, einen Stapel gefalteter Tücher.

Die Schuhe putzen

ab 3 Jahren  ·  Handkraft · Arbeitsablauf · Sorgfalt für eigene Dinge
Ein rechteckiges Holztablett von oben fotografiert, darauf ein brauner Kinderschuh aus Leder, daneben eine kleine Schuhbuerst
Bürste, Tuch und ein Schuh, der danach anders aussieht als vorher.

Auf dem Tablett liegen eine kleine Bürste, ein weiches Tuch und ein Schuh – am besten der eigene, aus Leder oder Kunstleder. Zuerst wird der Staub abgebürstet, dann wird mit dem trockenen Tuch nachpoliert, bis der Schuh glänzt. Creme brauchst Du am Anfang nicht.

Diese Übung hat in der Kita einen zuverlässigen Effekt: Kinder, die ihre Schuhe einmal selbst geputzt haben, stellen sie danach anders hin. Was man bearbeitet hat, gehört einem auf eine neue Weise.

Das kommt aufs Tablett
  • Ein Tablett mit erhöhtem Rand
  • Eine kleine Schuh- oder Kleiderbürste
  • Ein weiches Baumwolltuch, etwa handtellergroß
  • Ein Kinderschuh aus Leder oder Kunstleder
  • Eine Unterlage aus Zeitungspapier für den Tisch

Das übt Dein Kind dabei

Bürsten und polieren sind zwei verschiedene Bewegungen: Die Bürste braucht Druck aus dem Handgelenk, das Tuch eher kreisende Bewegungen aus den Fingern. Dein Kind wechselt zwischen beiden hin und her und lernt dabei, die Kraft zu dosieren, statt sie einfach einzusetzen.

Der zweite Teil ist unsichtbar: Die Übung hat eine feste Reihenfolge. Erst Staub weg, dann polieren – andersherum wird nichts. Ein Dreijähriger merkt das beim ersten Versuch selbst, und genau darum bleibt die Reihenfolge hängen, ohne dass jemand sie erklären muss.

Wenn es zu leicht wird: Wenn das Bürsten sitzt, kommt ein winziger Klecks farblose Schuhcreme dazu, aufgetragen mit einem zweiten Tuch. Damit wird aus zwei Arbeitsschritten ein Ablauf mit vier – und die Frage, wie wenig Creme reicht, ist für ein Kind ein eigenes Experiment.

Die Möhre schälen

ab 3 Jahren  ·  Zweihändigkeit · Werkzeuggebrauch · Ausdauer
Ein helles Holztablett von oben, darauf ein kleines Schneidebrett aus Holz mit einer dicken orangefarbenen Moehre, daneben ei
Eine Möhre, ein Sparschäler, eine Schale für die Schalen.

Eine gewaschene Möhre liegt auf einem kleinen Brett, daneben ein Sparschäler mit dickem Griff und eine Schale für die Schalen. Das Kind hält die Möhre am oberen Ende fest und zieht den Schäler von sich weg nach unten. Immer in dieselbe Richtung, immer weg vom Körper.

Schälen dauert länger als schneiden, und das ist der Punkt. Eine Möhre ist erst nach zwanzig, dreißig Zügen fertig. Kinder, die bei Schneideübungen nach drei Scheiben aufstehen, bleiben hier oft sitzen, weil man den Fortschritt an der Möhre sehen kann.

Das kommt aufs Tablett
  • Ein Tablett und ein kleines Schneidebrett
  • Ein Sparschäler mit dickem, kurzem Griff
  • Eine oder zwei dicke Möhren, gewaschen
  • Eine kleine Schale für die Schalen
  • Ein Tuch zum Abwischen der Hände

Das übt Dein Kind dabei

Beide Hände haben unterschiedliche Aufgaben: Die eine hält und dreht, die andere zieht. Diese Arbeitsteilung zwischen führender und haltender Hand ist dieselbe, die später beim Schreiben gebraucht wird, wenn eine Hand das Blatt hält und die andere den Stift führt.

Nebenbei lernt Dein Kind etwas über Richtung und Sicherheit. Der Schäler funktioniert nur in einer Richtung, und er wird immer vom Körper weggezogen. Das ist keine Regel, die man aufsagt, sondern eine, die die Möhre bestätigt – geschält wird nur, wer richtig zieht.

Wenn es zu leicht wird: Die geschälte Möhre wandert anschließend unter ein Kindermesser und wird in Scheiben geschnitten, die auf einem Teller für alle bereitstehen. Aus der Übung wird damit ein Beitrag zum Abendessen, und das ändert für ein dreijähriges Kind alles.

Waschlappen falten

ab 3 Jahren  ·  Kantengefühl · Ordnungssinn · Selbstkontrolle
Ein flaches Holztablett von oben fotografiert, darauf links ein unordentlicher Stapel hellblauer und weisser Waschlappen, rec
Ein Stapel Waschlappen, ein leerer Korb – und eine Naht, die den Weg zeigt.

Fünf oder sechs Waschlappen liegen ungefaltet auf dem Tablett, daneben steht ein kleiner Korb. Das Kind nimmt einen, legt ihn flach hin, klappt ihn einmal in der Mitte zusammen, dann noch einmal, und legt ihn in den Korb. Der nächste kommt obendrauf.

Waschlappen sind für den Anfang besser geeignet als Handtücher: Sie sind quadratisch, steif genug, um liegen zu bleiben, und klein genug, dass ein Dreijähriger sie mit beiden Händen überblickt. Wenn das Falten sitzt, kann er es an der echten Wäsche machen.

Das kommt aufs Tablett
  • Ein Tablett oder eine glatte Tischunterlage
  • Fünf bis sechs gleiche Waschlappen, gern einfarbig
  • Ein flacher Korb oder eine Schachtel für die gefalteten Tücher
  • Bei Bedarf eine Stoffunterlage mit aufgenähter Mittellinie

Das übt Dein Kind dabei

Falten heißt, zwei Kanten zur Deckung zu bringen. Dafür muss Dein Kind die Ecken sehen, bevor es sie greift, und mit beiden Händen gleichzeitig arbeiten. Es ist eine der wenigen Übungen, bei der die Hände exakt spiegelbildlich dasselbe tun müssen.

Und die Kontrolle liegt im Material: Liegen die Ecken nicht aufeinander, sieht der Waschlappen schief aus – jeder sieht es, auch das Kind. Es braucht niemanden, der sagt, ob es stimmt. Genau dieses Merkmal macht eine Übung nach Montessori zu einer, bei der ein Kind allein bleiben kann.

Wenn es zu leicht wird: Nähe mit farbigem Garn eine Linie quer über die Mitte eines der Waschlappen. Sie zeigt, wo die Falte hingehört, und macht das Ergebnis überprüfbar. Später kommen Stofftaschentücher dazu, die weicher sind und deshalb schwieriger.

Ein Ei aufschlagen und verquirlen

ab 3 Jahren  ·  Kraftdosierung · Handgelenk · Küchenarbeit
Montessori Tablett mit eine weisse Keramikschuessel, daneben ein kleines Schaelchen mit zwei braunen Eiern, eine Metallgabel
Zwei Eier, eine Schüssel, eine Gabel – und ein Moment, der nicht rückgängig zu machen ist.

Auf dem Tablett stehen eine kleine Schüssel, ein Schälchen mit zwei Eiern und eine Gabel. Das Kind schlägt das Ei am Schüsselrand an, öffnet es mit beiden Daumen über der Schüssel und verquirlt es dann mit der Gabel, bis kein Gelb mehr zu erkennen ist.

Das erste Ei geht meistens daneben, mit Schale in der Schüssel. Lass die Schale drin und reiche einen kleinen Löffel zum Herausfischen – auch das gehört zur Übung. Beim zweiten Ei sitzt der Schlag schon anders, weil das Kind gemerkt hat, wie fest es sein muss.

Das kommt aufs Tablett
  • Ein Tablett mit Rand
  • Eine kleine Schüssel mit stabilem Rand
  • Zwei Eier in einem Schälchen
  • Eine Gabel
  • Ein kleiner Löffel für Schalenstücke und ein Tuch

Das übt Dein Kind dabei

Ein Ei verlangt eine Kraft, die genau in der Mitte liegt: zu zaghaft, und nichts passiert; zu fest, und alles zerbricht. Es gibt kaum ein Material im Haushalt, das so unmittelbar zurückmeldet, ob ein Kind seine Kraft im Griff hat.

Das Verquirlen danach ist eine reine Handgelenksbewegung, kreisend und schnell – dieselbe, die später beim Rühren, Schrauben und Wischen gebraucht wird. Weil das Ei sich dabei sichtbar verändert, rühren Kinder oft doppelt so lange, wie nötig wäre.

Wenn es zu leicht wird: Aus den verquirlten Eiern wird Rührei – mit einer Prise Salz, die das Kind selbst nimmt. Wer sicher aufschlägt, trennt beim nächsten Mal Eiweiß und Eigelb mit einem Trenner oder über den Fingern in zwei Schälchen.

Feinmotorik und Werkzeug

Dreijährige Hände sind kräftig genug für richtiges Werkzeug – Schraubendreher, Locher, Rolle. Der Reiz liegt darin, dass diese Dinge Erwachsenen gehören und trotzdem funktionieren, wenn ein Kind sie in die Hand nimmt.

Mit dem Schraubendreher schrauben

ab 3 Jahren  ·  Drehbewegung · Auge-Hand-Koordination · Werkzeugverständnis
Montessori Tablett mit ein helles Holzbrett mit vier eingedrehten Schrauben, daneben ein Schraubendreher mit rotem Griff und
Ein Holzbrett mit vorgebohrten Löchern, Schrauben und ein echter Schraubendreher.

Nimm ein Stück weiches Holz – eine Leiste oder ein Reststück Fichte – und drehe vier bis sechs Schrauben mit großem Kreuzschlitz ein paar Umdrehungen vor, sodass sie von allein stehen. Auf dem Tablett liegen das Brett, ein passender Schraubendreher und ein Schälchen für die herausgedrehten Schrauben.

Kinder fangen fast immer mit dem Herausdrehen an, weil das leichter ist und schneller geht. Erst wenn alle Schrauben im Schälchen liegen, kommt die Frage, wie sie wieder hineinkommen – und dann wird es interessant, denn der Schraubendreher rutscht ab, solange die Hand nicht drückt.

Das kommt aufs Tablett
  • Ein Tablett
  • Ein Stück weiches Holz mit vorgebohrten Löchern
  • Vier bis sechs Kreuzschlitzschrauben, mindestens 4 mm dick
  • Ein Schraubendreher mit dickem Griff, passend zum Kreuz
  • Ein Schälchen für die losen Schrauben

Das übt Dein Kind dabei

Schrauben verlangt zwei Dinge gleichzeitig: Druck nach unten und Drehung zur Seite. Fällt eines davon weg, springt die Klinge aus dem Kreuz. Dein Kind muss also lernen, zwei Kräfte gleichzeitig zu halten – eine Fähigkeit, die die meisten Fädel- und Steckübungen nicht abverlangen.

Was man dem Tablett nicht ansieht: Es beantwortet die Frage, wozu ein Werkzeug da ist. Ein Schraubendreher ist kein Spielzeug, das etwas darstellt, sondern ein Gegenstand, der eine Aufgabe erledigt, die mit bloßen Fingern nicht geht. Kinder merken diesen Unterschied genau.

Wenn es zu leicht wird: Lege zwei verschiedene Schraubengrößen und zwei Schraubendreher dazu. Das Kind muss dann erst prüfen, was zusammenpasst. Später kommen Schrauben mit Mutter und Beilagscheibe hinzu, die von der Rückseite gekontert werden.

Der Locher und das Konfetti

ab 3 Jahren  ·  Handkraft · Genauigkeit · Ursache und Wirkung
Montessori Tablett mit ein schwarzer Buerolocher, daneben ein Stapel schmaler Papierstreifen in Rot, Gelb und Blau und eine k
Ein Locher, bunte Papierstreifen und eine Schale, die sich langsam füllt.

Ein einfacher Bürolocher steht auf dem Tablett, daneben ein Stapel schmaler Papierstreifen in kräftigen Farben und ein Schälchen. Das Kind schiebt einen Streifen hinein, drückt mit der flachen Hand oder beiden Händen zu und kippt das Konfetti aus dem Auffangfach in die Schale.

Der Reiz liegt in dem Geräusch und darin, dass aus einem langen Streifen viele kleine Kreise werden. Nimm einen Locher mit weicher Feder – manche Modelle brauchen so viel Kraft, dass ein Dreijähriger sich nur ärgert.

Das kommt aufs Tablett
  • Ein Tablett
  • Ein einfacher Bürolocher, möglichst leichtgängig
  • Bunte Papierstreifen, etwa drei Zentimeter breit
  • Eine Schale für das Konfetti
  • Ein Klebestift und ein Blatt Papier für die Weiterarbeit

Das übt Dein Kind dabei

Der Locher braucht Kraft von oben, aufgebracht mit gestrecktem Arm und ganzem Körpergewicht. Für ein dreijähriges Kind ist das eine echte Anstrengung, die Schultergürtel und Handballen kräftigt – die Muskelgruppen, die eine Stifthaltung überhaupt erst tragen können.

Und es gibt etwas zu begreifen: Wo der Streifen liegt, entsteht das Loch, und dort, wo das Loch war, ist jetzt ein Kreis in der Schale. Dass ein Stück Papier gleichzeitig verschwindet und auftaucht, beschäftigt Kinder in diesem Alter länger, als man vermutet.

Wenn es zu leicht wird: Zeichne eine Linie auf den Streifen, auf der die Löcher liegen sollen – jetzt geht es nicht mehr nur ums Stanzen, sondern ums Zielen. Das Konfetti wird anschließend mit dem Klebestift zu einem Bild aufgeklebt.

Muster in die Knete rollen

ab 3 Jahren  ·  Beidhändige Führung · Druckdosierung · Musterwahrnehmung
Montessori Tablett mit eine flach ausgerollte Platte gelber Knete mit sichtbaren Rillenmustern, daneben drei Papprollen, eine
Selbstgebaute Roller aus Papprollen, die jeweils ein anderes Muster hinterlassen.

Wickle um zwei bis drei leere Küchenpapierrollen unterschiedliches Material: eine mit Schnur umwickelt, eine mit aufgeklebten Moosgummi-Streifen, eine mit einer Luftpolsterfolie. Auf dem Tablett liegen die Roller, eine flache Platte Knete und ein Nudelholz zum Glattmachen.

Das Kind rollt einen Roller über die Knete und findet darin das Muster wieder – Rillen, Streifen, Punkte. Danach wird die Knete wieder glatt gerollt und der nächste Roller ist dran. Der Wechsel zwischen Muster und Glätte ist der eigentliche Motor dieser Übung.

Das kommt aufs Tablett
  • Ein Tablett
  • Zwei bis drei leere Küchen- oder Klopapierrollen
  • Schnur, Moosgummi-Reste, Luftpolsterfolie und Klebeband zum Umwickeln
  • Eine Handvoll Knete oder selbstgemachter Salzteig
  • Ein kleines Nudelholz

Das übt Dein Kind dabei

Rollen ist eine Bewegung, bei der beide Hände denselben Weg gehen müssen, sonst kippt der Roller weg. Gleichzeitig entscheidet der Druck, wie tief das Muster wird. Dein Kind reguliert also Richtung und Kraft in einer einzigen Bewegung.

Das Zweite ist eine Seherfahrung: Was auf der Rolle rund herum liegt, erscheint auf der Knete als Fläche. Kinder probieren nach ein paar Malen aus, welcher Roller welche Spur hinterlässt, und beginnen vorherzusagen, was gleich kommt. Genau das ist der Anfang von Mustererkennung.

Wenn es zu leicht wird: Baue einen vierten Roller, bei dem ein Muster nur an einer Stelle sitzt – dann entsteht die Spur nur alle paar Zentimeter, in einem Rhythmus. Ältere Kinder legen anschließend die Roller in die Reihenfolge, in der die Abdrücke auf der Knete zu sehen sind.

Bänder durch das Sieb fädeln

ab 3 Jahren  ·  Pinzettengriff · Zielgenauigkeit · Raumvorstellung
Montessori Tablett mit ein umgedrehtes rundes Metallsieb mit weiten Maschen, durch das mehrere bunte Baender und Schnuersenke
Ein umgedrehtes Küchensieb und Bänder, die oben verschwinden und unten wieder auftauchen.

Ein Metallsieb mit weiten Maschen liegt umgedreht auf dem Tablett, daneben in einer Schale Schnürsenkel, Bänder oder Pfeifenreiniger. Das Kind schiebt ein Band von oben durch eine Masche und zieht es von unten wieder heraus – oder lässt es stecken und fädelt es weiter durch die nächste.

Nach ein paar Minuten sieht das Sieb aus wie ein Igel. Manche Kinder ziehen alles wieder heraus und fangen von vorn an, andere fädeln so lange, bis kein Loch mehr frei ist. Beides ist in Ordnung – die Übung hat kein festgelegtes Ergebnis.

Das kommt aufs Tablett
  • Ein Tablett
  • Ein Metallsieb mit weiten Maschen oder ein kleines Gitterkörbchen
  • Sechs bis acht Schnürsenkel, Bänder oder Pfeifenreiniger
  • Eine Schale für die Bänder
  • Wahlweise ein Gummiband, um die Enden zu bündeln

Das übt Dein Kind dabei

Das Band muss zwischen Daumen und Zeigefinger geführt werden, sonst trifft es die Masche nicht. Weil das Sieb gewölbt ist, liegt jedes Loch in einem anderen Winkel – dieselbe Bewegung funktioniert nie zweimal genau gleich, und das hält die Aufmerksamkeit oben.

Der versteckte Teil: Das Kind arbeitet an einer Sache, die zwei Seiten hat. Es steckt oben hinein und muss unten greifen, ohne dorthin zu sehen. Diese Vorstellung von einem Innen und einem Außen ist Grundlage für vieles später – vom Anziehen bis zum Verstehen, wie ein Knoten hält.

Wenn es zu leicht wird: Gib nur noch Bänder in zwei Farben dazu und schlage vor, sie abwechselnd einzufädeln. Wer das mag, verknotet die Enden unter dem Sieb, sodass beim Herausziehen alles zusammenhängt.

Sinne und Ordnen

Zwischen drei und vier fängt ein Kind an, Unterschiede nicht nur zu bemerken, sondern zu sortieren: schwerer, heller, salziger. Diese Tabletts geben ihm dafür Material, das sich eindeutig ordnen lässt – und Wörter, um zu sagen, was es merkt.

Schwer und leicht auf der Waage

ab 3 Jahren  ·  Gewichtssinn · Vergleichen · Erste Begriffe für Mengen
Montessori Tablett mit verteilt Kastanien, Weinkorken, Metallmuttern und Wattebaeusche in kleinen Haeufchen, daneben zwei gle
Eine Waage aus einem Kleiderbügel, zwei Bechern und einem Haken an der Regalkante.

Hänge an die beiden Enden eines Holz-Kleiderbügels je einen kleinen Becher an Schnüren, und häng den Bügel so auf, dass er frei schwingt. Auf dem Tablett darunter liegen Dinge zum Wiegen: Kastanien, Korken, Radiergummis, Muttern, Wattebäusche.

Das Kind legt links etwas hinein und rechts etwas anderes und sieht sofort, welche Seite sinkt. Interessant wird es bei drei Korken gegen eine Mutter – hier stimmt zum ersten Mal nicht, was das Auge erwartet hätte.

Das kommt aufs Tablett
  • Ein Tablett für die Wiegedinge
  • Ein Holz-Kleiderbügel und zwei gleiche kleine Becher
  • Vier Stücke Schnur gleicher Länge
  • Eine Auswahl kleiner Dinge in klar unterschiedlichen Gewichten
  • Ein Haken oder eine Türklinke zum Aufhängen

Das übt Dein Kind dabei

Gewicht ist der einzige Sinneseindruck, den man weder sehen noch hören kann – er wird nur gefühlt. Die Waage macht ihn sichtbar. Dein Kind hält zuerst mit den eigenen Händen zwei Dinge gegeneinander und prüft dann, ob die Waage ihm recht gibt.

Dabei entstehen fast von allein die Wörter dafür: schwerer, leichter, gleich. Diese Begriffspaare brauchen Kinder später beim Vergleichen von Mengen, und sie sitzen umso fester, je öfter sie an einem Gegenstand erlebt wurden, statt nur an einem Bild.

Wenn es zu leicht wird: Lege eine Handvoll gleicher Dinge dazu – etwa zwanzig Kastanien – und lass Dein Kind herausfinden, wie viele davon eine Schere aufwiegen. Damit wird aus dem Vergleichen ein Zählen, ganz ohne dass jemand es vorgeschlagen hätte.

Eine Farbe in Stufen legen

ab 3 Jahren  ·  Farbsehen · Abstufungen ordnen · Konzentration
Ein helles Holztablett von oben, darauf eine Reihe von fuenf quadratischen Pappkaertchen in abgestuften Blautoenen von sehr h
Fünf Farbkarten in Blau, von ganz hell bis ganz dunkel.

Aus dem Baumarkt kommen die kostenlosen Farbfächer für Wandfarbe. Schneide daraus fünf Abstufungen einer einzigen Farbe aus – etwa fünf Blautöne – und klebe sie auf gleich große Stücke Pappe. Auf dem Tablett liegen sie gemischt in einer Schale.

Das Kind legt sie in einer Reihe aus, vom hellsten zum dunkelsten. Mit drei Jahren reichen meistens drei bis vier Stufen; wird der Unterschied zu klein, kippt die Konzentration. Fang lieber leichter an und leg später eine Zwischenstufe dazu.

Das kommt aufs Tablett
  • Ein Tablett
  • Fünf Farbkarten in Abstufungen einer Farbe, auf Pappe geklebt
  • Ein Schälchen, in dem die Karten gemischt liegen
  • Eine helle Unterlage, damit die Farben nicht durch den Untergrund verfälscht werden
  • Später: dieselbe Reihe in einer zweiten Farbe

Das übt Dein Kind dabei

Hier geht es nicht darum, Blau von Rot zu unterscheiden – das kann ein Dreijähriger längst. Es geht darum, innerhalb einer Farbe zu vergleichen. Das Auge muss zwei sehr ähnliche Töne nebeneinanderhalten und entscheiden, welcher heller ist. Das ist deutlich schwerer und deshalb so fesselnd.

Was man dem Tablett nicht ansieht: Das Kind lernt hier eine Denkform, keine Farbe. Etwas in eine Reihenfolge zu bringen, in der jedes Stück zwischen zwei anderen liegt, ist dieselbe Leistung wie beim Ordnen nach Größe, Gewicht oder später nach Zahl.

Wenn es zu leicht wird: Mische die Karten zweier Farben und lass Dein Kind erst nach Farbe trennen und dann jede Reihe ordnen. Wer sicher ist, legt die Reihe verkehrt herum – vom Dunkelsten zum Hellsten, was überraschend viel schwerer fällt.

Süß, sauer, salzig

ab 3 Jahren  ·  Geschmackssinn · Benennen · Vorsichtiges Probieren
Montessori Tablett mit vier kleine Glaeser mit klarem Wasser in einer Reihe, vor jedem Glas ein kleiner Metalloeffel, am Rand
Drei Gläser Wasser, drei Löffel – und drei Wörter, die vorher niemand brauchte.

Rühre in drei kleine Gläser mit Wasser je eine Zutat: etwas Zucker, etwas Salz, ein paar Tropfen Zitronensaft. Ein viertes Glas bleibt reines Wasser. Dazu kommen ein Löffel pro Glas und ein Glas zum Nachtrinken.

Das Kind probiert einen Löffel und sagt, was es schmeckt. Am Anfang genügen zwei Gläser – süß und sauer sind am leichtesten zu unterscheiden. Salzig kommt dazu, wenn die ersten beiden sicher benannt werden.

Das kommt aufs Tablett
  • Ein Tablett mit Rand
  • Drei bis vier kleine Gläser mit Wasser
  • Zucker, Salz und Zitronensaft
  • Ein kleiner Löffel für jedes Glas
  • Ein Glas klares Wasser zum Nachtrinken

Das übt Dein Kind dabei

Geschmack ist ein Sinn, über den mit Kindern selten in Ruhe gesprochen wird – meistens fällt unterwegs ein „lecker“ oder „mag ich nicht“. Hier wird ein einzelner Eindruck isoliert, ohne Geruch, Farbe und Konsistenz, die sonst mitreden.

Dabei entsteht Wortschatz, der ungewöhnlich gut hält. Kinder, die einmal am Glas mit dem Zitronenwasser gesessen haben, benutzen das Wort „sauer“ danach richtig – auch bei Dingen, die sie zum ersten Mal essen. Erlebtes Vokabular wandert schneller in den aktiven Gebrauch.

Wenn es zu leicht wird: Deck die Gläser mit einem Tuch ab und mische sie durch: Jetzt muss Dein Kind nur am Geschmack erkennen, welches welches war. Später kommt ein Glas mit einem Hauch Grapefruit- oder Kakaobitterkeit dazu – bitter ist die schwierigste der vier Geschmacksrichtungen.

Holz, Metall, Stoff

ab 3 Jahren  ·  Tastsinn · Kategorien bilden · Wortschatz für Material
Montessori Tablett mit drei weisse Keramikschalen nebeneinander, in einer Holzperlen und eine Waescheklammer, in der zweiten
Drei Schalen, ein Korb voller Dinge – und die Frage, woraus sie gemacht sind.

Sammle etwa zwölf kleine Gegenstände aus drei Materialien: Wäscheklammer, Holzperle und Kochlöffel; Löffel, Schraube und Schlüssel; Stoffband, Waschlappenstück und Filzquadrat. Alles liegt gemischt in einem Korb, daneben stehen drei leere Schalen.

Das Kind sortiert. Anders als beim Farbensortieren sieht man das Merkmal nicht sofort – ein silbern lackierter Holzknopf sorgt für Diskussion. Genau solche Zweifelsfälle sind gut, denn dann wird angefasst, geklopft und geprüft, statt nur geschaut.

Das kommt aufs Tablett
  • Ein Tablett und drei Schalen
  • Vier kleine Gegenstände aus Holz
  • Vier kleine Gegenstände aus Metall
  • Vier kleine Gegenstände aus Stoff oder Filz
  • Ein Korb, in dem alles gemischt liegt

Das übt Dein Kind dabei

Metall ist kühl und schwer, Holz warm und leicht, Stoff nachgiebig. Diese Unterschiede nimmt die Haut wahr, nicht das Auge. Dein Kind lernt, seinem Tastsinn zu trauen, auch wenn das Aussehen etwas anderes nahelegt.

Der zweite Teil ist ein Denkschritt: Aus zwölf Einzeldingen werden drei Gruppen, weil sie etwas gemeinsam haben, das man nicht sieht. Kategorien nach einem unsichtbaren Merkmal zu bilden, ist etwas anderes, als nach Farbe zu sortieren – und es ist der Schritt, den Dreijährige gerade gehen können.

Wenn es zu leicht wird: Leg die Dinge in einen Stoffbeutel: Jetzt wird nur noch ertastet und ohne Hinsehen in die richtige Schale gelegt. Nachher wird aufgedeckt und gemeinsam nachgeschaut, was gestimmt hat.

Erste Zahlen und Formen

Noch geht es nicht ums Rechnen. Es geht darum, dass drei Steine, drei Punkte und das Wort „drei“ im Kopf dieselbe Sache werden – und dass ein Dreieck auffällt, weil es Ecken hat.

Formen auf dem Nagelbrett spannen

ab 3 Jahren  ·  Formen erkennen · Fingerkraft · Planen
Montessori Tablett mit ein quadratisches Holzbrett mit sechzehn Naegeln in gleichmaessigem Raster, darauf ein rotes Gummiband
Ein Brett mit Nägeln im Raster und bunte Haushaltsgummis.

Schlage in ein Stück Holz Nägel im gleichmäßigen Abstand ein – vier mal vier reichen für den Anfang. Achte darauf, dass die Köpfe glatt sind und die Nägel fest sitzen. In einem Schälchen daneben liegen Haushaltsgummis in mehreren Farben.

Das Kind spannt ein Gummi um drei Nägel und hat ein Dreieck, um vier und hat ein Viereck. Am Anfang entstehen vor allem krumme Vielecke, und das ist richtig so – die Frage „Wie mache ich einen Kreis?“ stellt sich von allein und lässt sich hier nicht lösen. Auch das ist eine Erkenntnis.

Das kommt aufs Tablett
  • Ein Tablett
  • Ein Holzbrett mit Nägeln in gleichmäßigem Raster
  • Ein Schälchen mit Haushaltsgummis in verschiedenen Farben und Stärken
  • Wahlweise Karten mit vorgezeichneten Formen zum Nachspannen

Das übt Dein Kind dabei

Ein Gummi über einen Nagel zu ziehen, verlangt gespreizte Finger und gleichzeitig Kraft – meist arbeiten Daumen und Zeigefinger beider Hände zusammen. Es ist eine der wenigen Übungen, bei denen die Finger etwas festhalten müssen, das sich wehrt.

Dazu kommt das Planen: Wer ein Dreieck will, muss vorher drei Nägel aussuchen. Kinder fangen an, mit dem Finger die Ecken abzuzählen, bevor sie spannen. Damit ist die Ecke keine Eigenschaft mehr, die man an einem Bild sieht, sondern etwas, das man selbst herstellt.

Wenn es zu leicht wird: Zeichne auf Karten einfache Formen im selben Raster vor – Dreieck, Quadrat, Treppe – und lass sie nachspannen. Wer das kann, legt zwei Gummis ineinander und schaut, welche Form dazwischen entsteht.

Würfeln und so viele Steine legen

ab 3 Jahren  ·  Menge erfassen · Zählen mit Berührung · Zuordnen
Montessori Tablett mit ein grosser Holzwuerfel mit drei sichtbaren Punkten, daneben ein graues Filzstueck mit drei grauen Kie
Ein großer Würfel, eine Schale Kieselsteine und ein Feld für die Menge.

Auf dem Tablett liegen ein großer Würfel mit Punkten, eine Schale mit Kieselsteinen oder Knöpfen und ein Stück Filz als Ablagefeld. Das Kind würfelt, zeigt auf jeden Punkt und legt für jeden Punkt einen Stein auf den Filz. Dann wird alles zurückgeräumt und neu gewürfelt.

Nimm für den Anfang einen Würfel mit nur ein bis drei Punkten – Du kannst die höheren Seiten mit Klebepunkten überkleben. Sechs Punkte auf einmal überfordern die meisten Dreijährigen, und dann wird geraten statt gezählt.

Das kommt aufs Tablett
  • Ein Tablett
  • Ein großer Würfel, gern aus Holz oder Schaumstoff
  • Eine Schale mit gleichen Kieselsteinen, Knöpfen oder Kastanien
  • Ein Stück Filz oder ein Deckel als Ablagefeld
  • Klebepunkte zum Abdecken hoher Würfelseiten

Das übt Dein Kind dabei

Zählen heißt in diesem Alter: jedem Ding genau ein Wort zuordnen, nicht schneller sprechen als die Hand arbeitet. Weil Dein Kind hier jeden Punkt berührt und dann einen Stein legt, entsteht diese Eins-zu-eins-Zuordnung ganz körperlich.

Was dabei nebenbei passiert: Dieselbe Menge zeigt sich in zwei völlig verschiedenen Formen – als Punktbild auf dem Würfel und als Häufchen Steine. Dass beides „drei“ ist, obwohl es unterschiedlich aussieht, ist der eigentliche Schritt zum Zahlbegriff.

Wenn es zu leicht wird: Lege Ziffernkarten von 1 bis 3 dazu, die zum Häufchen gelegt werden. Wer sicher zählt, bekommt einen zweiten Würfel und legt die Steine beider Würfe zusammen auf ein Feld – ohne dass vom Rechnen die Rede sein muss.

Runde Dinge, eckige Dinge

ab 3 Jahren  ·  Formen unterscheiden · Übertragen auf Alltagsdinge · Sprache
Ein grosses Holztablett von oben, darauf links ein Blatt Papier mit einem grossen aufgeklebten Kreis aus Kreppband, rechts ei
Zwei aufgeklebte Formen auf dem Tablett und ein Korb mit Dingen aus dem Haushalt.

Klebe mit Kreppband einen großen Kreis und ein großes Viereck auf zwei Blätter Papier, je eines auf eine Tablettseite. In einem Korb liegen Dinge aus dem Haushalt: ein Flaschendeckel, ein Radiergummi, eine Münze, ein Bauklotz, ein Knopf, ein Streichholzschächtelchen, eine Scheibe Korken.

Das Kind nimmt einen Gegenstand, dreht ihn, und legt ihn auf die passende Fläche. Bei manchen Dingen ist es eindeutig, bei anderen kommt es auf die Ansicht an – ein Becher ist von oben rund und von der Seite eckig. Solche Fälle sind die interessantesten des ganzen Tabletts.

Das kommt aufs Tablett
  • Ein Tablett
  • Zwei Blätter Papier mit einem aufgeklebten Kreis und einem Viereck
  • Kreppband oder ein dicker Filzstift
  • Acht bis zehn kleine Haushaltsdinge, klar rund oder klar eckig
  • Ein Korb für die ungeordneten Dinge

Das übt Dein Kind dabei

Die Form von einem Gegenstand zu trennen, ist eine Abstraktionsleistung: Der Knopf ist nicht „ein Knopf“, sondern in diesem Moment „etwas Rundes“. Dein Kind lernt, eine einzelne Eigenschaft aus einem Ding herauszuziehen und alles andere daran zu ignorieren.

Und es entsteht Sprache, die genauer ist als „so ein Ding“. Rund, eckig, Ecke, Kante – diese Wörter braucht ein Kind ein Jahr später, wenn es Buchstaben unterscheiden soll, die sich genau darin unterscheiden: ein O ist rund, ein A hat Spitzen.

Wenn es zu leicht wird: Nimm ein drittes Blatt mit einem Dreieck dazu und such passende Dinge – die sind seltener und müssen gesucht werden, was oft zu einer Runde durch die Wohnung führt. Später wird nur noch ertastet, mit einem Tuch über dem Korb.

So funktionieren die Tabletts im Alltag

Ein Tablett ist immer vollständig. Alles, was für die Übung nötig ist, liegt darauf – auch das Tuch zum Aufwischen und die Schale für das, was danebengeht. Muss Dein Kind mitten in der Arbeit aufstehen und Dich um den Löffel bitten, ist die Konzentration weg, und sie kommt selten zurück. Das ist der häufigste Grund, warum ein an sich gutes Tablett nicht funktioniert.

Zeig die Übung einmal, langsam und ohne dabei zu sprechen. Das fühlt sich am Anfang seltsam an, hat aber einen Grund: Ein Kind kann nicht gleichzeitig genau hinsehen und zuhören. Wenn Du erklärst, während Du zeigst, sieht es die entscheidende Handbewegung nicht. Danach gibst Du das Tablett aus der Hand und setzt Dich zurück – auch wenn Dein Kind es anders macht als Du.

Stell nicht mehr als vier bis sechs Tabletts gleichzeitig ins Regal, jedes an einem festen Platz und in Augenhöhe des Kindes. Tausch alle paar Wochen eines aus, statt alles auf einmal neu zu machen. Was gerade sehr beliebt ist, bleibt stehen, auch wenn es Dir längst langweilig vorkommt – Wiederholung ist bei Dreijährigen kein Stillstand, sondern die Art, wie sie etwas zu Ende bringen.

Zum Tablett gehört das Zurückräumen. Reis zurück in die Schale, Schrauben zurück ins Schälchen, Tablett zurück ins Regal – erst dann ist die Arbeit fertig. Anfangs machst Du es mit, ohne Aufforderung, einfach indem Du anfängst. Nach ein paar Wochen räumen die meisten Kinder von selbst, weil das Tablett sonst beim nächsten Mal unbrauchbar wäre.

Und wenn ein Tablett liegen bleibt: Es liegt fast nie am Kind. Meistens ist die Übung zu leicht, zu schwer oder das Material zu wackelig – ein Sieb, das wegrutscht, ein Locher, der zu streng geht. Schau eine Woche später noch einmal hin und ändere eine Kleinigkeit, statt die Idee abzuschreiben.

Häufige Fragen

Wie lange sollte ein Dreijähriger an einem Tablett bleiben?

Das lässt sich nicht vorgeben, und es schwankt stark. Manche Kinder arbeiten zwanzig Minuten an einer Übung, andere fünf, und dasselbe Kind macht beides an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Wichtiger als die Dauer ist, dass Du nicht unterbrichst, solange Dein Kind vertieft ist – auch nicht mit einem Lob. Ein „Toll gemacht!“ mitten in der Arbeit beendet sie zuverlässig.

Mein Kind macht die Übung ganz anders als gedacht. Soll ich eingreifen?

Nur wenn etwas kaputtgeht oder gefährlich wird. Wenn Dein Kind die Bänder nicht durch das Sieb fädelt, sondern sie sortiert oder zu einem Nest legt, ist das eine eigene Beschäftigung mit demselben Material – und die ist genauso viel wert. Nach ein paar Tagen entdecken die meisten Kinder die eigentliche Übung von allein wieder.

Sind echte Werkzeuge mit drei Jahren nicht zu gefährlich?

Ein Schraubendreher, ein Sparschäler und ein Locher sind in dem Alter gut zu handhaben, wenn Du dabeibleibst und die Übung einmal ruhig gezeigt hast. Riskanter als das Werkzeug ist die Situation: ein wackelnder Tisch, ein Brett, das verrutscht, Geschwister, die dazwischenrufen. Sorg für einen festen Platz, dann sind die Werkzeuge selbst kein Problem. Was Dein Kind noch nicht kann, merkst Du in den ersten zwei Minuten.

Muss ich alles selbst basteln oder gibt es fertige Tabletts?

Fertig kaufen kannst Du fast alles, nötig ist es nicht. Der Unterschied liegt nicht im Material, sondern darin, ob die Übung zum Kind passt. Ein Nagelbrett aus einem Reststück Holz erfüllt denselben Zweck wie ein gekauftes Geobrett, und Du kannst den Nagelabstand an die Hand Deines Kindes anpassen. Investier lieber in ein rutschfestes Tablett mit erhöhtem Rand – das brauchst Du bei jeder Übung.

Ab wann sollten Zahlen und Buchstaben dazukommen?

Die Zahlentabletts in diesem Artikel arbeiten mit Mengen, nicht mit Rechenaufgaben, und das ist für drei Jahre genau richtig. Ein Kind muss erst erlebt haben, dass drei Steine, drei Punkte und das Wort „drei“ dasselbe meinen. Ziffern als Symbol dazuzulegen, ergibt Sinn, sobald Dein Kind sicher bis drei oder vier abzählt und dabei jedes Ding einmal berührt. Vorher sind die Ziffern nur Zeichen, die man auswendig lernt.

Folge uns auf:

Schreibe einen Kommentar

Affiliate Hinweis

Diese Webseite ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen.

Folge uns