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Montessori-Material selber machen: Sandpapierbuchstaben, Farbtäfelchen und Zahlenstangen

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Wer zum ersten Mal einen Katalog für Montessori-Material aufschlägt, schluckt bei den Preisen. Dabei ist vieles von dem, was im Kinderhaus im Regal steht, erstaunlich schlicht gebaut: Pappe, Schleifpapier, Holzleisten, ein paar Perlen. Die Sorgfalt steckt nicht im Material, sondern in den Maßen und darin, dass jedes Stück genau eine Sache zeigt.

Hier findest Du zwölf klassische Materialien für Kinder zwischen drei und sechs, die Du mit Dingen aus Haushalt und Bastelschrank nachbauen kannst: für die Sinne, für Sprache und Schrift und für die ersten Zahlen. Bei manchen hilft Dein Kind kräftig mit, bei anderen bereitest Du das meiste vor, und es bekommt am Ende ein fertiges Material.

Selbstgemachtes muss nicht perfekt aussehen, aber es muss stimmen. Ein Farbpaar, das nicht ganz gleich ist, oder eine Zahlenstange, die einen Zentimeter zu kurz geraten ist, verwirrt mehr, als es hilft. Deshalb steht bei jeder Idee dabei, wo es erfahrungsgemäß hakt.

Material für die Sinne

Farben, Geräusche, Oberflächen: Montessoris Sinnesmaterial lässt sich gut nachbauen, weil es auf einem einfachen Prinzip beruht. Fast alles gibt es paarweise, und das Kind sucht das passende Gegenstück.

Die Farbtäfelchen aus Musterkarten

ab 3 Jahren  ·  45 Minuten · leicht
Die Farbtäfelchen aus Musterkarten — Elf Paare kleiner rechteckiger Farbtaefelchen aus grauer Pappe, je 4 x 6 cm, mit glaenze
Elf Farben, jede zweimal – mehr braucht das erste Farbkästchen nicht.

Die Farbtäfelchen gehören im Montessori-Kinderhaus zu den ersten Sinnesmaterialien: kleine Täfelchen, jede Farbe genau zweimal. Das Kind mischt sie, sucht die Paare und legt sie nebeneinander. Später benennt es die Farben, noch später ordnet es Abstufungen von hell nach dunkel. Aus Graupappe und Farbmusterkarten entsteht so ein Kasten an einem Nachmittag.

Vorher schneidest Du die Pappe zu und sortierst die Musterkarten so, dass von jeder Farbe zwei gleiche Felder da sind. Genau da hakt es am häufigsten: Zwei Rottöne, die fast gleich aussehen, machen die Übung unlösbar. Leg die Paare vor dem Kleben nebeneinander ins Tageslicht. Mit einer Gruppe klappt das gut, wenn jedes Kind ein oder zwei Farben übernimmt und am Ende alles in eine gemeinsame Schachtel kommt.

Das brauchst Du
  • Graupappe oder fester Karton, ein Bogen DIN A4
  • Farbmusterkarten aus dem Baumarkt oder Tonpapier in elf Farben, je zwei gleiche Felder
  • Lösemittelfreier Bastelkleber
  • Transparente Buchfolie, ein Stück von 30 x 40 cm
  • Eine Kinderschere und ein Lineal
  • Eine flache Schachtel

So geht es

  1. Zeichne auf die Graupappe mit dem Lineal 22 Rechtecke von 4 x 6 cm und schneide sie aus – dicke Pappe übernimmst Du, dünnen Karton schneiden Fünfjährige mit der Kinderschere mit.
  2. Schneide aus den Musterkarten oder dem Tonpapier für jede Farbe zwei Felder von 4 x 4 cm: Rot, Gelb, Blau, Grün, Orange, Lila, Rosa, Braun, Grau, Schwarz und Weiß.
  3. Lass Dein Kind auf jedes Täfelchen ein Farbfeld mittig kleben, sodass oben und unten ein Rand von 1 cm frei bleibt – an diesem Rand werden die Täfelchen später angefasst.
  4. Legt alle Paare nebeneinander und prüft gemeinsam, ob beide Felder wirklich gleich aussehen; ein Paar, das nicht stimmt, tauschst Du jetzt aus.
  5. Beziehe jedes Täfelchen mit Buchfolie, damit die Farbe Fingerabdrücke übersteht, und schneide die Folie bündig ab.
  6. Fertig sind die Täfelchen, wenn der Kleber durchgetrocknet ist und kein Farbfeld mehr an den Ecken absteht; dann kommen sie gemischt in die Schachtel.

Wenn es zu leicht wird: Für Fünf- und Sechsjährige schneidest Du aus Musterkarten mit Farbverlauf sieben Abstufungen einer Farbe, vom hellsten bis zum dunkelsten Ton. Das Kind legt sie der Reihe nach – so wie im dritten Farbkasten nach Montessori.

Für Jüngere: Für Dreijährige fängst Du nur mit Rot, Gelb und Blau an, je zweimal. Die übrigen Paare kommen dazu, wenn diese sechs Täfelchen sicher zueinanderfinden.

Die Geräuschdosen mit rotem und blauem Deckel

ab 3 Jahren  ·  30 Minuten · leicht
Die Geräuschdosen mit rotem und blauem Deckel — Zwoelf gleiche kleine weisse Doeschen mit Deckel in zwei Reihen auf einem hel
Von außen alle gleich – erst das Schütteln verrät, welche zusammengehören.

Zwölf Dosen, die von außen gleich aussehen, sechs mit rotem und sechs mit blauem Punkt auf dem Deckel. In jeder roten steckt etwas, das genauso klingt wie in genau einer blauen. Das Kind schüttelt eine rote Dose am Ohr, dann nacheinander die blauen, bis es das Gegenstück gefunden hat. Dabei wird es ganz von selbst still im Raum, weil sonst niemand etwas hört.

Das Wichtigste entscheidest Du vorher: die Füllungen so wählen, dass sich die sechs Geräusche klar unterscheiden, vom leisen Rieseln bis zum harten Klappern. Hakt es, dann meist an durchsichtigen Dosen – sobald man den Inhalt sieht, wird geguckt statt gehört. Das Befüllen klappt auch mit einer Gruppe, wenn jedes Kind eine Füllung in zwei Dosen löffelt; das Paarefinden ist danach eine Arbeit für ein Kind allein.

Das brauchst Du
  • Zwölf gleiche undurchsichtige Döschen mit Deckel, etwa leere Filmdosen oder kleine Gewürzdosen
  • Klebepunkte in Rot und Blau, je sechs, und Klebepunkte in sechs weiteren Farben, je zwei
  • Grieß, Reis, Linsen, getrocknete Erbsen und Nudelhörnchen, je zwei Esslöffel, dazu vier Murmeln
  • Ein Teelöffel und ein kleiner Trichter aus gerolltem Papier
  • Eine Heißklebepistole oder kräftiges Klebeband

So geht es

Ein Kind füllt mit dem Teelöffel Linsen in eine Geräuschdose
Ein Drittel voll reicht – randvolle Dosen klingen alle gleich dumpf.
  1. Stell die zwölf Dosen in zwei Reihen auf: Auf die Deckel der einen Reihe klebt Dein Kind je einen roten Punkt, auf die der anderen je einen blauen.
  2. Lass Dein Kind eine Füllung nach der anderen mit Teelöffel und Papiertrichter in je eine rote und eine blaue Dose geben, bis jede etwa zu einem Drittel voll ist; von den Murmeln kommen je zwei in eine Dose.
  3. Klebe unter jedes Paar denselben farbigen Punkt auf den Boden, zum Beispiel Grün unter beide Reis-Dosen – so kann Dein Kind später selbst nachsehen, ob es richtig lag.
  4. Schüttelt jedes Paar noch einmal nacheinander am Ohr. Klingen zwei verschiedene Füllungen zu ähnlich, tauschst Du eine davon aus.
  5. Verschließe die Deckel mit einem Tropfen Heißkleber am Rand oder einem Streifen Klebeband – die Heißklebepistole bleibt dabei in Deiner Hand.
  6. Fertig sind die Dosen, wenn sich kein Deckel mehr öffnen lässt und beim Schütteln nur noch die Füllung zu hören ist, kein klappernder Deckel.

Wenn es zu leicht wird: Fünfjährige nehmen nur die sechs roten Dosen und stellen sie der Reihe nach auf, von der leisesten bis zur lautesten. Die Bodenpunkte helfen dabei nicht weiter – da hört am besten ein zweites Kind mit.

Für Jüngere: Für Dreijährige stellst Du nur drei Paare hin, die sehr verschieden klingen, etwa Grieß, Erbsen und Murmeln.

Die Tasttäfelchen von rau bis glatt

ab 3 Jahren  ·  40 Minuten plus eine Stunde Trockenzeit · leicht
Die Tasttäfelchen von rau bis glatt — Sechzehn quadratische Taefelchen aus grauer Pappe, je 8 x 8 cm, paarweise in zwei Reihe
Sandpapier, Filz, Wellpappe: Jede Oberfläche gibt es genau zweimal.

Acht Paare kleiner Pappquadrate, beklebt mit Stoffen und Papieren, die sich deutlich unterschiedlich anfühlen. Das Kind schließt die Augen oder bekommt ein Tuch umgebunden, tastet ein Quadrat ab und sucht mit den Fingerspitzen das gleiche. Was mit groben Unterschieden anfängt – Schleifpapier gegen Frottee –, wird mit drei Sorten Schleifpapier nebeneinander richtig knifflig.

Du suchst vorher die Materialien zusammen, und zwar so, dass von jedem zwei gleich große Stücke da sind. Bei Stoffresten fehlt oft genau das zweite Stück, also schneide beide aus demselben Rest. Achte beim Kleben darauf, dass der Kleber nicht durch dünnen Stoff schlägt, sonst fühlen sich hinterher alle Stoffquadrate gleich hart an. Mit einer Gruppe geht das Bekleben gut, jedes Kind macht ein Paar.

Das brauchst Du
  • Graupappe oder Karton aus einem Versandkarton, ein Stück von 20 x 40 cm
  • Schleifpapier in drei Körnungen, etwa 40, 80 und 180
  • Stoffreste aus Filz, Cord und Frottee, dazu ein Stück Wellpappe und Alufolie
  • Lösemittelfreier Bastelkleber und ein breiter Pinsel
  • Eine alte Schere für das Schleifpapier und eine Kinderschere
  • Ein Tuch zum Augenverbinden

So geht es

  1. Zeichne auf die Pappe 16 Quadrate von 8 x 8 cm und schneide sie aus; bei dicker Pappe nimmst Du dafür eine große Schere.
  2. Schneide das Schleifpapier mit der alten Schere in Quadrate von 8 x 8 cm, von jeder Körnung zwei – Schleifpapier macht Klingen stumpf, deshalb nicht die gute Schere.
  3. Zeichne auf Filz, Cord, Frottee, Wellpappe und Alufolie mit einem Pappquadrat als Maß je zwei Quadrate vor, und Dein Kind schneidet sie mit der Kinderschere aus.
  4. Streicht jedes Pappquadrat dünn und bis in die Ecken mit Kleber ein und drückt das Material auf; Stoff streicht Ihr mit der flachen Hand von der Mitte nach außen glatt.
  5. Legt einen Stapel schwerer Bücher auf die Täfelchen, damit sich beim Trocknen nichts wellt.
  6. Fertig sind die Täfelchen, wenn nach etwa einer Stunde keine Ecke mehr absteht und sich beide Hälften jedes Paares mit geschlossenen Augen gleich anfühlen.

Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder bekommen nur die drei Schleifpapiere und ordnen sie mit verbundenen Augen von rau nach fein. Klebst Du noch zwei Körnungen dazwischen, werden die Unterschiede so fein, dass auch Sechsjährige genau tasten müssen.

Für Jüngere: Mit Dreijährigen fängst Du mit vier Paaren an, die sich stark unterscheiden: grobes Schleifpapier, Filz, Wellpappe und Alufolie. Die Augen dürfen dabei erst einmal offen bleiben.

Die zwei Fühlsäckchen mit Zwillingen

ab 3 Jahren  ·  45 Minuten · mittel
Die zwei Fühlsäckchen mit Zwillingen — Zwei Saeckchen aus naturfarbenem festem Baumwollstoff mit weisser Kordel auf einem hel
In beiden Säckchen steckt dasselbe – gefunden wird nur mit den Fingern.

Zwei Stoffsäckchen, in beiden liegen dieselben sechs Dinge. Das Kind greift in das erste, holt etwas heraus und schaut es sich an. Dann fasst es in das zweite und sucht, ohne hineinzusehen, den Zwilling. Ein Teelöffel ist leicht zu finden, eine Walnuss neben einer Kastanie schon weniger.

Genäht ist so ein Säckchen schnell, auch von Hand. Die eigentliche Arbeit ist das Zusammensuchen: Von allem brauchst Du zwei Exemplare, die sich gleich anfühlen. Dünner Stoff, durch den man hindurchsieht, verdirbt die Übung – nimm feste Baumwolle. Für eine ganze Gruppe ist das Nähen nichts, das Sammeln dagegen schon: Jedes Kind bringt zwei gleiche Dinge von zu Hause mit.

Das brauchst Du
  • Zwei Reste aus fester Baumwolle, je 25 x 50 cm
  • Zwei Kordeln oder Schnürsenkel, je 60 cm lang
  • Nadel und Faden oder eine Nähmaschine
  • Eine große Sicherheitsnadel
  • Sechs Dinge doppelt, etwa Teelöffel, Korken, Walnuss, Kastanie, Holzwäscheklammer und Murmel

So geht es

Ein Kind fädelt mit der Sicherheitsnadel die Kordel ins Säckchen
Die Nadel Stück für Stück durch den Tunnel schieben: Fummelarbeit, bei der Kinder gern dranbleiben.
  1. Falte jeden Stoffrest einmal quer, die schöne Seite nach innen, sodass ein Rechteck von 25 x 25 cm entsteht.
  2. Nähe die beiden offenen Seiten zu und lass an einer Seite oben 3 cm offen.
  3. Schlage die obere Kante 2 cm nach innen um und nähe sie rundherum fest, sodass ein Tunnel für die Kordel entsteht.
  4. Wende das Säckchen, steck die Sicherheitsnadel an ein Kordelende und lass Dein Kind sie einmal ganz durch den Tunnel schieben; dann verknotest Du die beiden Enden.
  5. Leg die sechs Paare auf den Tisch, und Dein Kind verteilt sie so, dass von jedem Paar ein Teil in jedes Säckchen kommt.
  6. Fertig sind die Säckchen, wenn sie sich mit der Kordel ganz zuziehen lassen und von außen nicht zu sehen ist, was darin liegt.

Wenn es zu leicht wird: Fünfjährige bekommen Dinge, die sich ähneln: In jedes Säckchen kommen ein großer und ein kleiner Knopf, eine Walnuss und eine Haselnuss, eine Ein- und eine Zwei-Euro-Münze. Dann muss die Hand wirklich genau hinfühlen.

Für Jüngere: Für Dreijährige reichen drei Paare mit sehr unterschiedlicher Form, etwa Löffel, Korken und Kastanie. Wer nicht näht, nimmt zwei gleiche dicke Socken.

Material für Sprache und Schreiben

Bevor ein Kind schreibt, muss die Hand die Formen kennen und das Ohr die Laute. Diese vier Materialien bereiten beides vor, und keines braucht mehr als Pappe, Papier und etwas Sorgfalt beim Zuschneiden.

Die Sandpapierbuchstaben

ab 3 Jahren  ·  90 Minuten für die ersten acht Buchstaben plus eine Nacht Trockenzeit · mittel
Die Sandpapierbuchstaben — Acht rechteckige Brettchen aus Pappe, je 12 x 15 cm, nebeneinander auf einem hellen Holztisch: dre
Rau auf glatt: Der Finger fährt den Buchstaben nach, der Mund sagt den Laut.

Ein Buchstabe aus feinem Schleifpapier auf einem glatten Brettchen. Das Kind fährt ihn mit Zeige- und Mittelfinger in Schreibrichtung nach und sagt dabei den Laut, also „mmm“ und nicht „em“. So merkt sich die Hand die Form, lange bevor sie einen Stift sicher hält. Im Montessori-Material sind die Brettchen der Vokale blau und die der Konsonanten rosa oder rot, sodass das Kind beide Gruppen schon an der Farbe unterscheidet.

Die Arbeit liegt hier fast ganz bei Dir: Buchstaben gleichmäßig aufzeichnen und aus Schleifpapier ausschneiden ist nichts für Kinderhände. Am meisten hakt es an der Spiegelschrift – auf der Rückseite muss der Buchstabe seitenverkehrt stehen, sonst wird aus dem b ein d. Fang nicht mit allen auf einmal an, sondern mit sechs bis acht, am besten mit denen aus dem Namen Deines Kindes. Mit einer Gruppe klappt es, wenn Du die Buchstaben vorbereitest und die Kinder die Brettchen bemalen.

Das brauchst Du
  • Graupappe, 2 bis 3 mm dick, genug für acht Brettchen von 12 x 15 cm
  • Feines Schleifpapier, Körnung 120 bis 150, zwei Bögen
  • Acrylfarbe in Blau und Rosa und ein breiter Pinsel
  • Lösemittelfreier Bastelkleber
  • Ein Cutter mit Metalllineal, ein weicher Bleistift und eine alte Schere

So geht es

  1. Schneide aus der Graupappe mit Cutter und Metalllineal acht Brettchen von 12 x 15 cm; den Cutter führst nur Du.
  2. Lass Dein Kind die Brettchen der Vokale blau und die der Konsonanten rosa bemalen, die Kanten mit, und alles trocknen.
  3. Zeichne jeden Buchstaben spiegelverkehrt auf die Rückseite des Schleifpapiers, in der Schrift, die Dein Kind in der Schule lernen wird: ein kleines a etwa 6 cm hoch, Buchstaben mit Ober- oder Unterlänge wie b oder g etwa 9 cm, Strichbreite gut 1,5 cm.
  4. Schneide die Buchstaben mit der alten Schere aus; Innenräume wie beim a oder o stichst Du mit der Scherenspitze vor und schneidest sie dann rund aus.
  5. Setzt alle Buchstaben auf dieselbe gedachte Grundlinie, etwa 5 cm über der Unterkante des Brettchens – so hängt ein g nach unten, wie später im Heft –, streicht die Rückseite dünn mit Kleber ein und drückt sie fest.
  6. Beschwere die Brettchen über Nacht mit Büchern.
  7. Fertig ist ein Buchstabe, wenn Du mit zwei Fingern darüberstreichst und sich nirgends eine Kante hebt.

Wenn es zu leicht wird: Mit denselben Handgriffen entstehen auf grünen Brettchen die Sandpapierziffern von 0 bis 9. Und wenn die einzelnen Buchstaben sitzen, bekommen Laute aus zwei oder drei Zeichen wie ei, au oder sch ein eigenes Brettchen.

Für Jüngere: Für Dreijährige reichen am Anfang drei Brettchen, etwa der erste Buchstabe des eigenen Namens, ein m und ein a. Du fährst vor, Dein Kind fährt nach – mehr braucht die erste Runde nicht.

Das bewegliche Alphabet im Eierkarton

ab 4 Jahren  ·  2 Stunden · mittel
Das bewegliche Alphabet im Eierkarton — Drei geoeffnete graue Eierkartons fuer je zehn Eier nebeneinander auf einem hellen Ho
Dreißig Fächer, dreißig Buchstaben – und das erste Wort liegt auf dem Tisch.

Mit dem beweglichen Alphabet schreiben Kinder, bevor sie einen Stift führen können. Sie legen Wörter aus einzelnen Buchstaben: erst den eigenen Namen, dann Wörter, die man schreibt, wie man sie spricht, etwa Oma, Sofa oder Hut. Das Kind horcht in das Wort hinein, sucht den passenden Buchstaben und legt ihn hin. Das Lesen kommt später, jetzt geht es ums Hören und Zusammensetzen.

Die Buchstaben zeichnest Du vor, damit alle gleich groß sind und in derselben Schrift stehen wie die Sandpapierbuchstaben. Ausschneiden können Fünfjährige aus Moosgummi selbst, Vierjährige schaffen die geraden Formen wie l, t oder i. Meist hakt es daran, dass von häufigen Buchstaben zu wenige da sind – mit einem einzigen e kommt kein Kind weit. Mit einer Gruppe lässt sich das gut aufteilen: Jedes Kind schneidet einen Buchstaben in mehrfacher Ausführung.

Das brauchst Du
  • Moosgummi, 2 mm dick, drei Bögen Rot und zwei Bögen Blau in DIN A4
  • Drei Eierkartons für je zehn Eier
  • Ein Bleistift und ein Lineal
  • Eine Kinderschere
  • Ein Klebestift und ein Blatt weißes Papier

So geht es

Ein Kind schneidet ein rotes t aus Moosgummi aus
Ein t, ein l, ein i: Gerade Buchstaben sind die dankbarsten zum Schneidenlernen.
  1. Zeichne die Kleinbuchstaben spiegelverkehrt auf die Rückseite des Moosgummis: Buchstaben wie a oder m etwa 2,5 cm hoch, solche mit Ober- oder Unterlänge wie h oder g etwa 4 cm.
  2. Zeichne das e sechsmal, a, i, n, r, s und t je viermal und alle anderen Buchstaben einschließlich ä, ö, ü und ß je zweimal; die Vokale auf Blau, die Konsonanten auf Rot.
  3. Lass Dein Kind die Buchstaben mit der Kinderschere ausschneiden; enge Innenräume wie im a oder e schneidest Du nach.
  4. Schreib die dreißig Buchstaben auf kleine Papierzettel und klebe je einen in ein Eierfach, in der Reihenfolge des Alphabets.
  5. Sortiert gemeinsam jeden Buchstaben in sein Fach – dabei lernt Dein Kind schon, wo was liegt.
  6. Fertig ist das Alphabet, wenn alle dreißig Fächer gefüllt sind und sich die Kartons schließen lassen, ohne dass ein Buchstabe eingeklemmt wird.

Wenn es zu leicht wird: Sechsjährige legen kurze Sätze und lassen zwischen den Wörtern einen Finger breit Platz. Dazu passt ein Schälchen mit Punkten und Fragezeichen aus schwarzem Moosgummi.

Für Jüngere: Vierjährige bekommen zuerst nur die Buchstaben ihres eigenen Namens und von Mama in einer Schale – dreißig Fächer auf einmal sind für den Anfang zu viel.

Die Einsatzfiguren zum Nachfahren

ab 4 Jahren  ·  1 Stunde plus zwei Stunden Trockenzeit · mittel
Die Einsatzfiguren zum Nachfahren — Drei quadratische Rahmen aus dicker Pappe, je 14 x 14 cm, rosa bemalt, nebeneinander auf
Erst innen herum, dann außen herum – dazwischen entsteht ein Muster.

Im Original sind es Metallrahmen mit einer herausnehmbaren Form und einem kleinen Knopf daran. Das Kind legt den Rahmen auf ein Blatt, fährt mit dem Buntstift innen an der Kante entlang, setzt dann die Form in die Linie und umfährt sie außen. Danach füllt es die Figur mit Strichen von links nach rechts. Die Hand lernt dabei, an einer Kante zu bleiben und den Stift gleichmäßig zu ziehen.

Aus fester Pappe lassen sich Kreis, Quadrat und Dreieck gut nachbauen. Den Ausschnitt mit dem Cutter machst Du, und davon hängt alles ab: Franst die Kante aus, rutscht der Stift. Zwei Lagen Pappe aufeinander geben eine Kante, an der der Stift Halt findet. Mit einer Gruppe lohnt es sich, gleich mehrere Sätze zu schneiden; die Kinder bemalen Rahmen und Formen, und am Ende hat jeder Tisch einen.

Das brauchst Du
  • Graupappe, 2 bis 3 mm dick, zwei Bögen DIN A4
  • Ein Glas oder eine Untertasse mit etwa 10 cm Durchmesser
  • Ein Cutter, ein Metalllineal und eine Schneideunterlage
  • Acrylfarbe in Rosa und Blau und ein Pinsel
  • Drei Holzperlen mit etwa 15 mm Durchmesser und Bastelkleber
  • Papier, auf 14 x 14 cm zugeschnitten, und Buntstifte

So geht es

  1. Schneide aus der Graupappe sechs Quadrate von 14 x 14 cm, klebe je zwei deckungsgleich aufeinander und lass die drei Platten unter Büchern eine Stunde trocknen.
  2. Zeichne in die Mitte der ersten Platte mit dem Glas einen Kreis, in die zweite ein Quadrat von 9 x 9 cm und in die dritte ein Dreieck mit 10 cm Seitenlänge.
  3. Schneide die Formen mit dem Cutter heraus, die Geraden am Metalllineal, den Kreis in kurzen Schnitten freihand, mehrmals ohne zu drücken – das bleibt Deine Aufgabe.
  4. Lass Dein Kind die Rahmen rosa und die herausgelösten Formen blau bemalen, die Kanten eingeschlossen.
  5. Klebe auf die Mitte jeder Form eine Holzperle als Griffknopf und lass den Kleber eine Stunde fest werden.
  6. Fertig ist der Satz, wenn sich jede Form am Knopf heben lässt, ohne dass die Perle wackelt, und wieder glatt in ihren Rahmen fällt.

Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder legen zwei Formen übereinander, etwa den Kreis ins Quadrat, und füllen die Flächen in zwei Farben. Später kommen Rechteck, Oval oder Fünfeck dazu – im Original sind es zehn Formen.

Für Jüngere: Für Vierjährige reicht zuerst der Kreis. Du hältst den Rahmen mit einer Hand fest, damit er beim Umfahren nicht verrutscht.

Die dreiteiligen Karten mit eigenen Fotos

ab 4 Jahren  ·  1 Stunde plus Zeit zum Fotografieren · leicht
Die dreiteiligen Karten mit eigenen Fotos — Drei Reihen Karten aus weissem Fotokarton auf einem hellen Holztisch: links gross
Bild mit Wort, Bild ohne Wort, Wort allein – drei Karten für jedes Ding.

Zu jedem Ding gibt es drei Karten: eine mit Bild und Wort darunter, eine nur mit Bild, eine nur mit dem Wort. Jüngere Kinder legen erst Bild zu Bild und lernen dabei die Namen. Wer zu lesen beginnt, legt die Wortstreifen unter die Bilder und prüft mit der ersten Karte, ob es stimmt. Mit Fotos aus der eigenen Kita oder dem eigenen Garten erkennt das Kind die Dinge wieder, wenn es ihnen draußen begegnet.

Du fotografierst vorher acht bis zehn Dinge eines Themas, etwa Gemüse vom Markt, Werkzeuge aus der Werkbank oder Bäume rund um die Kita, immer vor ruhigem Hintergrund, und druckst jedes Foto zweimal aus. Es hakt fast immer an der Schrift: Die Wörter müssen auf Karte und Streifen genau gleich aussehen, also schreib sehr sorgfältig oder druck sie gleich mit aus. Mit einer Gruppe klappen Schneiden und Kleben gut, jedes Kind macht einen Satz aus drei Karten.

Das brauchst Du
  • Acht bis zehn eigene Fotos eines Themas, jedes zweimal ausgedruckt, etwa 8 x 8 cm groß
  • Weißer Fotokarton, zwei Bögen DIN A4
  • Ein Klebestift
  • Ein Lineal, ein Bleistift und eine Kinderschere
  • Transparente Buchfolie
  • Eine kleine Schachtel oder zwei Briefumschläge

So geht es

Kinderhände kleben ein Karottenfoto auf eine weiße Karte
Oben bündig ansetzen – dann passt der Wortstreifen später genau darunter.
  1. Zeichne auf den Fotokarton für jedes Ding drei Teile: ein Rechteck von 8 x 11 cm, ein Quadrat von 8 x 8 cm und einen Streifen von 8 x 3 cm.
  2. Lass Dein Kind alle Teile mit der Kinderschere entlang der Linien ausschneiden.
  3. Klebt das erste Foto oben bündig auf die große Karte und das zweite auf das Quadrat.
  4. Schreib das Wort in den freien Streifen unter dem Foto der großen Karte und genauso noch einmal auf den einzelnen Streifen, in der Schrift, die Dein Kind lernt.
  5. Beziehe alle Karten mit Buchfolie und schneide sie bündig ab.
  6. Fertig ist ein Satz, wenn Quadrat und Wortstreifen untereinandergelegt genau so groß sind wie die große Karte – leg es einmal zur Probe übereinander.

Wenn es zu leicht wird: Sechsjährige legen die Wortstreifen ohne Hilfe unter die Bilder und prüfen erst am Ende mit den großen Karten. Später lassen sich auf dieselbe Weise die Teile eines Ganzen benennen, etwa Blüte, Stiel und Wurzel einer Pflanze.

Für Jüngere: Für Vierjährige legst Du nur die großen Karten und die Quadrate hin. Das Kind sucht Bild zu Bild, und Du sagst den Namen dazu.

Material für Zahlen und Mengen

Im Kindergarten wird noch nicht gerechnet. Hier geht es darum, dass eine Zahl eine Länge hat und eine Menge, die man anfassen kann – und dass man sie zählen kann, lange bevor man sie schreibt.

Die rot-blauen Zahlenstangen

ab 4 Jahren  ·  90 Minuten plus eine Nacht Trockenzeit · anspruchsvoll
Die rot-blauen Zahlenstangen — Zehn quadratische Holzstangen von 10 cm bis 100 cm Laenge, wie eine Treppe nebeneinander auf e
Von 10 Zentimetern bis zu einem Meter: Jede Zahl hat ihre eigene Länge.

Zehn Holzstangen, die kürzeste 10 cm, die längste einen Meter, jede in Abschnitte von 10 cm geteilt, abwechselnd rot und blau. Die Vier hat vier Abschnitte, die Neun neun. Das Kind trägt die Stangen einzeln zum Teppich, legt sie wie eine Treppe nebeneinander und zählt die Felder. Eine Zahl ist hier kein Zeichen, sondern ein Ding, das man tragen kann.

Das Sägen übernimmt der Baumarkt oder Du: Die Stücke müssen auf den Millimeter stimmen, sonst passen 3 und 7 hintereinander später nicht genau an die Zehn. Erfahrungsgemäß hakt es beim Abkleben – sitzt das Kreppband nicht fest an den Kanten, läuft die Farbe darunter. Das Streichen klappt auch mit einer kleinen Gruppe, wenn jedes Kind eine Stange übernimmt. Plan genug Platz ein, die Meterstange braucht einen langen Tisch.

Das brauchst Du
  • Quadratische Holzleiste von 2,5 x 2,5 cm, insgesamt 5,50 m, in zehn Stücke von 10 bis 100 cm gesägt
  • Schleifpapier, Körnung 120
  • Acrylfarbe in Rot und Blau
  • Malerkrepp, 2 cm breit
  • Zwei Borstenpinsel
  • Ein Zollstock und ein Bleistift

So geht es

  1. Lass die Leiste im Baumarkt in zehn Stücke sägen, 10, 20, 30 cm und so weiter bis 100 cm, oder säg sie selbst – das bleibt Erwachsenenarbeit.
  2. Lass Dein Kind alle Kanten und Enden mit dem Schleifpapier glätten, bis sich nirgends mehr ein Splitter anfühlt.
  3. Streicht alle Stangen rundherum rot und lasst sie trocknen.
  4. Markiere mit Zollstock und Bleistift auf jeder Stange alle 10 cm einen Strich und klebe den ersten, dritten, fünften Abschnitt und so weiter rundherum mit Kreppband ab – diese Felder bleiben rot.
  5. Leg die Stangen auf zwei Holzklötze, und Dein Kind streicht die freien Abschnitte rundherum blau.
  6. Zieh das Kreppband ab, solange die blaue Farbe noch leicht feucht ist, und lass alles über Nacht trocknen.
  7. Fertig sind die Stangen, wenn sie als Treppe gelegt an einem Ende bündig abschließen und am anderen Ende jede Stufe genau einen Abschnitt länger ist als die vorige.

Wenn es zu leicht wird: Fünf- und Sechsjährige legen zwei Stangen hintereinander und suchen die, die genauso lang ist: 3 und 7 zusammen ergeben die Zehn. Dazu passen Ziffernkärtchen von 1 bis 10, die das Kind ans Ende jeder Stange legt.

Für Jüngere: Für Vierjährige fängst Du mit den Stangen 1 bis 3 an und zählst die Felder gemeinsam, den Finger auf jedem Abschnitt.

Der Spindelkasten aus Klopapierrollen

ab 4 Jahren  ·  45 Minuten plus eine Stunde Trockenzeit · leicht
Der Spindelkasten aus Klopapierrollen — Zehn mit hellgruenem Tonpapier beklebte Klopapierrollen dicht an dicht in zwei Reihen
Zehn Rollen, 45 Stäbchen – und in die Null kommt nichts.

Zehn Rollen, beschriftet von 0 bis 9, und ein Körbchen mit genau 45 Holzstäbchen. Das Kind zählt für jede Rolle so viele Stäbchen ab, wie die Ziffer sagt, bindet sie mit einem Haargummi zusammen und steckt das Bündel hinein. Geht es am Ende genau auf, war alles richtig. Und bei der Null steht es zum ersten Mal vor einer Zahl, zu der nichts gehört.

Viel vorzubereiten gibt es nicht. Die Rollen müssen fest auf dem Karton stehen, sonst kippen sie, sobald ein Bündel hineinfällt; Bastelkleber allein hält das selten, deshalb setzt Du sie mit Heißkleber auf. Zähl die Stäbchen am Ende zweimal: Mit 44 oder 46 funktioniert die Selbstkontrolle nicht mehr. Mit einer Gruppe klappt das gut, jedes Kind gestaltet eine Rolle und schreibt seine Ziffer darauf.

Das brauchst Du
  • Zehn leere Klopapierrollen
  • Ein Stück fester Karton von 30 x 12 cm
  • 45 Eisstiele oder Holzspatel
  • Neun Haargummis
  • Hellgrünes Tonpapier, ein Klebestift und ein dicker schwarzer Filzstift
  • Eine Heißklebepistole

So geht es

Kinderhände bekleben eine Klopapierrolle mit grünem Tonpapier
Etwas schief beklebt? Macht nichts – beim Zählen schaut ohnehin keiner auf den Papierrand.
  1. Schneide das Tonpapier in zehn Streifen von 10 x 15 cm, und Dein Kind klebt um jede Rolle einen Streifen.
  2. Schreib mit dem Filzstift auf jede Rolle eine Ziffer von 0 bis 9, etwa 3 cm hoch.
  3. Stell die Rollen dicht an dicht in zwei Reihen auf den Karton, vorne 0 bis 4, hinten 5 bis 9, alle Ziffern nach vorne gedreht.
  4. Setze jede Rolle mit einem Ring Heißkleber auf den Karton – die Heißklebepistole bedienst Du, Dein Kind zeigt, welche Rolle wohin kommt.
  5. Zählt die Eisstiele gemeinsam in Häufchen zu fünf ab, bis es genau neun Häufchen sind, und legt sie mit den Haargummis ins Körbchen.
  6. Fertig ist der Spindelkasten, wenn keine Rolle mehr wackelt und Dein Kind einmal alle 45 Stäbchen verteilt hat, ohne dass eines übrig bleibt.

Wenn es zu leicht wird: Ältere Kinder ziehen die Bündel am Ende wieder heraus und legen sie der Größe nach nebeneinander. Dabei sehen sie, dass jedes Bündel genau ein Stäbchen dicker ist als das davor.

Für Jüngere: Für Vierjährige nimmst Du zuerst nur die Rollen 0 bis 4 und zehn Stäbchen. Die Haargummis lässt Du weg, solange das Bündeln noch zu fummelig ist.

Die bunte Perlentreppe aus Pfeifenputzern

ab 4 Jahren  ·  40 Minuten · leicht
Die bunte Perlentreppe aus Pfeifenputzern — Neun kurze Perlenstaebchen auf beigen Pfeifenputzern, der Laenge nach untereinand
Eine rote Perle, zwei grüne, drei rosa: Jede Zahl hat ihre Farbe.

Neun kurze Perlenstäbchen, von einer bis neun Perlen, jede Zahl in ihrer eigenen Farbe. Untereinandergelegt ergeben sie ein Dreieck, die Perlentreppe. Das Kind zählt die Perlen, ordnet die Stäbchen nach Länge und lernt nebenbei die Montessori-Farben, die später im Rechenmaterial wiederkehren: 1 rot, 2 grün, 3 rosa, 4 gelb, 5 hellblau, 6 lila, 7 weiß, 8 braun, 9 dunkelblau.

Aufgefädelt ist schnell, die Mühe liegt im Zusammensuchen der Farben. Rosa, Braun und Weiß fehlen in Perlensets oft; dann bemalst Du schlichte Holzperlen vorher mit Acrylfarbe. Außerdem hakt es gern an den Enden: Sind sie nicht fest umgebogen, rutschen die Perlen beim ersten Treppebauen ab. Mit einer Gruppe klappt das gut, wenn jedes Kind eine Zahl fädelt und am Ende alle Stäbchen zusammenkommen.

Das brauchst Du
  • 45 Holzperlen von etwa 10 mm mit mindestens 3 mm Loch: 1 rote, 2 grüne, 3 rosa, 4 gelbe, 5 hellblaue, 6 lila, 7 weiße, 8 braune, 9 dunkelblaue
  • Neun Pfeifenputzer in Beige, je 30 cm lang
  • Ein Seitenschneider oder eine alte Schere
  • Neun kleine Schälchen
  • Eine flache Schachtel

So geht es

  1. Sortiert die Perlen nach Farben in die neun Schälchen und stellt sie der Reihe nach von 1 bis 9 auf.
  2. Biege an einem Ende jedes Pfeifenputzers eine kleine Schlaufe von 1 cm, damit nichts herunterfällt.
  3. Dein Kind fädelt auf den ersten Pfeifenputzer eine rote Perle, auf den zweiten zwei grüne und so weiter bis zu neun dunkelblauen und zählt dabei laut mit.
  4. Schieb die Perlen dicht zusammen und biege direkt hinter der letzten Perle die zweite Schlaufe.
  5. Kneif den überstehenden Pfeifenputzer hinter der Schlaufe ab und drück die Drahtspitze nach innen, damit nichts pikst – das übernimmst Du.
  6. Fertig ist die Treppe, wenn an keinem Stäbchen mehr eine Perle herausrutscht und alle neun untereinander ein gleichmäßiges Dreieck ergeben.

Wenn es zu leicht wird: Für Fünf- und Sechsjährige fädelst Du Zehnerstäbchen aus goldfarbenen Perlen dazu. Zwei kurze Stäbchen nebeneinanderlegen und herausfinden, wie viel zur Zehn fehlt, ist der nächste Schritt.

Für Jüngere: Bei ungeduldigen Kindern fädelst Du die langen Stäbchen 6 bis 9 selbst, und Dein Kind übernimmt 1 bis 5.

Das Hunderterbrett mit hundert Plättchen

ab 5 Jahren  ·  90 Minuten · mittel
Das Hunderterbrett mit hundert Plättchen — Eine quadratische graue Papptafel mit einem schwarzen Raster aus zehn mal zehn Fel
Hundert Felder, hundert Plättchen – die Kontrolltafel verrät, ob alles am Platz liegt.

Eine Tafel mit zehn mal zehn leeren Feldern und hundert kleine Plättchen mit den Zahlen von 1 bis 100. Das Kind legt die Plättchen der Reihe nach ein, Zeile für Zeile. Irgendwann fällt ihm auf, dass in jeder Spalte die letzte Ziffer gleich bleibt und die erste nach unten um eins wächst – ein Muster, das es selbst entdeckt, ohne dass jemand es erklärt.

Das Raster zeichnest Du, und hier entscheidet sich, ob es nachher passt: Sind die Felder ungleich, liegen die Plättchen schief. Die Zahlen schreiben Fünf- und Sechsjährige gern selbst, verteilt auf mehrere Tage, zehn am Tag ist eine gute Menge. Dazu kommt eine Kontrolltafel, auf der alle Zahlen an ihrem Platz stehen. Mit einer Gruppe lässt sich das gut aufteilen: Jedes Kind schreibt eine Zehnerreihe.

Das brauchst Du
  • Graupappe oder fester Karton, zwei Stücke von 30 x 30 cm
  • Tonkarton in Hellgelb, ein Bogen DIN A4
  • Ein langes Lineal und ein Bleistift
  • Ein schwarzer Filzstift mit feiner Spitze
  • Eine Kinderschere
  • Eine kleine Schachtel

So geht es

Ein Kind schneidet gelbe Quadrate für das Hunderterbrett zu
Erst Streifen, dann Quadrate: So kommt auch eine Kinderschere sauber durch hundert Plättchen.
  1. Zeichne auf beide Pappen mit dem Lineal ein Quadrat von 25 x 25 cm mit gleichem Rand ringsum und teile es in zehn mal zehn Felder von 2,5 cm.
  2. Schreib auf die zweite Pappe in jedes Feld die passende Zahl, oben links die 1, oben rechts die 10, unten rechts die 100 – das ist die Kontrolltafel.
  3. Zeichne auf den Tonkarton Streifen von 2,3 cm Breite und darauf alle 2,3 cm einen Querstrich, bis hundert Quadrate vorgezeichnet sind.
  4. Dein Kind schneidet mit der Kinderschere zuerst die Streifen aus und dann die Quadrate davon ab.
  5. Schreibt auf jedes Plättchen eine Zahl von 1 bis 100, mittig und möglichst groß, und setzt unter jede Zahl, die auf dem Kopf anders aussieht, etwa 6, 9 oder 86, einen kleinen Strich.
  6. Fertig ist das Hunderterbrett, wenn alle hundert Plättchen einmal im leeren Raster lagen und jedes Feld zur Kontrolltafel passt.

Wenn es zu leicht wird: Sechsjährige legen nicht mehr der Reihe nach, sondern ziehen ein Plättchen aus der Schachtel und suchen ihm seinen Platz. Später legen sie nur die Zehnerspalte oder nur jede zweite Zahl.

Für Jüngere: Für Fünfjährige, die noch nicht bis hundert zählen, nimmst Du nur die ersten drei Zeilen. Die übrigen Plättchen bleiben in der Schachtel, bis es weitergeht.

Wie das selbstgemachte Material ins Regal kommt

Stell nicht alles auf einmal hin. Ein neues Material kommt einzeln ins Regal, auf ein eigenes Tablett oder in eine eigene Schachtel, und behält dort seinen festen Platz. Kinder holen sich, was sie kennen und wiederfinden – ein vollgestelltes Regal macht genau das schwer.

Zeig das Material einmal ruhig vor, bevor es frei zu haben ist. Wenige Worte, langsame Hände: wie man die Schachtel holt, wie man die Täfelchen auslegt, wie man alles wieder einräumt. Bei den Sandpapierbuchstaben und den dreiteiligen Karten hilft die Drei-Stufen-Lektion: erst zeigen und benennen („Das ist ein m“), dann wiedererkennen lassen („Zeig mir das m“), erst danach fragen („Was ist das?“).

Vieles hier hat eine eingebaute Kontrolle: die Punkte unter den Geräuschdosen, die Kontrolltafel beim Hunderterbrett, die Karte mit Wort bei den dreiteiligen Karten, die 45 Stäbchen, die genau aufgehen müssen. Lass Dein Kind diese Kontrolle selbst benutzen, statt zu verbessern. Einen Fehler, den es selbst findet, vergisst es nicht so schnell wie einen, auf den Du zeigst.

Selbstgebautes nutzt sich ab. Schau alle paar Wochen nach, ob sich Folie löst, ein Buchstabe an der Ecke hochsteht oder eine Perle fehlt, und repariere es gleich. Ein Material, an dem etwas fehlt, lässt sich nicht mehr richtig benutzen – und Kinder merken das schneller als Erwachsene.

Und wenn ein Material wochenlang niemand anfasst, räum es weg. Vielleicht kam es zu früh, vielleicht fehlte die richtige Einführung. Nach ein paar Monaten wieder ins Regal gestellt, wird es oft auf einmal zum Lieblingsstück.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter lohnt sich selbstgemachtes Montessori-Material?

Die Materialien in diesem Artikel sind für Kinder zwischen drei und sechs gedacht. Farbtäfelchen, Geräuschdosen und Fühlsäckchen passen schon zu Dreijährigen, das bewegliche Alphabet und die Zahlenstangen eher ab vier, das Hunderterbrett ab fünf. Wichtiger als das Alter ist das Interesse: Fragt Dein Kind nach Buchstaben, ist es Zeit für die Sandpapierbuchstaben.

Ist selbstgemachtes Material genauso gut wie gekauftes?

Für das Kind zählt, ob das Material stimmt: gleiche Paare, genaue Längen, saubere Kanten. Gekauftes Holzmaterial hält länger und ist genauer gefertigt. Selbstgemachtes ist dafür schnell ersetzt, lässt sich an Dein Kind anpassen und kann Dinge aus dem eigenen Alltag zeigen, wie die Fotos bei den dreiteiligen Karten.

Welche Schrift nehme ich für Sandpapierbuchstaben und bewegliches Alphabet?

Die Schrift, die Dein Kind in der Grundschule zuerst lernen wird. Meist ist das eine Druckschrift oder die Grundschrift; frag im Zweifel an der Schule nach. Wichtig ist, dass beide Materialien dieselbe Schrift zeigen.

Warum sind die Farben bei Montessori so festgelegt?

Rot und Blau bei den Zahlenstangen, Blau für die Vokale, die Farben der Perlentreppe: Diese Farben kehren im Montessori-Material immer wieder. Ein Kind, das die Perlentreppe kennt, erkennt die Sieben später auch in anderem Rechenmaterial an ihrem Weiß. Wenn Du nachbaust, lohnt es sich deshalb, die Farben genau zu übernehmen.

Wie viel Material braucht ein Kind zu Hause?

Weniger, als man denkt. Zwei oder drei Materialien im Regal reichen, solange sie benutzt werden. Tausch lieber alle paar Wochen aus, als alles gleichzeitig hinzustellen, und bau das nächste erst, wenn das Interesse am vorigen nachlässt.

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