Im Dezember ist in den meisten Familien und Gruppen mehr los, als den Kindern guttut. Es wird gebastelt, gesungen, geprobt und gewartet, und mittendrin sollen Zwei- und Dreijährige ruhig bleiben. Ein Tablett macht in dieser Zeit das Gegenteil von allem anderen: Es bietet eine einzige Sache an, die das Kind allein anfangen und allein zu Ende bringen kann.
Die zwölf Ideen hier nehmen das, was im Advent ohnehin im Haus ist – Teig, Nelken, Zapfen, Nüsse, Sterne aus Pappe, kleine Lichter – und machen daraus Übungen mit einem klaren Anfang und einem klaren Ende. Sie sind nach Lernbereichen geordnet, damit Du gezielt aussuchen kannst, was zu Deinem Kind oder Deiner Gruppe gerade passt.
Gebastelt wird dabei kaum. Am Ende der meisten Tabletts steht nichts, das man aufhängen könnte, und das ist Absicht. Das Kind räumt zurück, was es benutzt hat, und das nächste findet das Tablett so vor wie das erste.
Übungen des täglichen Lebens
Im Advent wird in der Küche und am Tisch mehr gearbeitet als sonst im Jahr – gebacken, gewürzt, verpackt. Diese drei Tabletts holen ein Stück davon in Kinderhöhe. Es sind echte Arbeiten mit echtem Ergebnis, nur in kleiner Menge.
Sterne aus Teig ausstechen

Auf dem Tablett liegt eine faustgroße Portion Plätzchenteig auf einem bemehlten Brett, daneben ein kleines Nudelholz, ein Sternausstecher und ein Stück Backpapier. Das Kind rollt aus, sticht aus, hebt den Stern mit dem Pfannenwender aufs Papier und knetet den Rest wieder zusammen.
Der Unterschied zum gemeinsamen Backnachmittag: Hier steht niemand daneben und sagt, wo der nächste Stern hingehört. Die Portion ist so klein, dass nach vier oder fünf Sternen Schluss ist. Probiert wird nicht der rohe Teig, sondern später das fertige Plätzchen.
- Ein Tablett und ein kleines Holzbrett
- Eine faustgroße Portion Mürbeteig, gut gekühlt
- Ein kleines Nudelholz oder ein glattes Stück Rundholz
- Ein Sternausstecher aus Metall
- Ein Schälchen Mehl und ein Stück Backpapier
Das übt Dein Kind dabei
Ausrollen verlangt Druck aus beiden Armen gleichzeitig, Ausstechen einen kurzen, kräftigen Druck von oben. Am schwierigsten ist das Abheben: Der Stern soll ganz bleiben, also muss die Hand langsam werden.
Das Kind merkt außerdem, dass die Reihenfolge nicht beliebig ist. Wer das Mehl vergisst, bekommt den Teig nicht mehr vom Brett. Das muss ihm niemand erklären – beim zweiten Durchgang greift es von selbst zuerst zum Mehlschälchen.
Wenn es zu leicht wird: Lege zwei Ausstecher in unterschiedlicher Größe dazu. Das Kind überlegt dann, wie es die Teigplatte aufteilt, damit möglichst wenig Rest bleibt.
Gewürze im Mörser zerstoßen

Ein schwerer Mörser steht in der Mitte des Tabletts, daneben kleine Schälchen mit Nelken, Sternanis und ein paar Kardamomkapseln. Das Kind gibt eine Sorte hinein, stößt und reibt, riecht – und füllt das Pulver mit einem kleinen Löffel in ein Schraubglas.
Nelken und Sternanis geben schnell nach, eine Zimtstange dagegen ist hart. Brich sie vorher in kleine Stücke, wenn Du sie dazulegen willst. Das fertige Gewürz ist kein Spielergebnis: Es kommt in den Kinderpunsch oder in den nächsten Plätzchenteig.
- Ein Tablett mit Rand
- Ein Mörser mit Stößel, möglichst schwer, damit er nicht wandert
- Drei kleine Schälchen mit Nelken, Sternanis und Kardamom
- Ein kleiner Löffel
- Ein Schraubglas für das fertige Gewürz
Das übt Dein Kind dabei
Eine Hand hält den Mörser, die andere stößt und reibt im Kreis. Diese Arbeitsteilung der Hände – eine hält fest, die andere arbeitet – braucht das Kind später beim Schneiden und beim Schreiben genauso.
Was man dem Tablett nicht ansieht: Der Geruch verändert sich mit jeder Minute Arbeit. Eine ganze Nelke riecht kaum, eine zerstoßene sehr deutlich. Das Kind erlebt, dass in einem unscheinbaren Ding etwas steckt, das erst durch die eigene Mühe herauskommt.
Wenn es zu leicht wird: Lass das Kind eine eigene Mischung zusammenstellen und das Glas mit einem selbst gemalten Etikett versehen. Beim nächsten Mal kann es am Geruch prüfen, ob es dieselbe Mischung wieder hinbekommt.
Ein Päckchen einpacken

Auf dem Tablett liegen eine kleine Schachtel, ein zugeschnittener Bogen Packpapier und vier Klebestreifen, die am Tablettrand angeheftet sind. Das Kind legt die Schachtel aufs Papier, schlägt die langen Seiten ein, klebt, faltet die Enden zu Dreiecken und klebt wieder.
Zeig es einmal langsam und ohne dabei zu reden, dann ist das Kind dran. Die ersten Päckchen sehen zerknittert aus, und das dürfen sie. Eine leere Streichholzschachtel oder Teeschachtel reicht zum Üben; wer mag, packt später damit wirklich das Geschenk für die Oma ein.
- Ein Tablett
- Eine kleine feste Schachtel, etwa eine Teeschachtel
- Packpapier oder Zeitungspapier, passend zur Schachtel zugeschnitten
- Vier vorbereitete Klebestreifen am Tablettrand
- Ein Stück Geschenkband für später
Das übt Dein Kind dabei
Einpacken ist eine lange Kette von Schritten, bei der eine Hand festhalten muss, was die andere gerade gefaltet hat. Lässt das Kind zu früh los, springt das Papier wieder auf – es lernt also, den Griff zu halten, bis der Klebestreifen sitzt.
Dazu kommt etwas, das mit Geschick wenig zu tun hat. Ein eingepacktes Päckchen ist für jemand anderen gedacht. Viele Kinder fragen beim Einpacken zum ersten Mal von sich aus, wem sie eigentlich etwas schenken möchten.
Wenn es zu leicht wird: Gib dem Kind einen größeren Bogen, ein Lineal und eine Schere, damit es das Papier selbst zuschneidet. Wer das sicher kann, versucht sich an der Schleife.
Die Sinne schulen
Der Advent riecht, fühlt sich an und verändert sich. Bei diesen Tabletts geht es ums genaue Hinspüren und Hinsehen: Was fühlt sich gleich an, was duftet, was passiert mit einem Zapfen im Wasser?
Fühlsterne paarweise finden

Zehn gleich große Sterne aus Pappe, je zwei mit derselben Oberfläche beklebt: Schmirgelpapier, Filz, Alufolie, Wellpappe, Watte. Sie liegen gemischt in einem Körbchen. Das Kind nimmt einen heraus, streicht darüber und sucht den zweiten, der sich genauso anfühlt.
Am Anfang schauen die Kinder dabei hin, und das ist in Ordnung. Spannend wird es mit geschlossenen Augen oder einer Schlafmaske. Dann merkt das Kind, dass die Finger allein ziemlich viel wissen.
- Ein Tablett und ein flaches Körbchen
- Zehn gleich große Sterne aus fester Pappe
- Reste zum Bekleben: Schmirgelpapier, Filz, Alufolie, Wellpappe, Watte
- Flüssigkleber
- Eine Schlafmaske oder ein Tuch
Das übt Dein Kind dabei
Weil alle Sterne dieselbe Form und Größe haben, bleibt nur die Oberfläche als Unterschied. Das Kind muss mit leichtem Druck und langsam über die Fläche streichen, sonst fühlt sich alles gleich an. Diese leichte Hand braucht es später auch beim Führen eines Stifts.
Nebenbei entstehen Wörter. Rau, glatt, weich, geriffelt – solche Begriffe bleiben hängen, wenn Du sie genau in dem Moment sagst, in dem das Kind die Sache unter den Fingern hat. Ohne das Gefühl dazu sind es nur Laute.
Wenn es zu leicht wird: Nimm Oberflächen, die sich ähnlicher sind, etwa feines und grobes Schmirgelpapier oder Filz und Samt. Dann reicht ein flüchtiges Drüberwischen nicht mehr.
Der Zapfen geht zu und wieder auf

Zwei weit geöffnete, trockene Kiefernzapfen liegen auf dem Tablett, dazu ein Glas und ein kleiner Krug Wasser. Das Kind stellt einen Zapfen ins Glas, gießt Wasser darüber und lässt den anderen daneben liegen. Dann geht es spielen und schaut später wieder nach.
Der nasse Zapfen schließt seine Schuppen, meist innerhalb einer Stunde. Zum Trocknen kommt er auf ein Tuch in die Nähe der Heizung, und im Lauf des nächsten Tages geht er wieder auf. Draußen schützt der Zapfen so seine Samen: Bei Regen bleibt er zu, bei trockenem Wetter lässt er sie fliegen.
- Ein Tablett mit Rand
- Zwei trockene, weit geöffnete Kiefernzapfen
- Ein Trinkglas, in das ein Zapfen hineinpasst
- Ein kleiner Krug mit Wasser
- Ein Tuch zum Abtrocknen und Ablegen
Das übt Dein Kind dabei
Das Kind vergleicht zwei Dinge, die am Anfang gleich aussahen, und muss beschreiben, was sich verändert hat. Dafür braucht es den trockenen Zapfen daneben – ohne ihn wüsste es nach einer Stunde nicht mehr genau, wie der andere vorher aussah.
Ungewohnt ist an diesem Tablett vor allem das Warten. Es passiert nichts, solange man hinschaut. Kinder, die sonst jede Übung sofort zu Ende bringen wollen, lernen hier, etwas stehen zu lassen und wiederzukommen.
Wenn es zu leicht wird: Lass das Kind den Zapfen vor dem Wässern und danach abzeichnen. Ältere Kinder probieren aus, ob es mit warmem Wasser schneller geht als mit kaltem.
Eine Orange mit Nelken spicken

Eine Orange liegt in einer kleinen Schale, damit sie nicht wegrollt. Daneben stehen ein Schälchen Gewürznelken und ein Zahnstocher. Das Kind sticht ein Loch in die Schale, nimmt eine Nelke am Kopf und drückt den Stiel hinein. Dann das nächste Loch.
Ohne Vorstechen geht es nicht, die Orangenschale ist für Kinderfinger zu fest und die Nelken brechen ab. Ob eine Reihe, ein Kreis oder ein wildes Durcheinander entsteht, entscheidet das Kind. Die fertige Orange trocknet an einem luftigen Platz und duftet noch wochenlang.
- Ein Tablett
- Eine Orange mit fester Schale
- Eine flache Schale als Halterung für die Orange
- Ein Schälchen ganze Gewürznelken
- Ein Zahnstocher oder Schaschlikspieß zum Vorstechen
Das übt Dein Kind dabei
Die Nelke ist winzig und will zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten werden, genau am Köpfchen. Dann muss das Kind das vorgestochene Loch treffen und so dosiert drücken, dass der Stiel hineingeht, aber nicht bricht.
Die Orange ist rund und dreht sich, und irgendwann ist die Seite oben voll. Das Kind muss sie drehen, ohne die gesteckten Nelken wieder herauszudrücken. Es fasst also vorsichtiger zu als am Anfang – aus Rücksicht auf die eigene Arbeit.
Wenn es zu leicht wird: Zeichne mit einem Filzstift eine Linie oder einen Stern auf die Schale, dem das Kind mit den Nelken folgt. Das verlangt gleichmäßige Abstände.
Die Hand geschickt machen
Einhängen, hineinstecken, einen kleinen Schalter schieben: Hier arbeiten vor allem Daumen und Zeigefinger. Alle drei Tabletts eignen sich schon für die Jüngsten in der Krippe, wenn jemand in der Nähe bleibt.
Anhänger an den Zweig hängen

Ein verzweigter Ast steht fest in einem Glas mit Sand. In einer Schale liegen sechs bis acht leichte Anhänger mit großer Schlaufe: Pappsterne, Holzringe, kleine Zapfen am Faden. Das Kind hängt sie einzeln an die Zweige und nimmt sie am Ende wieder ab.
Das Abnehmen gehört dazu, denn es ist die Gegenbewegung und für viele Zweijährige der schwerere Teil. Nimm einen Laubzweig ohne Nadeln, an dem sich die Schlaufen nicht verhaken, und füll das Glas so schwer, dass der Ast auch bei einem ungeschickten Griff stehen bleibt.
- Ein Tablett
- Ein verzweigter, kahler Ast, etwa unterarmlang
- Ein schweres Glas mit Sand oder Kieseln als Ständer
- Sechs bis acht leichte Anhänger mit großer Fadenschlaufe
- Eine flache Schale für die Anhänger
Das übt Dein Kind dabei
Die Schlaufe ist weich und fällt zusammen. Das Kind muss sie mit zwei Fingern offen halten und gleichzeitig die Astspitze treffen, die im Raum steht und nicht auf dem Tisch liegt. Das ist ein anderes Zielen als beim Stecken oder Fädeln.
Der Ast wackelt, wenn man zu fest zieht, und dann rutschen die anderen Anhänger. Das Kind bekommt also sofort Rückmeldung über seine Kraft – und wird von Anhänger zu Anhänger leiser in der Bewegung.
Wenn es zu leicht wird: Kürze die Schlaufen oder tausche sie gegen kleine Drahthaken. Dann bleibt weniger Spielraum beim Einhängen.
Pompons in den Zapfen stecken

Ein großer, offener Zapfen steht aufrecht in einem Klecks Knete. Daneben liegt eine Schale mit kleinen bunten Pompons. Das Kind klemmt einen nach dem anderen zwischen die Schuppen, bis der Zapfen aussieht wie ein geschmückter Baum. Danach zupft es alle wieder heraus.
Zweijährige nehmen die Finger. Ab etwa drei Jahren legst Du eine Zuckerzange oder eine breite Pinzette dazu. Wenn Du keine Pompons hast, tun es kleine Kugeln aus Wolle oder Seidenpapier. Für Kinder, die noch alles in den Mund stecken, ist das Tablett nichts.
- Ein Tablett mit Rand
- Ein großer, weit geöffneter Kiefernzapfen
- Ein Stück Knete als Standfuß
- Eine Schale mit kleinen Pompons oder Wollkügelchen
- Eine Zuckerzange oder breite Pinzette für Ältere
Das übt Dein Kind dabei
Der Pompon gibt nach, die Schuppe nicht. Das Kind muss ihn mit den Fingerspitzen zusammendrücken und in den Spalt schieben – ein kräftiger Dreifingergriff, derselbe, mit dem es später den Stift hält.
Kein Spalt ist wie der andere. Unten sitzen die Schuppen weit auseinander, oben eng. Das Kind sucht sich die passende Lücke und wechselt die Stelle, wenn es nicht klappt. Dass es dabei ständig kleine Entscheidungen trifft, fällt von außen kaum auf.
Wenn es zu leicht wird: Gib eine Farbfolge vor, etwa unten rot, in der Mitte weiß, oben gold. Oder lege eine Pinzette mit schmalen Spitzen dazu.
Lichter in die Gläser setzen

Vier kleine Gläser stehen in einer Reihe, davor ein Körbchen mit vier LED-Teelichtern. Das Kind dreht ein Licht um, schiebt den Schalter an der Unterseite, sieht es flackern und setzt es ins Glas. Sind alle vier an, holt es sie wieder heraus und schaltet sie aus.
Das ist das Kerzentablett für alle, die für echtes Feuer noch zu klein sind. Am schönsten wirkt es in einer dunkleren Ecke oder am späten Nachmittag. Achte darauf, dass das Batteriefach fest verschlossen ist, am besten verschraubt, und bleib bei den Jüngsten in der Nähe.
- Ein Tablett
- Vier LED-Teelichter mit Schiebeschalter und fest verschlossenem Batteriefach
- Vier kleine, standfeste Gläser, etwa leere Joghurtgläser
- Ein Körbchen für die Lichter
Das übt Dein Kind dabei
Der Schiebeschalter ist klein und sitzt versenkt. Das Kind muss das Licht mit einer Hand halten und mit dem Daumen oder Fingernagel der anderen den Schalter bewegen. Für Zweijährige ist das echte Arbeit, und sie brauchen dafür oft mehrere Anläufe.
Vier Gläser, vier Lichter: Am Ende darf kein Glas leer bleiben und kein Licht übrig sein. Das Kind ordnet eins zu eins zu, lange bevor es zählen kann. Fehlt ein Licht, sieht es das selbst.
Wenn es zu leicht wird: Stell für ältere Kinder ein Glas mehr hin, als Lichter da sind, und frag, wie viele fehlen. Oder nimm Gläser mit Schraubdeckel, die nach dem Hineinsetzen zugedreht werden.
Ordnen und Zählen
Vier Kerzen am Kranz, große und kleine Sterne, drei Sorten Nüsse in der Schale – der Advent liefert das Material zum Ordnen und Zählen von selbst. Gerechnet wird hier noch nicht, aber verglichen, gereiht und abgezählt.
Kerzen auf den Kranz zählen

Ein Ring aus grüner Pappe mit vier aufgemalten Kreisen ist der Kranz. Dazu gibt es vier Kerzenstummel in einer Schale und vier Karten mit einem, zwei, drei und vier Punkten. Das Kind zieht eine Karte, zählt die Punkte und stellt genau so viele Kerzen auf den Kranz.
Die Kerzen bleiben aus, hier geht es ums Zählen. Trotzdem hat das Tablett mit dem echten Kranz auf dem Esstisch zu tun. Wenn dort am Sonntag die zweite Kerze brennt, weiß das Kind, welche Karte dazu gehört.
- Ein Tablett
- Ein Ring aus grüner Pappe mit vier aufgemalten Kerzenplätzen
- Vier kurze Kerzenstummel oder Teelichter
- Vier Karten mit einem bis vier Punkten
- Eine Schale für die Kerzen
Das übt Dein Kind dabei
Das Kind zählt eine Menge ab und hört an der richtigen Stelle auf. Genau das ist am Anfang das Schwere. Viele Dreijährige zählen flüssig bis zehn und stellen trotzdem alle Kerzen hin, die da sind. Die Karte setzt die Grenze.
Der Advent ist für kleine Kinder vor allem langes Warten ohne Maß. Vier Plätze, von denen erst zwei besetzt sind, machen sichtbar, wie viel schon vorbei ist und wie viel noch kommt. So bekommt die Zeit eine Form, die man anfassen kann.
Wenn es zu leicht wird: Ersetze die Punktekarten durch Ziffern von 1 bis 4. Oder frag bei zwei aufgestellten Kerzen, wie viele noch fehlen, bis der Kranz voll ist.
Sterne der Größe nach legen

Fünf Sterne aus gelber Pappe, jeder deutlich kleiner als der vorige, liegen durcheinander im Korb. Auf dem Tablett liegt ein dunkler Filzstreifen als Unterlage. Das Kind sucht den größten Stern, legt ihn nach links und reiht die anderen daneben auf, bis ganz rechts der kleinste liegt.
Schneide die Sterne so, dass der Unterschied von einem zum nächsten etwa einen Fingerbreit beträgt. Ist das Kind unsicher, legt es zwei Sterne aufeinander. Dann schaut beim größeren ringsum ein Rand hervor und es kann sich selbst kontrollieren.
- Ein Tablett
- Fünf Sterne aus fester gelber Pappe in abgestuften Größen
- Ein Streifen dunkler Filz oder Tonkarton als Unterlage
- Ein flacher Korb
Das übt Dein Kind dabei
Das Kind vergleicht mehr als zwei Dinge. Jeder Stern in der Mitte ist zugleich größer als der eine Nachbar und kleiner als der andere. Dieses Denken in Reihen steckt später in jeder Zahlenfolge.
Auf dem dunklen Filz fällt ein falsch gelegter Stern sofort auf, weil die Reihe einen Knick bekommt. Das Kind sieht den Fehler, bevor ihn jemand anspricht. Es korrigiert ihn selbst und muss sich dabei nicht ertappt fühlen.
Wenn es zu leicht wird: Erhöhe auf acht oder zehn Sterne mit kleineren Abständen. Oder lass das Kind aus denselben Sternen einen Turm legen, den größten zuunterst.
Nüsse nach Sorten ordnen

In einer großen Schale liegen Walnüsse, Haselnüsse und Mandeln in der Schale bunt gemischt, wie auf dem Nikolausteller. Drumherum stehen drei kleine Schalen, in jeder liegt schon eine Nuss als Muster. Das Kind sortiert mit den Fingern oder einem Löffel, bis die große Schale leer ist.
Sag beim ersten Mal die Namen dazu, mehr nicht. Für Kinder unter drei Jahren nimm nur große Nüsse, also Walnüsse und Paranüsse. Haselnüsse sind genau so groß, dass man sich daran verschlucken kann. Gibt es in der Gruppe ein Kind mit Nussallergie, fällt das Tablett aus.
- Ein Tablett mit Rand
- Eine große Schale mit gemischten Nüssen in der Schale
- Drei kleine Schalen
- Je eine Nuss als Muster in jeder kleinen Schale
- Ein Esslöffel für alle, die nicht mit den Fingern sortieren wollen
Das übt Dein Kind dabei
Die drei Sorten unterscheiden sich in Form, Farbe, Oberfläche und Gewicht. Das Kind entscheidet bei jeder Nuss neu, wohin sie gehört, und nutzt dabei Augen und Hand zusammen. Die Walnuss ist runzlig, die Haselnuss glatt und die Mandel flach mit einer Spitze.
Unbemerkt übt das Kind das Ordnen nach einem Merkmal, das es selbst erkennen muss, weil keine Farbe es vorgibt. Aus solchen Sortierübungen entsteht nach und nach der Begriff: Sehr verschiedene Dinge heißen alle Nuss, und nur ein Teil davon heißt Walnuss.
Wenn es zu leicht wird: Lass das Kind mit verbundenen Augen sortieren, nur nach Gefühl. Oder lass es nach dem Sortieren schätzen, in welcher Schale die meisten liegen, und dann nachzählen.
So funktionieren Tabletts in der Adventszeit
Stell nicht alle zwölf auf einmal ins Regal. Drei oder vier Tabletts reichen, und nach einer Woche tauschst Du eines aus. Im Advent bietet sich der Rhythmus von selbst an: An jedem Adventssonntag kommt ein neues dazu und ein altes geht.
Zeig jedes Tablett einmal, langsam und mit wenig Worten. Kinder schauen auf die Hände, und wer dabei redet, lenkt ab. Danach hältst Du Dich zurück, auch wenn der Stern reißt oder die Nelke bricht. Das Material zeigt dem Kind selbst, was nicht geklappt hat.
Weihnachtliches Material verführt zum Dekorieren. Glitzer, Figuren und Lichterketten auf dem Tablett sehen hübsch aus, ziehen aber die Aufmerksamkeit von der eigentlichen Aufgabe ab. Ein Zapfen und eine Schale Pompons reichen. Je weniger auf dem Tablett liegt, desto klarer ist, was zu tun ist.
Für Kinder unter drei Jahren gilt: Alles, was durch eine Klopapierrolle passt, ist zu klein, um unbeaufsichtigt im Regal zu stehen. Das betrifft Nelken, Pompons und Haselnüsse. Solche Tabletts holst Du nur hervor, wenn Du danebensitzen kannst, und stellst sie danach wieder nach oben.
Und wenn ein Tablett niemand anrührt, liegt das selten am Kind. Meist ist es zu leicht, zu schwer oder steht am falschen Platz. Nimm es eine Woche heraus und biete es verändert noch einmal an, mit größeren Schlaufen etwa oder mit einer Zange statt der Finger.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter eignen sich Montessori-Tabletts im Advent?
Die einfachsten Ideen hier – Lichter in Gläser setzen, Anhänger an den Zweig hängen, Pompons in den Zapfen stecken – funktionieren ab etwa zwei Jahren, wenn ein Erwachsener in der Nähe bleibt. Tabletts mit kleinen Teilen wie Nelken oder mit mehreren Arbeitsschritten wie das Einpacken sind eher etwas für Kinder ab drei oder vier Jahren.
Wie viele Tabletts sollte ich gleichzeitig anbieten?
Drei bis vier sind genug, in einer Kitagruppe können es sechs sein. Wichtiger als die Zahl ist, dass jedes Tablett vollständig ist und einen festen Platz im Regal hat. Ein Tablett, bei dem der Löffel fehlt, wird nicht mehr geholt.
Was mache ich, wenn mein Kind das Tablett anders benutzt als gedacht?
Schau erst einmal zu. Wenn das Kind konzentriert bei der Sache ist und nichts kaputtgeht, hat es vermutlich eine eigene Übung gefunden, und die ist genauso viel wert. Wirft es mit dem Material oder räumt es nur aus, ist das Tablett im Moment nicht das richtige. Dann räumt ihr es gemeinsam zurück.
Brauche ich dafür spezielles Montessori-Material?
Nein. Ein Tablett mit Rand, ein paar Schalen und das, was im Dezember ohnehin in Küche und Bastelkiste liegt, reichen aus. Entscheidend ist, wie das Tablett vorbereitet ist: alles Nötige darauf, nichts Überflüssiges, und in einer Menge, die ein Kind allein bewältigt.
Kann ich die Tabletts auch in einer Krippengruppe einsetzen?
Ja, mit zwei Einschränkungen. Alles mit Kleinteilen wird nur begleitet angeboten und steht sonst außer Reichweite. Bei Nüssen klärst Du vorher, ob ein Kind in der Gruppe allergisch ist. Für die Jüngsten eignen sich vor allem die Tabletts aus der Gruppe „Die Hand geschickt machen“.