Ein Lerntablett für Kinder unter drei sieht anders aus als eines für Vorschulkinder. Es hat weniger Teile, größere Dinge und eine Aufgabe, die man ohne Erklärung versteht: hineinstecken, herausholen, waschen, wiederfinden. Was auf dem Tablett liegt, muss außerdem einen Krippenalltag aushalten, in dem fast alles einmal in den Mund wandert.
Die zwölf Ideen hier sind für die Gruppe gedacht, nicht für das Kinderzimmer. Sie lassen sich schnell nachlegen, wenn ein Kind fertig ist, und kommen mit dem aus, was in einer Kita ohnehin herumsteht: Muffinblech, Klopapierrollen, Waschschüssel, Schiefertafel. Einige gehen auf Bilder zurück, die Erzieherinnen aus ihren Krippen geteilt haben.
Sortiert sind sie nach dem, was die Kinder tun. Erst kommen Tabletts, bei denen sie Erwachsenen nacheifern, dann solche zum Greifen und Stecken, zum Schluss vier zum Suchen und Wiedererkennen. Bei jeder Idee steht, ab wann sie meist passt und wie Du sie schwieriger machst, wenn ein Kind sie sicher beherrscht.
Selbst tun wie die Großen
Kinder unter drei schauen den ganzen Tag zu, wie Erwachsene putzen, waschen und kochen. Auf diesen Tabletts dürfen sie es selbst – mit echtem Wasser, echtem Schaum und echtem Gemüse.
Zähne putzen am Bild

Ein großes Bild von einem lachenden Mund, laminiert, darauf ein paar braune und gelbe Flecken aus Whiteboard-Marker. Daneben liegt eine Kinderzahnbürste. Das Kind schrubbt, bis die Zähne wieder weiß sind, und Du malst neue Flecken drauf, sobald es noch einmal will.
In vielen Krippen ist dieses Tablett während eines Zahnprojekts der Renner. Es nimmt etwas, das zu Hause oft mit Tränen endet, und macht daraus eine Arbeit, die das Kind ganz allein erledigt. Keiner hält den Kopf fest, keiner drängelt.
- 1 Bild eines Mundes mit Zähnen in DIN A4, laminiert
- 1 Whiteboard-Marker in Braun oder Gelb
- 1 Kinderzahnbürste
- 1 Tablett mit Rand
- 1 trockenes Tuch zum Nachwischen
Das übt Dein Kind dabei
Die Hand lernt die kleine, schnelle Hin-und-her-Bewegung, die beim echten Zähneputzen gebraucht wird. Weil die Flecken nur verschwinden, wenn die Borsten wirklich aufliegen, merkt das Kind selbst, wie viel Druck es braucht.
Man sieht es dem Tablett nicht an, aber es verändert oft die Stimmung am Waschbecken. Ein Kind, das am Bild schon zwanzigmal Flecken weggeputzt hat, weiß, wofür die Zahnbürste da ist, und hält den Mund beim Nachputzen eher still.
Wenn es zu leicht wird: Lass das Kind die Flecken selbst aufmalen, bevor es putzt. Später kommen ein kleiner Zahnputzbecher und ein Spiegel dazu, und das Tablett wandert ans Waschbecken.
Die Puppe baden

Eine flache Schüssel mit lauwarmem Wasser, eine kleine Badepuppe, ein Waschlappen und ein Handtuch. Das Kind setzt die Puppe ins Wasser, wäscht ihr Arme, Bauch und Füße, hebt sie heraus und rubbelt sie trocken.
Nimm eine Puppe ganz aus Vinyl, ohne Stoffkörper und ohne Löcher, sonst läuft Wasser hinein und sie riecht nach ein paar Tagen muffig. Ein Handtuch unter der Schüssel fängt auf, was überschwappt, und gehört mit zur Arbeit.
- 1 flache Waschschüssel
- 500 ml lauwarmes Wasser
- 1 Badepuppe aus Vollvinyl
- 1 Waschlappen
- 1 kleines Handtuch
Das übt Dein Kind dabei
Das Kind arbeitet sich durch eine Reihenfolge: rein, waschen, raus, abtrocknen. Für Zweijährige ist das eine lange Kette, und viele lassen am Anfang Schritte aus. Mit der Zeit wird die Abfolge ruhiger und vollständiger.
In der Krippe werden die Kinder selbst jeden Tag gewickelt, gewaschen und eingecremt. Hier sind sie einmal diejenigen, die sorgen. Oft hörst Du dabei Deine eigenen Sätze wieder: „Jetzt kommen die Füße.“ „Ist dir kalt?“ So wird nebenbei jedes Körperteil benannt.
Wenn es zu leicht wird: Gib ein Stück Seife und eine kleine Haarbürste dazu, oder lege frische Puppenkleidung bereit, die nach dem Bad angezogen wird.
Seifenschaum schlagen

In eine Schüssel kommen 300 ml Wasser und 1 Teelöffel mildes Spülmittel, dazu ein kleiner Schneebesen. Das Kind quirlt, und nach einer Weile wächst der Schaum über den Rand der Schüssel. Dann darf es den Schaum mit den Händen befühlen, bevor er langsam wieder zusammenfällt.
Zieh dem Kind eine Schürze an und lege ein Tuch unter die Schüssel. Kinder unter drei fassen gern in den Schaum und dann ins Gesicht, deshalb bleibst Du in der Nähe und hast ein feuchtes Tuch für die Augenpartie griffbereit.
- 1 Schüssel mit hohem Rand
- 300 ml lauwarmes Wasser
- 1 TL mildes Spülmittel
- 1 kleiner Schneebesen
- 1 Baumwolltuch als Unterlage
Das übt Dein Kind dabei
Schlagen mit dem Schneebesen verlangt eine kreisende Bewegung aus dem Handgelenk, während die andere Hand die Schüssel festhält. Zwei Hände tun zwei verschiedene Dinge – für Kinder in diesem Alter eine echte Leistung.
Das Kind sieht, dass aus seiner Bewegung etwas entsteht: Erst ist da Wasser, dann wird es weiß und steigt. Je schneller es rührt, desto mehr Schaum. Diese unmittelbare Antwort auf das eigene Tun ist der Grund, warum manche Kinder eine Viertelstunde dabei bleiben.
Wenn es zu leicht wird: Gib ein paar Spielzeugtiere aus Kunststoff dazu, die im Schaum gewaschen und danach abgetrocknet werden. So wird aus dem Schaumschlagen eine Waschstraße.
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Erbsen aus der Schote holen

Im Frühsommer gibt es frische Erbsenschoten. Leg zehn davon in ein Körbchen, daneben zwei Schalen. Das Kind drückt eine Schote an der Naht auf, schiebt die Erbsen mit dem Daumen heraus und legt die leere Schote in die andere Schale.
Ungefähr jede dritte Erbse landet im Mund, und das darf sie auch. Rohe Erbsen sind süß, und Kinder, die Gemüse sonst ablehnen, probieren hier erstaunlich bereitwillig. Achte darauf, dass das Kind beim Essen sitzt. Die ausgelösten Erbsen können zum Mittagessen in die Küche wandern.
- 10 frische Erbsenschoten
- 1 kleines Körbchen für die Schoten
- 1 Schale für die Erbsen
- 1 Schale für die leeren Schoten
- 1 Tablett mit Rand
Das übt Dein Kind dabei
Die Schote aufzudrücken braucht Kraft in den Fingerspitzen und den richtigen Punkt an der Naht. Die Erbsen herauszuschieben ist dann eine feine Bewegung mit dem Daumen, die kaum ein anderes Material so natürlich verlangt.
Das Tablett hat zwei Ergebnisse, die man auseinanderhalten muss: das, was man isst, und das, was weg kann. Diese einfache Unterscheidung ist der Anfang des Sortierens. Und wenn die Erbsen mittags auf dem Teller liegen, weiß das Kind, wo sie herkommen.
Wenn es zu leicht wird: Stell statt der Schale ein schmales Glas hin. Die Erbsen einzeln hineinfallen zu lassen ist deutlich schwieriger, als sie in eine weite Schale zu streifen.
Greifen, stecken, hineinfallen lassen
Etwas in etwas hineintun ist in der Krippe die Lieblingsbeschäftigung schlechthin. Diese vier Tabletts geben dem Drang eine Form, und jedes hat ein sichtbares Ende.
Ringe auf den Rollenhalter

Ein Küchenrollenhalter mit senkrechtem Stab steht auf dem Tablett, daneben ein Körbchen mit fünf großen Gardinenringen aus Holz. Das Kind fädelt die Ringe über den Stab, bis das Körbchen leer ist, und zieht sie danach wieder ab.
Anders als bei einer Ringpyramide gibt es keine richtige Reihenfolge, und gerade das macht es für Einjährige leichter. Es zählt nur die eine Aufgabe: das Loch über den Stab bringen. Prüfe, dass der Halter einen schweren Fuß hat und nicht umkippt, wenn ein Kind sich daran hochzieht.
- 1 Küchenrollenhalter aus Holz mit schwerem Fuß
- 5 Gardinenringe aus Holz, etwa 5 cm Durchmesser
- 1 kleines Körbchen
- 1 Tablett
Das übt Dein Kind dabei
Das Kind muss den Ring so halten, dass die Öffnung nach unten zeigt, und ihn genau über die Stabspitze führen. Am Anfang stößt es oft daneben und dreht den Ring, bis er rutscht. Genau dieses Ausprobieren ist die Übung.
Holz klackert auf Holz, wenn der Ring nach unten fällt. Dieses Geräusch ist für viele Kinder die eigentliche Belohnung und der Grund, warum sie die Ringe zehnmal hintereinander auf- und abziehen.
Wenn es zu leicht wird: Stell einen zweiten Halter daneben und nimm Ringe in zwei Farben, zum Beispiel naturbelassen und rot angemalt. Dann kommt zum Stecken das Sortieren dazu.
Bälle in die Muffinform

Ein Muffinblech mit sechs Mulden und ein Körbchen mit sechs weichen Bällen, die gerade so in eine Mulde passen. Das Kind legt in jede Mulde einen Ball. Wenn alle drin sind, ist die Arbeit fertig, und es kann sie wieder herausholen.
Tennisbälle haben genau die richtige Größe für ein normales Muffinblech. Weiche Stoffbälle gehen auch und sind leiser, wenn einer herunterfällt. Nimm nichts, was durch eine Klopapierrolle passt.
- 1 Muffinblech mit 6 Mulden
- 6 Bälle in Tennisballgröße
- 1 Körbchen
- 1 Tablett oder eine Matte
Das übt Dein Kind dabei
Einjährige greifen den Ball mit der ganzen Hand und müssen ihn loslassen, wenn er über der Mulde ist. Das gezielte Loslassen ist schwerer, als es aussieht, und wird hier dutzendfach wiederholt.
Das Blech zeigt, was noch fehlt: Eine leere Mulde fällt sofort auf. Ohne ein Wort zu zählen, erlebt das Kind, dass jedes Ding einen Platz hat und am Ende nichts übrig bleibt. Das ist die Grundlage, auf der später Zählen aufbaut.
Wenn es zu leicht wird: Lege bunte Papierförmchen in die Mulden und nimm Bälle in passenden Farben. Dann sucht das Kind für jeden Ball die Mulde mit der gleichen Farbe.
Pompons durch das Loch im Deckel

Schneide mit dem Cutter in den Plastikdeckel einer leeren Dose ein rundes Loch von 3 cm. Die Pompons sind 4 cm groß, passen also nur hindurch, wenn das Kind sie zusammendrückt und mit dem Zeigefinger nachschiebt. Mit einem leisen Plopp verschwinden sie in der Dose.
Wenn alle drin sind, nimmt das Kind den Deckel ab und schüttet sie wieder ins Körbchen. Achte auf fest gebundene Pompons, die nicht fusseln, und zähle nach dem Spiel kurz nach, ob alle wieder da sind.
- 1 leere Dose mit Plastikdeckel, etwa von Babymilchpulver
- 1 Cutter für das Loch im Deckel
- 10 Pompons mit 4 cm Durchmesser
- 1 Körbchen
- 1 Tablett
Das übt Dein Kind dabei
Der Pompon muss mit Daumen und Zeigefinger zusammengedrückt und gleichzeitig nach unten geschoben werden. Diese gebündelte Kraft in den Fingerspitzen braucht das Kind später für jeden Stift und jeden Knopf.
Was in der Dose verschwindet, ist nicht weg – das Kind öffnet den Deckel und findet alles wieder. Für Kinder, die gerade die Trennung von den Eltern am Morgen üben, ist dieses Wiederfinden mehr als ein Spiel.
Wenn es zu leicht wird: Beklebe drei Deckel in Rot, Gelb und Blau und gib Pompons in denselben Farben dazu. Dann sucht das Kind für jeden Pompon die passende Dose.
Das Eichhörnchen füttern

Vier Klopapierrollen stehen aufrecht auf einem Karton, dahinter ein Eichhörnchen aus Pappe. Vor dem Kind liegt eine flache Kiste mit kleinen Kiefernzapfen. Es steckt die Zapfen in die Rollen, und das Eichhörnchen hat seinen Vorrat für den Winter.
Nimm geschlossene Zapfen, die knapp in eine Rolle passen, und lege sie vorher eine halbe Stunde bei 100 Grad in den Backofen, dann krabbelt nichts mehr heraus. Die Rollen klebst Du mit Heißkleber auf den Karton, sonst kippen sie beim ersten Zapfen um.
- 4 Klopapierrollen
- 1 Stück fester Karton als Boden
- 1 Eichhörnchen aus brauner Pappe
- 8 kleine geschlossene Kiefernzapfen
- 1 flache Kiste oder Wanne
Das übt Dein Kind dabei
Nicht jeder Zapfen passt mit jeder Seite voran. Das Kind lernt, ihn zu drehen, bis die schmale Spitze nach unten zeigt, und erlebt, dass zu dicke Zapfen oben stecken bleiben. So schätzt es Größen ab, lange bevor es Wörter dafür hat.
Die kleine Geschichte vom hungrigen Eichhörnchen hält viele Kinder länger bei der Arbeit als jede Aufforderung. Außerdem bringt sie Sprache mit: Eichhörnchen, Zapfen, voll, leer, noch einer.
Wenn es zu leicht wird: Stell eine Küchenrolle neben die Klopapierrollen und gib Zapfen in zwei Größen dazu. Die dicken passen nur in die dicke Rolle.
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Montessori Tablett mit 3 Jahren15 Ideen nach Lernzielen.
Feinmotorik spielerisch fördernÜbungen mit Pinzette, Knöpfen und Wäscheklammern.
Sehen, fühlen, wiedererkennen
Suchen, vergleichen, Gleiches zu Gleichem legen: Hier üben die Kleinsten, genau hinzuschauen. Nebenbei entstehen die ersten Wörter für das, was sie finden.
Der Suchbeutel mit Reis

Ein großer Gefrierbeutel mit Reis, darin versteckt ein paar Knöpfe, ein Holzstern, eine Muschel. Der Beutel wird mit Gewebeband verschlossen und flach auf den Tisch geklebt. Das Kind schiebt den Reis mit den Fingern zur Seite, bis ein Schatz auftaucht.
Der Beutel löst ein Krippenproblem: Kleine Dinge, die für Unter-Dreijährige zu gefährlich sind, können hier mitspielen. Kontrolliere den Verschluss trotzdem jeden Morgen, denn neugierige Zähne finden jede Schwachstelle.
- 1 Gefrierbeutel mit Zipper, 3 Liter
- 250 g Reis
- 6 kleine Fundstücke wie Knöpfe, Muscheln oder Holzfiguren
- 1 Rolle Gewebeband
Das übt Dein Kind dabei
Um den Reis zu verschieben, drückt das Kind mit einzelnen Fingern gezielt auf den Beutel. Das kräftigt die Fingerspitzen und trennt die Bewegung einzelner Finger von der ganzen Hand.
Jedes Mal, wenn etwas auftaucht, zeigt das Kind darauf und schaut Dich an. Das ist eine Einladung zum Sprechen: „Da ist der Stern. Und da, ganz unten, ist noch etwas Rotes.“ Viele erste Wörter entstehen genau in solchen Momenten.
Wenn es zu leicht wird: Leg eine Karte mit Fotos der versteckten Dinge daneben. Das Kind sucht dann ein bestimmtes Teil und tippt auf das Foto, wenn es gefunden ist.
Bauklötze auf ihren Umriss legen

Leg sechs Bauklötze in unterschiedlichen Formen auf einen gelben Karton und fahr ihren Umriss mit einem dicken schwarzen Stift nach. Danach kommen die Klötze ins Körbchen, und das Kind legt jeden wieder genau auf seine Linie.
Fang mit Formen an, die sich deutlich unterscheiden: ein Bogen, ein Dreieck, ein langer Quader. Zwei fast gleiche Rechtecke sind für den Anfang zu viel. Laminiert hält der Karton ein ganzes Krippenjahr.
- 1 Bogen gelber Fotokarton, DIN A3
- 6 Bauklötze in verschiedenen Formen
- 1 dicker schwarzer Filzstift
- 1 Körbchen
Das übt Dein Kind dabei
Das Kind vergleicht eine dreidimensionale Form mit einer flachen Linie und dreht den Klotz so lange, bis er deckt. Dabei lernt es, dass ein Dreieck auch auf dem Kopf stehen kann und trotzdem dasselbe Dreieck ist.
Eine gezeichnete Linie steht für einen echten Gegenstand – das ist ein großer gedanklicher Schritt. Wer ihn einmal gemacht hat, kann später Bilder in Büchern als Dinge erkennen und noch später Zeichen als Buchstaben.
Wenn es zu leicht wird: Zeichne statt Bauklötzen Alltagsdinge nach: einen Löffel, einen Becher, einen Schlüssel, eine Haarbürste. Die Umrisse sind unregelmäßiger und schwerer zu lesen.
Die Kinder der Gruppe paarweise finden

Drucke von sechs Kindern der Gruppe je zwei gleiche Porträtfotos aus und laminiere sie. Eine Reihe liegt offen auf dem Tablett, die zweite steckt gemischt im Körbchen. Das Kind zieht ein Foto und legt es auf seinen Zwilling.
Hol vorher die Zustimmung der Eltern ein und tausche die Fotos aus, wenn Kinder kommen oder gehen. Nach ein paar Wochen kannst Du andere Kinder nehmen, damit jedes einmal dabei ist.
- 6 Porträtfotos, jedes zweimal ausgedruckt
- 12 Laminierfolien
- 1 Körbchen
- 1 Tablett
Das übt Dein Kind dabei
Zwei Fotos als gleich zu erkennen verlangt, Gesichter genau anzuschauen: Haare, Brille, Lieblingspulli. Weil es Menschen sind, die das Kind kennt, gelingt das viel früher als mit Bildern von fremden Dingen.
Beim Legen fallen Namen. „Das ist Mila. Wo ist die andere Mila?“ Kinder in der Eingewöhnung entdecken sich selbst auf dem Tablett, und viele holen es gerade in den ersten Wochen immer wieder. Es sagt ihnen: Du gehörst hierher.
Wenn es zu leicht wird: Ersetze das zweite Foto durch ein Bild vom Garderobenzeichen des Kindes oder von seinen Hausschuhen. Dann muss das Kind wissen, was zu wem gehört, statt nur Gleiches zu suchen.
Mit Wasser auf die Tafel malen

Eine kleine Schiefertafel, ein breiter Pinsel und ein Glas mit etwas Wasser. Das Kind taucht ein und malt, und auf der Tafel erscheinen dunkle Striche. Während es weitermalt, trocknen die ersten schon wieder weg.
Für ein Kunsttablett in der Krippe ist das fast ideal: Es gibt nichts, was Kleidung verfärbt, und nichts, was in den Mund nicht darf. Ein Schwämmchen auf dem Tablett zeigt, wohin das Wasser gehört, wenn das Glas umfällt.
- 1 Schiefertafel oder Tafelfolie auf Pappe, DIN A4
- 1 Pinsel, 2 cm breit
- 1 kleines Glas mit schwerem Boden
- 100 ml Wasser
- 1 Schwämmchen
Das übt Dein Kind dabei
Das Kind lernt, den Pinsel einzutauchen, am Glasrand abzustreifen und ihn mit wenig Druck über die Fläche zu ziehen. Zu viel Wasser gibt Pfützen, zu wenig gibt keinen Strich. Die Tafel zeigt sofort, was passiert.
Hier entsteht kein Bild, das man aufhängen könnte. Es gibt nichts zu loben und nichts zu verbessern, und das nimmt dem Malen jeden Druck. Viele Kinder hören auf zu malen und schauen nur noch zu, wie der Strich langsam blasser wird.
Wenn es zu leicht wird: Geh nach draußen und gib dem Kind einen Malerpinsel und einen kleinen Eimer Wasser. Steinplatten, Mauern und Holzbänke werden zur Tafel.
So funktionieren Tabletts in der Krippengruppe
Prüf jedes Teil mit einer Klopapierrolle. Was ganz hindurchrutscht, gehört nicht offen auf ein Krippentablett. Kleine Dinge dürfen trotzdem mitspielen, aber nur sicher verpackt, etwa im zugeklebten Suchbeutel. Zähl nach dem Spiel kurz durch, ob alles wieder da ist.
Kinder unter drei können kaum warten und noch nicht teilen. Ein einziges Tablett, auf das sich vier Kinder stürzen, endet im Streit. Stell beliebte Tabletts lieber zweimal ins Regal – Muffinblech und Tennisbälle kosten wenig – und nimm dafür insgesamt weniger verschiedene heraus. Sechs bis acht im Regal reichen für eine Gruppe.
Zeig ein neues Tablett einem Kind allein und langsam, mit wenigen Worten. Die Hände machen es vor, der Mund bleibt fast still. Andere Kinder schauen ohnehin zu, und oft holt sich gerade das zuschauende Kind das Tablett als Nächstes.
Das Aufräumen gehört zur Arbeit, aber erwarte bei Ein- und Zweijährigen nicht, dass es jedes Mal klappt. Hilf mit, trag das Tablett gemeinsam zurück und stell es immer an denselben Platz. Diese feste Ordnung ist es, die Kinder in diesem Alter suchen, auch wenn sie sie noch nicht selbst halten können.
Beobachte, welche Tabletts liegen bleiben, und tausch sie nach ein, zwei Wochen aus. Ein Tablett, das niemand anrührt, ist entweder zu leicht, zu schwer oder steht am falschen Ort. Eines, das täglich geholt wird, darf bleiben, solange es geholt wird.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter sind Lerntabletts in der Krippe sinnvoll?
Sobald ein Kind sicher sitzt und gezielt greift, also meist um den ersten Geburtstag. Für Einjährige reicht ein Tablett mit einer einzigen Handlung, etwa Bälle in die Muffinform legen. Ab etwa zwei Jahren kommen Abläufe mit mehreren Schritten dazu, wie die Puppe baden.
Wie viele Tabletts sollten in einer Krippengruppe gleichzeitig stehen?
Sechs bis acht verschiedene sind für die meisten Gruppen genug. Wichtiger als die Zahl ist, dass beliebte Tabletts doppelt da sind, denn Kinder unter drei können noch nicht gut warten, bis ein anderes Kind fertig ist.
Was mache ich, wenn ein Kind das Material nur in den Mund steckt?
Bei Einjährigen ist das normal und keine falsche Benutzung. Sorg dafür, dass alles groß genug und sauber ist, und zeig die eigentliche Handlung ruhig noch einmal. Hört das Kind gar nicht auf, nimm das Tablett freundlich weg und biete es ein paar Wochen später wieder an.
Dürfen Krippenkinder mit Wasser arbeiten?
Ja, und viele tun nichts lieber. Kleine Mengen, eine Schürze und ein Tuch oder Schwamm auf dem Tablett reichen. Wenn etwas überschwappt, wischt das Kind es mit Dir zusammen auf, und das ist dann einfach der nächste Teil der Arbeit.
Darf ich Fotos der Kinder für ein Tablett verwenden?
Nur mit der Einwilligung der Eltern. Die meisten Kitas holen sie ohnehin bei der Aufnahme für Fotos im Gruppenraum ein. Schau nach, ob diese Einwilligung auch Material abdeckt, das die Kinder in die Hand nehmen, und frag im Zweifel nach.